Korsika 2024
Samstag, 01. Juni 2024 Wir sind mal wieder auf Tour. Nach einer abenteuerlichen Segelwoche für Hans-Werner auf Sardinien und einer erlebnisreichen Urlaubswoche für Rotraut mit...


Veröffentlicht: 25.02.2025

































































































































































































Montag, 10. März 2025
Unser Flug sollte heute Nachmittag um 13:55 in Frankfurt starten. Den Zug hatten wir um 6:12 Uhr gebucht. Aufgrund des Streiks wurde der Flug auf Dienstag 11:55 Uhr verschoben. Da wir somit noch zwei Stunden früher einen Zug nehmen müssten buchen wir uns ein Zimmer im Steigenberger Airport Hotel und fahren um 14:00 Uhr los. Die Abfahrt ist pünktlich, aber der Zug endet am Frankfurter Hauptbahnhof wegen Personen im Gleis. Wir nehmen die S-Bahn, die Haltestelle Gateway Gardens ist nahe dem Hotel, das wir dann zu Fuß erreichen. Zu Hotel gehört ein altes Forsthaus, dass zu einem gemütlichen Restaurant mit Holzschindeldecke ausgebaut ist, wo wir lecker Essen gehen.
Dienstag 11. / Mittwoch 12. März 2025
Um 8:00 Uhr geht es mit dem Shuttle Bus zum Terminal 2. Das Einchecken geht problemlos, ebenso die Sicherheitskontrolle. Unser Flugzeug, ein Boeing 787-9 Dreamliner steht bereits seit gestern bereit.
Nach einem ruhigen Flug von 10 Stunden und 44 Minuten erreichen wir um 4:24 Uhr Ortszeit Hanoi. Nachdem wir das Gepäck abgeholt haben, gehen wir Geld tauschen und fühlen uns plötzlich richtig reich, wir haben über 8 Millionen Dong in der Tasche. Dann besorgen wir für jedes Handy eine SIM-Karte. Danach geht es mit dem Bus zum Army Hotel in Hanoi´s Altstadt. Um 9 Uhr verabreden wir und mit Nancy und Fred zum Frühstück, die Wiedersehensfreude ist groß.
Das Wetter ist durchwachsen, in der Nacht hatte es geregnet und die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch. Die 21 Grad am Morgen steigen rasch auf 27 Grad an.
Dann geht es auch schon los, wir haben einen Tag aufzuholen. Wir vier haben einen eigenen Kleinbus, einen Ford Transit, für uns allein, unser Fahrer heißt Doung, unser Reiseführer June. Das Hotel liegt am Rand der Altstadt. Auf dem Weg ins Zentrum stoppen wir kurz an der Tran Quoc-Pagode, einem historischen buddhistischen Tempel. Die meisten Vietnamesen sind Buddhisten, wie wir von June erfahren. Wir werden im Zentrum abgesetzt und laufen durch die Straßen. Die Straßennamen in der Altstadt fangen alle mit Hang an, danach kommt die Bezeichnung des Gewerbes, das dort ausgeführt wurde und zum Teil noch wird. Das Gehen erweist sich als schwierig, die Gehwege sind vollgestellt mit den Waren der Läden oder mit Mopeds und Motorrollern. Wir müssen auf die Straße ausweichen und diese mit Hunderten von Mopeds teilen. Verkehrsregeln werden grundsätzlich nicht beachtet und alle sind permanent am Hupen, wie wir später lernen um auf sich aufmerksam zu machen. Mittendrin der Buddhistische Tempel Bachma mit schönen bunten Drachen.
