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12'236 km / 117d / -12h

Grand Canyon 2.0

Liebes Reisetagebuch 

Freitag, 23. Juli 2021

Ach herrjeh dieses Wetter macht einen ganz anders. Wie soll man da die letzten beiden Wochen mit Roller in Hawaii geniessen, wenn es einfach nonstop regnet?

Heute war der Tunnels Beach auf dem Plan, doch mit solchem Wetter auch nicht lustig. Trotzdem machten wir uns gegen 11:00 Uhr auf den Weg, als es für einige Minuten aufhörte zu regnen. Keine fünf Minuten gefahren, wurden wir auch schon wieder von Strassenarbeiten aufgehalten und mussten umkehren. Die Strasse ist nämlich nur zu bestimmten Zeiten befahrbar und natürlich genau nicht um 11:00 Uhr.

So kehrten wir zurück und versuchten unser Glück am Pool. Für einige Minuten drückte die Sonne dann trotzdem noch, bevor sie von den Wolken wieder verdrängt wurde. Gegen Mittag kehrten wir anschliessend genau vor dem grossen Regen zurück und assen etwas. Auch am Nachmittag wurde es nicht besser und so beschlossen wir, für den Sonnenuntergang an den Tunnels Beach zu gehen.

Den Nachmittag verbrachten wir mit Frustessen vor dem Fernseher. Als es dann Zeit gewesen wäre, um zu gehen, gingen wir trotzdem nicht. Wie soll es schliesslich einen Sonnenuntergang ohne Sonne geben?!

So verbrachten wir den Abend mit Badminton und Kunstturnen am Laptop.

Samstag, 24. Juli 2021

Kurz vor dem Wecker (7:15 Uhr) erwachte ich und machte mich für den heutigen Tag bereit. Eine lange Rollerfahrt steht uns bevor.

Bereits mit einer knappen halben Stunde Verspätung fuhren wir um halb neun ohne Regen los. Das Wetter hielt bis nach Lihue, anschliessend regnete es einmal mehr wie verrückt. Langsam spürte ich wie sich das Wasser auf dem Sattel verbreitete und meine Hosen immer mehr durchnässten. Ich spürte bereits wie meine Unterhosen ebenfalls pflutsch nass wurden.

Während des ganzen Wegs summte ich „Oh du goldigs Sünneli“ und „Vom Aufgang der Sonne“ in der Hoffnung, dass mich die Sonne erhört. Leider nein.

Mittlerweile spürte ich sogar einige kalte Tropfen auf meinem Oberkörper, welche durch die Regenjacke drangen.

In Waimea angekommen wurde es etwas besseres Wetter. Doch bei der Suche nach einem WC im Einkaufszentrum, fing es gleich nochmals an zu regnen und meine Regenjacke, welche ich vorübergehend auf den Boden zum Trocknen legte, wurde gleich wieder nass. Weiter fuhren wir durch Waimea und wurden von einer warmen Brise und einigen Sonnenstrahlen begrüsst. Diese Wärme fühlte sich so gut und angenehm an, sodass man gar nicht mehr dort raus wollte.

Schlussendlich auf der Strasse, welche in den Canyon führt angelangt, machte das Wetter wieder etwas mehr zu. Einige Tropfen vielen, die Sonne drückte wieder und die Wolken kamen.

Unser erster Halt war beim Red Dirt Waterfall, welches wohl eher einem Bach gleicht. Der Anblick war jedoch wunderschön, da das Wasser in Mitten von roten Steinen seinen Weg sucht. Es sah beinahe künstlich und wie ein Gemälde aus.

Weiter kamen wir an einen Aussichtspunkt, bei welchem wir pro Fahrzeug Eintritt zahlen mussten. Auch wenn wir mit zwei Rollern unterwegs sind und keinen Parkplatz klauen oder der gleichen. Dies hat uns für einen Moment geärgert, da es so nämlich teurer kam, als wenn wir einfach mit einem Auto dort hätten Eintritt gezahlt. Die Dame fragte dann noch doof, ob wir zusammen auf dem Scooter waren. Logischerweise nicht, da dies in Hawaii nicht erlaubt ist.

Die Aussicht war jedoch wunderschön. Sicht in den Canyon hinein, welcher übrigens Grand Canyon von Hawaii genannt wird. Meiner Meinung nach war dieser sogar noch schöner, da er in vielen verschiedenen Farben schimmerte und hin und wieder sogar ein Wasserfall hervorblitzte.

Nach unserer Mittagspause fuhren wir bis ans Ende der Strasse und begaben uns ein letztes Mal auf eine Kurzwanderung. Sie führte uns etwas weiter nach unten zu einer Aussicht über die Na Pali Küste. Wie schön diese von unten sein muss, wenn sie bereits von dort oben schon atemberaubend schön war, dachte ich mir dabei. Die Aussicht kompensierte sogar meinen kleinen Sturz auf dem Runterweg. Doch mit etwas Glück ist weder mir noch meiner Kamera etwas geschehen, welche dabei jedoch ziemlich gefährlich lebte.

Nachdem ich mich auf der Toilette anschliessend wieder sauber machte, fuhren wir Richtung Princeville nach Hause. An der Hauptstrasse angekommen, fühlten wir uns, als kämen wir nicht vom Fleck. Es windete nämlich richtig stark, sodass ich einige Male den Lenker dagegensteuern musste und aufpassen, dass ich nicht davonfliege.

Der Regen blieb uns erspart, bis kurz vor Lihue, wo es zu unseren Gunsten nur für ca. eine Minute regnete. In Lihue selber angekommen, machten wir einen kurzen Halt im Walmart und rollten auch schon wieder weiter.

Erst als wir in Princeville ankamen, begann es erneut zu regnen. Doch wir konnten uns rechtzeitig in der Wohnung verkriechen, duschen und aufwärmen.

Mein Handy leuchtete auf, eine Nachricht von Dwayne. Er fragte, wie es uns girls gehe und ob wir klar kämen. Als wir ihm antworteten, uns gehe es gut, nur etwas Pech mit dem Wetter während dem Rollerfahren, lachte er uns promt aus. Wir freuten uns trotzdem riesig über seine Nachfrage. 

So geht ein Tag mit viel Regen, Sonne, Insekten und sechs Stunden Fahrt zu Ende. 

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