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12'236 km / 117d / -12h

No pain no gain

Liebes Reisetagebuch

Freitag, 16. April 2021

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag flog die Schwester von Debbie zusammen mit ihren beiden Kindern, Grace und Hope von Big Island aufgrund des verschlechterten Gesundheitszustands von Grandma ein. Somit haben wir Full-House bei der Familie Lee. Die beiden Kinder schliefen sogar auf der Couch im Wohnzimmer. Da Chantal und ich bereits um 6:30 Uhr frühstücken, haben wir alles in mein Zimmer transportiert, um die beiden nicht zu wecken. 

In der Schule angekommen, stieg kurz darauf der Strom aus und durch einen Lautsprecher im Schulzimmer wurde uns mitgeteilt, dass es einen Stromausfall allmählich im gesamten Waikiki Vorort ist. Nach einer Weile wieder die Stimme, welche uns mitteilte, dass nur noch Lift Nr. 1 funktioniere. Langsam aber sicher merkte man, wie es immer wärmer und wärmer wird in unserem Zimmer. Trotzdem war es noch angenehm, da es sonst nämlich eher etwas zu kalt ist. Dutzende Minuten später wurde es wieder hell und der Strom war zurück. Diverse weitere Minuten sind verstrichen und der charmante Mann vom Lautsprecher teilte uns mit, dass der Strom wieder zurück ist und wir unsere Tätigkeiten wieder aufnehmen können. Ach was, hätte ich jetzt nicht gedacht... Wie nett ;)

Da Vanessa heute ihren letzten Schultag hat, sind wir alle zusammen Sushi essen gegangen. Wie immer war es sehr fein. Anschliessend trafen wir uns mit ein paar Mädels von der Schule vor dem Surfladen. Wir versuchten es mit surfen. Das erste Mal für mich und ich weiss nicht so recht, was ich davon halten soll. Wer mich kennt, weiss, dass Wasser und ich keine wirklich gute Kombination ist. Dazu kommt noch das Salzwasser mit den Linsen. Ebenfalls keine gute Kombination aber wer weiss, vielleicht funktioniert es gar nicht mal so schlecht und alle meine Zweifel verfliegen in null Komma nichts.

Endlich genügend weit draussen, hatte ich bereits das erste Mal das Gefühl, meine Arme bald abfallen zu sehen. Schon ziemlich anstrengend, das ständige Paddeln. Nach ein, zwei Wellen konnte ich bereits mein wo mögliches Talent unter Beweis stellen. Die erste Welle funktionierte noch nicht ganz, wie ich mir das gewünscht hätte. Aber ich meine es ist mein erstes Mal auf dem Surfbrett und auf der Welle. Bei der nächst möglichen Welle blieb ich vorsichtshalber auf dem Brett liegen und ich wurde gefühlt unendlich lang mit der Welle mitgenommen. Das Gefühl, welches man dabei verspürt ist einmalig. Mit einer Leichtigkeit und Leere im Körper lässt sich das Gefühl wohl am besten beschreiben. Anschliessend wollten mich die Wellen jedoch nicht mehr so wirklich mitreissen. Auch hatte ich das Gefühl beim Paddeln kaum mehr vom Fleck zu kommen. So beendete ich meine erste Surfsession nach knapp zwei Stunden wieder. Es wird jedoch bestimmt nicht meine Letzte gewesen sein. Es lief mit dem Wasser und all meinen Zweifeln nämlich besser, als ich mir im Vorhinein ausgemalt habe. Das einzige Problem ist wohl nur meine kleine Seekrankheit, welche ich nur schon auf dem Surfbrett nach dieser Zeit gespürt habe. Als ich wieder Land unter meinen Füssen hatte, war ich schon ziemlich froh und erlöst. 

Nun schmerzen mir jedoch die Hüftknochen, die obersten Rippen und die Sitzbeinhöcker. Nur der Muskelkater in den Armen blieb mir erspart. 

Samstag, 17. April 2021

Heute klingelte mein Wecker bereits um 4:30 Uhr. Uff war das früh, jedoch freute ich mich riesig auf das geplante Vorhaben. Wir wollten nämlich den Koko-Head bezwingen. Dieser befindet sich ja gleich bei uns um die Ecke. Tony war so lieb und fuhr uns daraufhin zum Start des Trails. Im Dunkeln und mit Taschenlampen ausgerüstet, begaben wir uns also auf den Weg und staunten nicht schlecht, als wir bereits nach kurzer Zeit bereits ein wenig ausser Atem waren. Der Weg auf den "Hügel" war nämlich mit vorgegebenen Bahnschienentritten versehen und somit extrem anstrengend, da man sich seine Schrittgrösse nicht selber aussuchen kann. Zum Teil waren die Tritte riesig und erinnerte einem fast an einen Kletterausflug. An einem Teil des Weges mussten wir über eine Art Brücke ohne Geländer über die Tritte balancieren, was schon ziemlich halsbrecherisch war.
Mittlerweile fing es ein wenig an zu nieseln, was die Holztritte durch die Nässe  nur noch gefährlicher machten. 

Am Schluss wurde es noch einmal richtig intensiv und vor allem steil. Oben angekommen, kurz vor 6:00 Uhr, nach ca. 45min, froren wir uns  regelrecht den Hintern ab. Durch den Nieselregen, unserem Schweiss und dem Wind, war es ziemlich kalt. Leider ging unser Plan jedoch nicht vollständig auf und wir sahen den Sonnenaufgang nicht so schön, wie gewünscht, da es ziemlich bewölkt war. Trotzdem warteten wir oben noch etwas und die Aussicht verbesserte sich etwas. 

Der Aufgang war ja schon mühsam aber der Abgang noch viel mehr. Zum Glück konnten wir diesen bei Tageslicht machen. Und ebenfalls zum Glück waren wir bereits so früh unterwegs, denn jetzt wimmelte es fast von Menschen auf dem schmalen Weg. Viele waren jedoch mit Werkzeug oder Kies in den Händen ausgerüstet. All diese Volunteers halfen damit, den Weg aufrecht zu erhalten. Müde und gesund unten angekommen, holte uns Tony netterweise wieder ab. 

Zuhause angekommen, sahen wir Lehua zu, wie sie einen Blumenkranz flocht. Zusätzlich wurde sie noch beauftragt, eine Lei zu basteln. Dabei durften wir ihr helfen und haben somit unsere erste Lei gemacht.
Sie meinte jedoch, dass sie uns auch noch beibringen wird, wie man einen solchen schönen Blumenkranz erstellt. Ich freue mich schon jetzt darauf!

Um uns etwas zu erholen, genossen wir den Nachmittag am Strand und sonnten uns ein wenig um darauf hin noch einmal einen doppelten Sprint zum Bus hinzulegen... Zuerst rannten wir zur Bushaltestelle, weil der Bus bereits vermeintlich 6min zu früh dort war und anschliessend bei der nächsten Haltestelle wieder zurück, da wir den Bus in die falsche Richtung erwischten. Nun gibt es jedoch ein feines Abendessen als Belohnung ;)


Kommentare

Gabi
Ich gseh scho dass du mini Empfehlige Ernscht nimmsch.

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