Nach einer kurzen Kaffeepause holt uns unser Bus ab und bringt uns zum großen Landesvater oder besser zu dem was ihm gewidmet wurde. Wir fahren am Ho Chi Minh Museum vorbei zu seinen Mausoleum, das von Russland erbaut wurde in dem typischen kantigen monumentalen Stil. Das Haus in dem er die meiste Zeit gelebt hat liegt an einem kleinen See und ist sehr einfach ausgestattet. Die letzten Jahre hat er auf der gegenüber liegenden Seite des Sees in einem Stelzenhaus gelebt, dort ist er auch gestorben. Danach geht es zum Literaturtempel, er ist der bedeutendste in Vietnam. Er ist die erste Nationalakademie mit einem Anlagenkomplex von 4 begrünten Innenhöfen. Hier wurden über 800 Jahre, bis ins Jahr 1915, die Söhne der Mandarine und verschiedene Hochbegabte der bürgerlichen Aristokratie unterrichtet.
Die letzte Station heute ist das Wasserpuppentheater, wo wir eine Vorstellung besuchen.
Abgeschlossen wird der Tag mit einem Dinner in einem traditionellen vietnamesischem Restaurant, wo wir mit einer Fülle von Speisen verwöhnt werden.
Donnerstag 13. März 2025
Heute verlassen wir Hanoi bereits und fahren nach Mai Hich, welches in der Gegend von Mai Chau liegt. Für die Strecke von 140 km benötigen wir 3 Stunden, allein 1 Stunde um aus Hanoi rauszukommen. Danach ist flaches Farmland bevor es in die Berge geht. Bis Mittag haben wir immer mal wieder Regen, erst danach wird es sonnig und warm. Unterwegs halten wir öfters kurz an um einige Eindrücke auf Fotos festzuhalten. Mittagessen ist für uns in einem kleinen Homestay bestellt, so nennt man hier die kleinen Pensionen und Ferienwohnungen, die privat geführt sind. Das Essen ist sehr vielfältig und lecker, ganz frisch zubereitet. Die Menschen sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Die Reisfelder sind gerade neu bepflanzt worden und wir können uns nicht satt sehen an der Anlage der Felder und dem frischen Grün. Danach geht es weiter in Richtung unserer nächsten Unterkunft. Bei einem Stopp an einer touristischen Attraktion können wir an einem Bambus-Tanz teilnehmen, das ist sehr lustig. Die letzten 1,5 km entscheiden wir zu Fuß zu gehen, um etwas mehr von dem ländlichen Vietnam, der Natur und den Menschen in den kleinen Ortschaften zu sehen. Hier leben sie in kleinen Häusern auf Stelzen mit vielen Tieren und versorgen sich selbst. Das überwiegende tägliche Leben spielt sich im Freien, d. h. im Erdgeschoss ab, darüber gibt es dann die geschlossenen Räume, die als Schlafräume genutzt werden. Unser gebuchtes Homestay ist ein kleines separates Haus. Abendessen bekommen wir in einem anderen Stelzenhaus serviert. Hier können wir auch einen typischen Kräuterschnaps der Region probieren. Zum Abschluss laufen wir ein paar Häuser weiter zu einer Tanzperformance. Uns wird ein traditioneller Tanz aus der Region Nordvietnams von einer Gruppe junger Thai-Mädchen- und Jungen präsentiert. Was für ein gelungener Abend.
