Schmuggler
Liebes Reisetagebuch Montag, 19. Juli 2021 Der Wecker riss uns um 6:15 Uhr völlig aus dem Tiefschlaf. Schon lange nicht mehr mussten wir um diese Zeit aufstehen und seit wir...

Veröffentlicht: 22.07.2021





















Liebes Reisetagebuch
Mittwoch, 21. Juli 2021
Bereits während des Frühstücks regnete es. Doch der Regen hört in Hawaii bekanntlich ja wieder schnell auf und so auch dieser.
Mit Sandwiches ausgerüstet, hockten wir auf unsere Roller und nahmen den etwas längeren Weg auf uns. Bereits kurz nach der Abfahrt wurden wir das erste Mal nass. Glücklicherweise jedoch nur durch wenige Regentropfen.
Einen kurzen WC-Halt gab es dann beim Keālia Beach, worauf wir jedoch gleich wieder weiter düsten.
Den ganzen Weg durch fuhren wir auf dem „Pannenstreifen“, so wie es hier in Hawaii gehandhabt wird. Zwischenzeitlich sogar auf dem Veloweg, da Roller den Velos gleichgestellt sind.
Etwa 15 Kilometer vor unserem Ziel wurden wir dann doch noch etwas mehr nass. So, dass ich mir Scheibenwischer auf meiner Sonnenbrille wünschte und ein langärmeliges T-Shirt.
In Koloa, eine Ortschaft, welche wie passieren mussten, fuhren wir unabsichtlich einen Kreis. Durch den provisorischen Kreisel, welcher aufgrund einer Baustelle errichtet wurde, war mein Orientierungssinn kurz verwirrt. Schlussendlich erreichten wir dann doch noch den Shipwreck Beach in fast trockener Kleidung.
Da es bereits 13:00 Uhr gewesen ist, assen wir vor Trailbeginn unsere Sandwiches und mussten kurzerhand unter ein Dach flüchten, da es erneut wie aus Kübeln regnete. Dieses Mal wurden wir wenigstens nicht nass.
Der kurze Trail der Küste entlang gleicht einem Labyrinth. Jenste kleine Pfade, rechts, links und in der Mitte führten durch ein kleines Wäldchen. So kamen wir nicht mehr am gleichen Ort heraus, wie reingekommen. Die Aussicht war dem leiden Wetter entsprechend schön. Schöne Felsformationen, tobendes Wasser und rötlich schimmernde Berge im Hintergrund.
Wieder am Start zurück, bestaunten wir noch einige Minuten die Surfer auf den hohen Wellen und ich konnte sogar einige Wellengänge mit der Kamera festhalten. Man gehört schon nicht zu Hawaii, wenn man weder Bodyboarding noch Surfen als Freizeitaktivität betreibt. Von jung bis alt findet man an jedem Strand einige von beiden.
Weiter ging es an den Poi‘pu Strand, welcher nur einige wenige Minuten weiter westlich liegt. Da auch hier das Wetter nicht wirklich mitmachte, schauten wir uns nur kurz den Strand und die vielen Hühner an und machten uns dann auf den Heimweg.
Bereits in Maui habe ich gedacht hier seien viele Hühner, doch Kauai ist eine völlig andere Liga. Da flattert es nun wirklich überall rum. Wenigstens sind die Hühner und vor allem Hähne meistens schön farbig und schön anzusehen.
Auf dem Heimweg sahen wir überraschenderweise eine kleine Wildsau am Strassenrand und waren froh, mit dieser nicht kollidiert zu sein.
In etwa wieder an der gleichen Stelle wurden wir patschnass. Nun jedoch wirklich! Der Regen prasselte nur so auf uns nieder und fitzte seine Tropfen einem ins Gesicht, was ziemlich schmerzhaft war. Als endlich der erste Unterschlupf kam, mussten wir dort eine kurze Pause einlegen. Lustigerweise war dies vor dem Harleyshop. Ein ziemlich witziger Anblick: wir mit unseren süssen Rollern vor den mächtigen Harleys.
Der Wind trocknete unsere T-Shirts jedoch ziemlich schnell, nur noch die Hosen fühlten sich an, als wäre ich nicht mehr rechtzeitig zu einer Toilette gekommen…
Mit einem in der Zwischenzeit voll getankten Scooter und erneuter nasser Kleidung, kamen wir verfroren in unserem Zimmer an und freuten uns auf die warme Dusche und Kuscheldecke.
Am Abend waren wir so erschöpft und faul, dass wir beim Asiaten etwas Essen bestellten und holten.
Donnerstag, 22. Juli 2021
Kurz nach dem Regen am Morgen fuhren wir mit der Regenjacke im Gepäck los und steiften uns diese nur wenige Hundert Meter später bereits drüber. Dieses Mal regnete es jedoch nur kurz beziehungsweise nur einige wenige Tropfen. Trotzdem liess ich die Jacke an, da es bewölkt war und mit dem Fahrtwind relativ kühl.
In etwa eine Stunde später parkten wir unsere beiden Roller bei den Wailua Falls am Strassenrand. Heute waren wir viel schneller, als geplant, was natürlich zu unserem Vorteil ist.
Von oben sah der Wasserfall bereits schön und gigantisch aus, doch von unten wäre dies sicherlich noch viel schöner. So suchten wir einen Weg nach unten und fanden hinter den Leitplanken einen Eingang in den Wald.
Wie gefühlt jeder Wanderweg in Hawaii, war auch dieser eine reine Rutschpartie und nichts für schwache Nerven. An einem dünnen Seil mussten wir uns den Berg hinunterhangeln und aufpassen, keinen Spagat auf dem Matsch hinzulegen.
Vor uns war eine Gruppe, welche bereits von Kopf bis Fuss voller Schlamm waren. Da konnten wir uns mit den kleinen Drecksspuren an den Beinen und hauptsächlich Händen noch glücklich schätzen. Vielleicht half uns die monatelange Erfahrung was solche Trails anbelangt doch auch ein wenig.
Als wäre dieser Weg nicht schon genug mühsam gewesen, plagten mich auch noch zig Mücken, welche Gefallen an meinen Beinen hatten. Beim Wasser angekommen waren meine Beine von Stichen übersäht.
Wie vorhergesehen, war der Wasserfall von unten noch viel imposanter. Richtig lässig zuzusehen, wie das Wasser vom Berg hinunterfällt und mit dem Wind etwas verstäubt.
Für den Rückweg nahmen wir einen anderen Weg, da dieser, im Vergleich zu unserem, human aussah. Die Personen, die von diesem Weg her kamen, waren nämlich kaum dreckig und verschwitzt.
Nur nach wenigen Minuten waren wir auch schon wieder an der Strasse oben, mussten zwar zuerst noch über einen zwei Meter hohen Zaun klettern, um tatsächlich angekommen zu sein. Aber ohne dreckigen Hände oder Beine schafften wir diesen Trail wieder hoch.
Kaum waren wir jedoch oben angekommen, begann es wieder zu regnen und wir packten unsere Jacken aus und putzten den Sitz. So fuhren wir einmal mehr im Regen Richtung Princeville (nach Hause).
In Kapa'a machten wir beim Taco Bell einen Mittagshalt und bestellten uns etwas. Die Tacos waren gut aber eben doch Fastfood und somit wurde man nicht wirklich satt davon.
Nach der kurzen Pause fuhren wir auf direktem Weg nach Hause. Je näher wir an Princeville kamen, desto kälter wurde es. Bis ich sogar schon etwas fror und mich bereits wieder auf die warme Dusche freute.
