09.10.2020-blauer Himmel und leckere Piadina
09.10.2020 Liebe Freunde, ich bin total durch und das nicht nur körperlich. Der Morgen begann mit einem entspannten, ruhigem: „Guck mal, ist das Minze?“ und plötzlich wurde mir...


Veröffentlicht: 11.10.2020
10.10.2020
Liebe Freunde,
was für einen Tag haben wir hinter uns gebracht.
Der erste Geruch heute Morgen war der zärtliche Duft nach faulen Eiern, ein Platz zum wohlfühlen haben wir hier gefunden. Meine Aufregung endlich den Bach von nahem zu sehen und darin baden zu gehen, stieg dadurch nur unwissentlich, leider schien Paps meine Freude nicht so wirklich zu teilen, denn sein Buch schien viel spannender zu sein, als unsere wunderschöne Umgebung. Nachdem ich ihm also durch meinen Tatendrang nur ein bisschen auf die Nerven ging, machten wir uns endlich startklar. Da wir den Shuttlebus aber perfekt verpassten und ich es nicht riskieren konnte, dass Pa sich wieder hinsetzt, gingen wir einfach zu Fuß zum sanft duftendem Schwefelwasser.
Das türkisgraue Wasser schimmerte wie ungeschliffene Quarze in der Sonne und sprang manchmal wild, manchmal ganz zahm von Becken zu Becken. Ab und zu verschwanden die überraschten Beine einiger Menschen in einer tieferen Stelle, nur um sofort wieder heraus gezogen zu werden. Kinder sprangen wie die Verrückten durchs Wasser, überall wurden fleißig Fotos geschossen, dabei kam die Kamera dem warmen Nass nicht selten gefährlich nahe. Der perfekte Platz um Menschen zu beobachten, aber nicht zum Entspannen. Deshalb machten wir uns auf zu dem Bach oberhalb des Wasserfalls an dem wir schon auf dem Hinweg vorbeigekommen waren, hier schien die lokale Bevölkerung ihren Badespaß zu haben. Das nicht ohne Grund, viel ruhiger gelegen und höchstens alle zehn Meter zwei Menschen die gemeinsam in einer kleinen natürlichen Bucht sich ruhig unterhielten. Das Wasser war wärmer, dafür roch es auch intensiver und die Strömung wurde an manchen Stellen so intensiv, das ich meine Füße zum hinsetzen in den Kieselboden graben musste. Ein kleines Paradies an diesem sonnenbestrahlten Tag, der trotz allem immer noch mit seinem Mond am Himmel lockte.
Tiefenentspannt und jetzt auch ganz offiziell stinkend, machten wir uns auf den Rückweg zu unserer Wohnung. Die Dusche war wirklich nötig, aber ob wir den Gestank aus allen Ecken unseres Wohnmobils richtig rausbekommen, steht noch in den Sternen. Nach einem kläglichen Versuch sich noch ein bisschen hinzulegen und auszuruhen, machten wir uns also auf zu unserem nächsten Ziel: Pitigliano. Klingt jetzt vielleicht nicht nach allzu viel, aber die Aussicht war einfach grandios.
Die Häuser der Stadt standen direkt an der in die Tiefe stürzenden Felswand und verliefen nahtlos in sie über. Selbst im Stein konnte man ab und zu kleine Löcher erkennen, welche als Fenster dienten, dabei sah die Stadt von innen nicht ganz so spektakulär aus. Wieder eine sehr süße kleine Altstadt, aber das scheint Normalität in Italien zu sein und weil wir uns langsam an putzige Städtchen gewöhnt haben, machten wir uns ziemlich schnell wieder auf den Weg zu unserer nächsten Aussicht.
Die Civita in Bagnoregio ist wirklich von weitem schon ein Kunstwerk, wie sie mit ihren stolzen Mauern auf dem einzigen kleinen Berg inmitten der Täler steht. Die alten Gebäude tarnen sich chamäleongleich auf dem Stein, nur der Turm der Burg sticht in den Himmel und schreit seine Unzerstörbarkeit in die Welt hinaus.
Auf unserem Weg nach Sutri kamen wir an unglaublich vielen süßen Städtchen vorbei, doch leider ist unsere Zeit begrenzt. Dabei haben wir noch so viel vor.
Bis bald und Glück fällt jedem einfach zu, man muss es sich nicht verdienen.