Freitag, 14. März 2025
Heute reisen wir von der Region Mai Chau nach Van Long, welches in einem Naturreservat liegt. Die Fahrtzeit beträgt etwa 3 Stunden. Doch wir brauchen deutlich länger, weil wir auf dem Weg dorthin erstmal eine Bambusfabrik besichtigen. Hier werden Chopsticks aus Bambus auf mittelalterlichen Maschinen in einer unglaublichen Lautstärke produziert. Danach werden die zugeschnittenen Stäbchen in einer Art Holz-Ofen getrocknet. Die Luft ist sehr rauchig, so dass wir schleunigst weiterfahren. Unser nächster Stopp in ein wunderschönes Cafe mit Blick auf die terrassenförmig angelegten Reisfelder. Als nächstes Highlight hat unser Reiseführer eine Bambusbrücke für uns auf dem Plan. Diese Brücke zu überqueren fordert uns etwas heraus. Doch wir werden mit dem Blick auf Wasserräder, die komplett aus Bambus gebaut sind und zur Bewässerung der Reisfelder dienen, belohnt. Nun steht uns noch eine längere Fahrt bis zum nächsten Hotel, dem Van Long Green Hotel, bevor. Hier angekommen werden wir gleich mit dem nächsten Programm konfrontiert. Es geht auf ein keines Bambus-Ruderboot auf den nahegelegenen See im Van Long Naturreservat hinaus um eine seltene Art von Delacour-Schwarzlanguren, eine spezielle Affenart, die nur hier vorkommt, zu sehen. Leider wollen die Affen uns nicht sehen. Wir werden gerudert und können die einzigartige Karstlandschaft, die Stille und die seltene Vogelwelt bewundern.
Mit leckerem Essen vom Grill und einigen Gläsern Reiswein lassen wir den Abend ausklingen.
Samstag, 15. März 2025
Wir müssen früh aufstehen, da wir zum Mittagessen bereits in der Ha Long Bucht sein wollen und wir dafür mindestens 4 Stunden benötigen. Kurz vor dem Hafen besuchen wir noch Octrai Legend Pearl, wo uns gezeigt wird, wie Perlen gezüchtet werden. Wir können live miterleben wie den lebenden Austern die Zellen eingepflanzt werden, die dann nach 1 bis 5 Jahren zu echten Perlen heranwachsen. Je länger gewartet wird desto größer wird die Perle. Die Erfolgsquote liegt bei ca. 30 %. Danach geht es zum Hafen. Mit einem Tenderschiff fahren wir ca. 40 Minuten zu unserem Hotelschiff, dass draußen in der Bucht liegt. Leider ist aus dem bisher unbeständigem Wetter nun richtig schlechtes geworden, es regnet und ist total nebelig, sodass wir wenig sehen können.
In der Ha Long Bucht befinden sich fast 2.000 Inseln, die meisten davon tragen keinen Namen. Sie wirken im Nebel mysteriös. Unsere geplante Bootstour für den Nachmittag wird wegen Nebel abgesagt. Uns bleibt nichts anderes übrig als uns an der Happy Hour zu erfreuen. Zwischendurch gibt es noch eine kleine Lektion, wie man frische Frühlingsrollen in Reispapier herstellt, sehr lecker. Am Abend werden wir mit einem fürstlichen Menü verwöhnt. Auch wird ein Kräuterfußbad von der Crew angeboten sowie eine kleine Fashion-Show mit den landesüblichen Trachten. Bei Einbruch der Dunkelheit klart das Wetter auf und der Nebel verschwindet.
Sonntag, 16. März 2025
Nach einer sehr ruhigen Nacht wird am frühen Morgen schon Thai Chi angeboten, wovon wir jedoch nicht Gebrauch machen. Die nicht stattgefundene Bootstour wird auf heute Morgen verlegt.
Hans-Werner ist sehr früh mit dabei und genießt die Tour. Wir werden mit dem Tenderboot zu einem Anlegesteg in einer Bucht gebracht. Dort steigen wir um in kleine Ruderboote und werden zu einer offenen Felsenhöhle gerudert. Die Durchgangshöhle ist 100 m lang und sehr niedrig. Danach gelangt man in einen kleinen See mit türkisfarbenen Wasser. Auf der Rückfahrt fängt es an zu regnen und wir bekommen alle einen typischen vietnamesischen Hut als Regenschutz, was zur allgemeinen Belustigung beiträgt.
Nach einem späten Frühstück/Lunch geht es mit dem Tenderboot wieder zurück zum Hafen. Unser Bus holt uns ab und bringt uns zurück nach Hanoi. Da wir noch etwas Zeit haben, bevor wir den Nachtzug besteigen, gehen wir zum French Quarter in der Altstadt. Was für ein Unterschied, Sonntags sind die Straßen rund um den Ho Hoan Kiem See für Fahrzeuge gesperrt, keine Mopeds, kein Lärm, keine Abgase, dafür Verkaufsstände und Künstler und ganz viele entspannt flanierende Menschen. Wir umrunden, sehr zur Verwirrung unseres Reisführers June, zweimal den See, bevor wir im Viet Restaurant im siebten Stock mit Ausblick über die Stadt zum Dinner gehen. Danach holt uns unser Fahrer ab und bringt uns zum Bahnhof. Hier verabschieden wir uns von Duong und June.
Um 19.40 Uhr fährt dann unser Nachtzug nach Hue ab. Die Fahrt dorthin dauert fast 13 Stunden, was uns bei 635 km schon wundert. Das Schienennetzt ist sehr schlecht, der Zug fährt maximal 60 km/h und rumpelt uns ziemlich durch. Die Schlafkabinen sind sehr klein. Wir gehen in den Speisewagen und verbringen den Abend mit Kartenspielen und gönnen uns das ein oder andere Bierchen, dass hier sehr gut schmeckt.
Montag, 17. März 2025
Nach unserer ersten Nacht überhaupt in einem Nachtzug fühlen wir uns am Morgen relativ frisch, nehmen unser Frühstückspaket und setzen uns in den Speisewagen, wo wir einen frischen Kaffee bekommen. Gegen 10.00 Uhr erreichen wir Hue. Hier erwartet uns bereits unsere Reiseführerin, eine niedliche kleine Vietnamesin, die uns sagt, wir sollen sie Rosi nennen, da ihr eigentlicher Name Nghia für uns nur schwierig auszusprechen ist. Sie ist sehr nett und bringt uns erstmal in einem Kleinbus mit dem dazugehörigen Fahrer, der Tuom heißt, in unser Hotel, wo uns ein ausgesprochen vielfältiges Frühstück erwartet.
Dann geht es zur Zitadelle, dem ehemaligen Kaiserpalast. Sie ist umgeben von einer 10 km langen Mauer. Der prächtigste Teil ist der Kaiserpalast, die sogenannte Verbotene Stadt. Rosi erklärt uns die letzte Dynastie Nguyen und die dazu gehörigen Kaiser, die von 1802 bis 1945 dort gelebt haben. Die Vietnamesen verehren noch heute ihre Kaiser der letzten Dynastie, unsere Rosi vor allen den 2. Kaiser Minh Mang. Er hatte eine Hauptfrau, mit der er verheiratet war und ca. 500 Konkubinen mit denen er 142 Kinder hatte, die alle im Kaiserpalast gelebt haben. Immer wieder sehen wir sehr traditionell gekleidete Frauen, als ob sie ein Kostüm tragen. Wir fragen nach und uns wird erklärt, dass diese Frauen es genießen, wie eine Prinzessin in der Zitadelle zu flanieren und sich fotografieren zu lassen. Was Rotraut dazu inspiriert, es auch zu probieren. Ho Chi Minh verlegte dann den Regierungssitz nach Hanoi.
Am Nachmittag besuchen wir noch den großen Markt in Hue, bevor wir im Hotel einchecken und uns etwas Ruhe gönnen. Zu Abend essen wir in einem guten vietnamesischen Restaurant und genießen noch ein Bier an einer belebten Kreuzung, wo wir die vorbeigehenden Leute beobachten können.
Dienstag, 18. März 2025
Heute geht es zum Mausoleum des 2. Kaisers der Nguyen Dynastie Minh Mang. Dazu fahren wir ein paar Kilometer den Parfümfluss hoch, bis er sich in seine beiden Quellflüsse Song Huu Trach und Song Ta Trach teilt. Dort hat der Kaiser in 14-jähriger Bauzeit mit 10.000 Arbeitern zu seinen Lebzeiten sein Mausoleum erbauen lassen. Das Haupttor besteht aus drei Toren, das mittlere wurde nur einmal geöffnet, als der tote Kaiser durchgetragen wurde. Seitdem (1841) soll es nie wieder geöffnet worden sein. Wir gelangen durch mehrere Gebäude und verschiedene Treppen zu einer schlichten runden Mauer mit einer Länge von 285 m. Innerhalb dieser Mauer wurde er beerdigt, niemand weiß wo. Der Zugang zum Inneren wird nur einmal im Jahr zum Todestag geöffnet.
Anschließend fahren wir zu einem kleinen Gewerbebetrieb, in dem Räucherkerzen hergestellt werden. Rotraut darf ein paar davon selbst rollen, was gar nicht so einfach ist. Der Räucherbestandteil besteht aus gemahlenem Holz das mit unterschiedlichen Kräuter und Düften vermischt und mit Wasser zu einer breiigen Masse wird, diese Masse wird dann mit einer speziellen Technik um das Stäbchen gewickelt.
Das nächste Ziel ist die Chuan Thien Mu Pagode, auch "Pagode der alten Himmelsgöttin" genannt, ein Buddhistischer Tempel, der etwas oberhalb des Parfüm Flusses liegt. Mit ihrem sieben stöckigen Turm ist sie die höchste Pagode in Vietnam. Von hier aus ist es nur ein kurzer Weg bis zum Fluss. Dort erwartet uns ein Drachenboot auf dem wir ein Mittagessen serviert bekommen. Das Essen wird unter einfachsten Bedingungen auf dem Boot gekocht und ist ausgesprochen lecker. Nach dem Essen fährt uns das Boot zu einem Anleger hinter der Cau Truong Tien Brücke, wo 5 Fahrrad Rikschas warten, die uns zum Hotel zurück bringen. Trotz des vielen Regens heute, haben wir den Tag sehr genossen.
Mittwoch, 19. März 2025
Nach dem Frühstück fahren wir nach Da Nang. Für die ca. 100 km benötigen wir ca. 2,5 Stunden. Den größten Teil der Strecke fahren wir aus einer gut ausgebauten Straße. Die verlassen wir um über den fast 500 m hohen Hai Van Quan Pass zu fahren. Oben befindet sich eine Festung, die vom ersten Kaiser ab 1804 gebaut wurde, das Hai Van Gate. Es hat aufgehört zu regnen, hier oben ist es jedoch sehr windig und kalt.
In Da Nang angekommen besuchen wir das Museum of Cham Sculptures. Die Cham lebten in Zentral Vietnam als separates Königreich mit eigener Kultur und waren Hinduisten. Im Verlauf mehrerer Kriege wurden sie von dort vertrieben. Heute lebt noch eine kleine Gruppe im Sünden von Vietnam. Bezeichnend für die Religion sind vielfältige Figuren, die aus Sandstein graviert wurden. Über 300 dieser Skulpturen sind in dem Museum ausgestellt. Rosi begleitet uns durch die Ausstellung und wir sind begeistert über ihr enormes Wissen.
Nach dem Verlassen des Museums fahren wir über die Drachenbrücke Cau Rong, die den Han River überspannt weiter nach Hoi An, unserem heutigen Ziel. Noch vor dem Einchecken im Hotel fährt uns unser Fahrer in die Altstadt, wo wir einen ersten Eindruck gewinnen können. Hoi An ist eine wuselige, geschäftige Stadt, die mit tausenden von Laternen geschmückt ist. Wir besuchen ein Seidengeschäft und bekommen die Herstellung von Seide aus der Seidenraupe erklärt. Die Seidenraupen werden gefüttert, bis sie einen Cocon bilden, aus dem dann die Seide gewonnen wird. Diese Geschäft ist die älteste Schneiderei in Hoi An, hier kann man sich maßgeschneiderte Kleidung anfertigen lassen.
Zum Abendessen finden wir ein tolles Restaurant, das auf der Altstadt Insel im Thu Bon River liegt mit dem Namen Morning Glory Restaurant. Dazu überqueren wir eine bunt beleuchtete Brücke, unter uns viele Boote mit Laternen geschmückt, die Touristen auf dem Fluss hin und her fahren. Nach dem Essen gehen wir über den Nachtmarkt und durch die Gassen. Nach einem Absacker in einer Bar nahe dem Flussufer geht es zurück zum Hotel.
Donnerstag, 20. März 2025
Wir werden heute Morgen gegen 9.00 Uhr von unserer Reiseleiterin abgeholt. Auf dem Programm steht ein Stadtrundgang. Zuerst geht es mit einem kleinen Elektroauto in die Stadt. Wir starten unseren an der Markthalle. Um die Markthalle rum sind sehr viele unterschiedliche Stände aufgebaut. Hier wird wirklich alles angeboten, von frischem Fisch, über Fleisch, Obst, Gemüse, Gewürze, fertig gekochte Speisen und sogar ausgenommene Frösche zur Zubereitung zu Hause. Alles ist so ungewohnt zu unseren Märkten. Sehr beeindruckt ziehen wir weiter zu einem der ältesten Handelshäuer der Stadt, in diesem Haus leben noch heute die Bewohner in der 7. Generation. Den unteren Bereich haben sie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Wir bekommen einen bemerkenswerten Eindruck über die Lage des Hause, auf der einen Seite an der Hauptstraße gelegen, auf der Rückseite zum Fluss. Da der Thu Bon River immer wieder über die Ufer tritt, ist das Erdgeschoss oft überflutet. Die angebrachten Markierungen zeigen sehr gut, wie oft und wie hoch das Wasser angestiegen ist. Von hier aus geht es dann weiter in ein kleines lokales Theater mit einer Aufführung von verschiedenen Tänzen der unterschiedlichen Ethnischen Gruppen in dieser Region. Es folgt noch die Besichtigung eines Tempels und der Japanischen Brücke. Dann brauchen wir unbedingt eine Kaffeepause. Frisch gestärkt schlendern wir durch die kleinen Gassen und Läden. Am Nachmittag gönnen wir uns eine kleine Pause im Hotel.
Freitag, 21. März 2025
Der Wecker klingelt um 5:15 Uhr, deutlich zu früh. Um 5:45 wartet bereits der Bus und bringt uns zum Flughafen nach Da Nang. Der Flughafen ist völlig überfüllt, wir brauchen sehr lange zum Einchecken und um durch die Sicherheitskontrolle zu kommen und erreichen den Flieger nach Saigon in letzter Minute. Temperatur beim Abflug in Da Nang 20 Grad, bei Ankunft in Saigon 33 Grad. Wir wechseln noch am Flughafen unsere Kleidung.
Danach geht es mit dem Bus und unserem neuen Reiseführer Leo für uns zu den Tunneln von Cu Chin. Für die knapp 60 km benötigen wir 1,5 Stunden. Zwischendurch halten wir für ein ausgiebiges Mittagessen. Es ist erstaunlich und für uns ungewöhnlich welch eine Fülle Essen bei jeder Mahlzeit auf den Tisch gestellt wird.
Die Tunnel von Cu Chin sind eine 250 km lange Tunnelanlage der Vietkong im Krieg gegen die US-Truppen. Die Tunnel wurden in 3 Ebenen, auf 3 m, 6 m und 9m Tiefe angelegt, verfügten alle 10 m über Luftlöcher. Die Einstiegslöcher waren so getarnt, dass sie nicht zu finden waren. Da die Vietnamesen deutlich kleiner und zierlicher sind, waren auch die Einstieglöcher sehr klein und konnten von amerikanischen Soldaten nicht benutzt werden. Zusätzlich waren tausende von ausgeklügelten, unsichtbaren Fallen aufgebaut worden. Unsere vorherige Skepsis gegen den Besuch dieser Anlage war echtem Interesse gewichen und die Informationen von Leo waren wie gewohnt überaus gut und vielfältig. Wir konnten auch Teile der ersten Ebene begehen, was wir aber nur sehr eingeschränkt genutzt haben. Die Gänge sind sehr niedrig und eng, man kann sich nicht umdrehen und es ist sehr heiß dort unten.
Danach fahren wir zu unserem Hotel. Die Stadt heißt offiziell Ho Chi Minh City, die Einheimischen nennen sie aber nach wie vor Saigon und das machen wir auch. Für die Rückfahrt benötigen wir 3 Stunden, ein totales Verkehrschaos aus Mopeds, Motorrollern, Autos, Bussen und Lastwagen auf 3 bis 4 Fahrspuren pro Richtung. In Saigon gibt es über 11 Millionen Mopeds und Motorroller.
Für das Abendessen haben wir uns ein schönes Restaurant in der Nähe ausgesucht, trotzdem ist der Weg dahin abenteuerlich. Trotz Fußgängerampeln ist die Überquerung der breiten Straßen lebensgefährlich.
Samstag, 22. März 2025
Der heutige Tag ist in vielerlei Hinsicht etwas besonderes und birgt einige Überraschungen. Wir starten um 9 Uhr und fahren nach Vinh Long, einer Stadt im Mekong Delta. Der Mekong entspringt in Tibet, ist ca. 4.500 km lang und mündet im Mekong Delta südlich von Saigon ins Südchinesische Meer. Dabei durchfließt er sieben Länder und hat in jedem Land einen anderen Namen. Der international übernommene Name ist der Thailändische und bedeutet übersetzt "Große Mutter". Im Delta teilt sich der Mekong in zwei große und neun neue kleine Flüsse, wobei der eine große, den wir befahren, eher einem riesigen See gleicht, als einem Fluss. Einen Fluss in dieser Größe haben wir noch nicht gesehen.
An der Cai be boat station wechseln wir vom Bus auf ein Boot und überqueren den Mekong zu der, im Fluss liegenden Insel TanPhong. Wir gehen zu einem kleinen Restaurant wo uns verschiedene Früchte angebotene werden. Wir probieren Pomelo, Mango, Guave, Banane und Jackfrucht. Zum Trinken bestellen wir eine Kokosnuss, deren Saft sehr lecker schmeckt. Dabei bekommen wir heimische Folklore zu hören, mit den dazugehörenden, für uns zum Teil unbekannten, Instrumenten. Auf der Insel gibt es viele Gärten, vergleichbar mit unseren Schrebergärten, wobei jeder Garten 2.000 m² groß ist. Bewässert werden die Gärten über Kanäle, die alle mit dem Fluss verbunden sind. Am Fluss gibt es einen Tidenhub von 3 bis 5 m. Bei Flut läuft das Wasser in die Kanäle. Durch das viele Wasser und die hohen Temperaturen wächst hier alles im Überfluss.
Danach geht es weiter zu einem anderen, kleineren Kanal. Wir steigen in ein Sampan rowling boat und werden teilweise gerudert, teilweise mit Motor durch die dschungelartige Vegetation gefahren. Am Ende wartet das größere Boot wieder auf uns, mit dem wir den Mekong wieder auf die andere Seite überqueren und in einen weiteren Kanal einbiegen. Nach mehreren Kilometern gelangen wir zu einem kleinen lokalen Restaurant und bekommen ein überraschendes Mittagessen serviert zu deren Highlight ein Elefant Ear Fish gehört, da der Fisch wie ein Elefantenohr aussieht. Nach dem Essen fahren wir per Boot zu einer Kokosnuss Candy Fabrik, wo wir sehen wie aus dem Fruchtfleisch die Bonbons hergestellt und verpackt werden und natürlich dürfen wir probieren. Was es dort auch zu probieren gibt ist Reiswein, in dem Schlangen eingelegt worden sind. Es braucht schon einiges an Überwindung, aber Fred und Hans-Werner sind tatsächlich so tapfer und probieren und es schmeckt gar nicht schlecht. Unsere Bootstour endet an der Vinh Long boat station. Unser Reiseführer bringt uns nun zum Hotel nach Can Tho. Wir checken in einer wunderschönen, in der Natur gelegenen, Eco-Lodge ein und sind sehr beeindruckt von der Anlage. Unser Zimmer ist ein Rundbau, riesig groß mit einer Terrasse zum See. Das Haus ist mit Palmenwedeln gedeckt. Das Badezimmer befindet sich außerhalb und sieht wie ein kleiner Naturgarten mit unterschiedlichen Palmen und Farnen und hat kein Dach. Die Dusche haben wir gleich ausprobiert. Hat super funktioniert. Für den Abend ist in einem Restaurant in der nahegelegenen Stadt Can Tho ein Tisch für uns reserviert. Hier bekommen wir ein 7 Gänge Menü serviert. Zum Abschluss gibt es flambierte Banane mit Rum. Was für ein ereignisreicher Tag.
Sonntag, 23. März 2025
Wir müssen früh aufstehen und werden über dem kleinen Kanal, der direkt vor dem Hotel verläuft mit einem Boot zum Cai Rang Floating Market gefahren. Hier werden die geernteten Produkte auf Schiffen angeboten. Es scheint die Zeit für Kürbis und Ananas zu sein, denn wir sehen einige Boote damit bis unter das Dach vollgeladen sind. An einem Boot stoppen wir und bekommen eine frische Ananas serviert. Ebenso gibt es eine Markthalle am Ufer, Rotraut probiert einen Nudelfladen zu backen, der dann zum Trocknen ausgelegt wird. Wenn er getrocknet ist wird er in kleine Nudeln geschreddert.
Dann geht es weiter zum Cai Ran Markt. Das Angebot ist unglaublich. Von allen möglichen getrockneten Fischen, über Frösche und Schlangen bis zu selbst gemachten Nudeln.
Als nächstes steht das Binh Thuy Old House auf dem Programm, es blickt auf eine über 150 jährige Geschichte zurück. Es ist eines der schönsten alten Häuser im französisch-chinesisch-vietnamesischen Stil im Mekongdelta. Das Haus befindet sich bis heute in Privatbesitz. Zu Mittag essen wir in einem kleinen lokalen Restaurant mit dem Namen Minh Vuron Ba Lang. Hier können wir auch den dazugehörigen Garten besichtigen und sind überrascht von der Vielzahl an tropischen Früchten, die hier angebaut werden. Am Nachmittag kehren wir in unsere Lodge zurück und genießen die Zeit am Swimming-Pool.
Der Abend ist mit einem weiteren Ausflug nach Can Tho verplant. Nach einem abendlichen Spaziergang am Fluss entlang genießen wir ein leckeres Abendessen und freuen uns auf unser Bett.
Montag, 24. März 2025
Heute geht es zurück nach Saigon. Unsere letzte Nacht in Vietnam. Nach einer fast 3-stündigen Fahrt stoppen wirnim chinesischen Viertel und spazieren über den unglaublich großen Markt. Hier wird alles angeboten. Gekauft werden kann allerdings nur in großen Gebinden. Danach besichtigen wir den Ba Thien Hau Tempel. Er wurde 1760 von den Chinesen erbaut und ist der chinesischen Göttin Mazu geweiht. Sie ist die Göttin des Meeres und soll die Fischer und Seeleute beschützen. Unser nächstes Ziel ist der Unabhängigkeitspalast. Es war die Residenz und Arbeitsplatz des Präsidenten von Südvietnam. Der Palast war der Ort, an dem das Ende des Vietnamkrieges am 30.4.1975 besiegelt wurde. Für den Abend steht ein Dinner auf dem Ausflugsschiff "La Perla del Orient" auf dem Saigon-River an. Wir werden mit einem köstlichen Büfett verwöhnt. Anschließend lassen wir uns von der Skyline von Saigon beeindrucken. Nun heißt es auch schon wieder packen, Morgen fliegen wir nach Phnom Penh.
Damit schließen wir den Reisebericht Vietnam.
