Wo kommt denn der sch... Hund her?
Tag #74 Montag, der 13.07. Von Ruka (Sveti Rok) bis Zalužnica Land: Kroatien Der neue Tag weckt mich langsam und als erstes sehe ich Nebelschwaden, die angestra


Veröffentlicht: 17.07.2026



















Tag#75
Dienstag, der 14.07.
Von Zalužnica bis Vrela Mrežnice
Land: Kroatien
Der Morgen zieht sich wieder einmal, bis ich als Letzter den Platz verlasse.
Was jedoch zu einem Teil an den Anregungen von Niko, dem Betreiber des Campingplatzes, liegt.
Er kommt aus Slowenien und kennt sich hier gut aus.
Er gibt mir den Tipp einen Campingplatz am Fluss Kupa anzusteuern.
Nur 120km von hier, doch für mich kein Problem.
Seine Worte, ich bin da vorsichtiger.
Zumal ich es nach Möglichkeit vermeide eine definierte Streckenlänge fahren zu müssen.
Das macht nur Stress und ich bin immer noch im Urlaub und denke dabei an Beppo.
Dennoch nehme ich mir die Zeit, um die optionale Strecke anzugucken. Die sieht vielversprechend aus und anhand einiger POIs programmiere ich mir eine neue Route, die mehr ins Landesinnere führt. Das ist noch unbekannt für mich und der EuroVelo führt schlussendlich auch wieder nur ans Meer.
Die Steigungen zu Beginn sind recht moderat und es geht über Felder, Wiesen und durch vereinzelte Dörfer.
Da ich es schwer einschätzen kann, wie es um die Luft im Reifen bestellt ist, checke ich das einmal.
Alles gut, der Druck ist stabil, wie mir die Anzeige der Luftpumpe verrät.
Da ich den höchsten Punkt erreicht habe, gibt's nun eine Abfahrt über eine abgelegene Waldstraße, entlang eines Baches.
Bis ich in den Nationalpark abbiege und abgesehen von einem Auto habe ich den Weg komplett für mich alleine.
An einem See muss ich eine Pause einlegen, da der Moment zu idyllisch ist.
Das tiefblaue Wasser ist klar und abgesehen von einigen springenden Fischen ruhig und glatt.
Jeden Moment könnte Winnetou auf seinem Kanu um die Ecke kommen.
Wäre keine Überraschung.
Weiterfahren muss dann schweren Herzens auch sein und es geht durch dichten Wald erneut in die Höhe.
Wieder einmal weicht die angezeigte Route des Navis vom vorhandenen Weg ab, doch da es nur die eine schmale Straße gibt, ist das nebensächlich.
Bei der dann folgenden Abfahrt sehe ich ein Schild, auf dem steht, dass man ein gültiges Ticket für den Nationalpark braucht.
Ja, muss ich aufgrund der Umstände ohne weiterfahren und lass mich überraschen.
Zudem glaube ich, dass damit auch nur ein bestimmtes Areal zu meiner rechten gemeint ist.
Und wenn ich es richtig verstanden habe, ist das der Park, von dem die Familie am See gesprochen hat.
Überrascht bin ich dann auf jeden Fall, als ich dem Rauschen von Wasser folge.
Meine Neugier bringt mich zu einer Aussichtsplattform, von der aus ich einen der größten Wasserfälle, die ich je erlebt habe, sehen kann.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht stürzt das Wasser in verschiedenen Strömungen in die Tiefe.
Einmalig und ich bin sehr froh über meine Anpassung der Route.
Bei einer Bäckerei halte ich kurz und seh in kürzester Zeit drei Bikepacker:innen.
Eine kommt aus Frankreich und ist auf dem Weg in die Türkei. Somit erst die zweite alleine reisende Frau, der ich begegne.
Von ihr erfahre ich, dass die anderen Beiden, die vorbei gefahren sind, ein Rentnerpaar sind, die eine Weltreise auf dem Rad machen.
Klingt nach einem sinnvollen Plan.
Kurz danach habe ich tatsächlich wieder einen platten Reifen.
Kündigt sich langsam durch ein anderes Fahrgeräusch und Fahrgefühl an.
Fuck.
Bei der nächsten Gelegenheit verlasse ich die Hauptstraße.
Erstmal esse ich den frischen Börek und überlege, was ich nun tun will.
Es ist so nervig, die Zeit könnte so viel besser genutzt werden.
Ich entscheide mich dafür den Schlauch zu wechseln, statt nur nachzupumpen.
Im Mantel sind keine Fremdkörper zu ertasten und meine Vermutung ist, dass sich der Kleber durch die Hitze gelöst hat.
So viel also zu den selbstklebenden Flicken.
Große Probleme bereitet es den Mantel wieder auf die Felge zu ziehen, da die Reifenheber langsam durch sind.
Obwohl die mir von einem Fahrradladen empfohlen wurden.
Nachdem ich schweißgebadet alles erledigt habe, kann es nach Slunj weiter gehen.
Die dortigen Wasserfälle sind ganz nett, doch kein Vergleich zu dem, was ich vorher gesehen habe.
Nach einem kurzen Einkauf geht es weiter, eine knappe Stunde kann ich noch fahren und meine Recherchen haben ergeben, dass nach 20km ein Robinson Kamp kommen soll.
Ein Zeltplatz mit rudimentärer Ausstattung.
Doch als ich an der Flussbiegung ankomme wo das Kamp sein soll, sehe ich nur ein Festivalgelände, das gerade aufgebaut wird.
Ich fahre einfach mal drauf, da die genaue Position weiter durch sein soll.
Ein Mitarbeiter teilt mir mit, dass das Gelände inzwischen in Privatbesitz ist.
Nach einem kurzen Austausch mit seinem Kollegen nennt er mir eine Stelle, wo ich mein Zelt aufbauen kann.
Also einmal zurück zur Straße, über die Brücke und dann unten drunter durch.
Klingt wie die Anleitung für einen Knoten, mich führt es zu einer Wiese am Fluss.
Perfekt, so kann ich mit Genehmigung auf dem Festivalgelände campen und alle Vorzüge dee Location nutzen.
Was vor allem bedeutet, dass es, nachdem das Zelt steht, erstmal ab ins klare Wasser des Bergflusses geht, um den Dreck des Tages ordentlich abzuwaschen.
Es ist sehr kalt, bei den Temperaturen kann ich mich schon einmal auf die Soča einstellen.
Dann wird wieder gekocht, was inzwischen ja schon fester Bestandteil des Abendprogramms geworden ist.
Meine einzige Sorge ist dabei, ob die Kartusche noch den Rest der Reise halten wird.
Heute habe ich keine 90km gemacht, doch das ist okay.
Grundsätzlich bin ich meinem Ziel schon recht nahe und im Laufe des Tages hat auch mal der Gedanke angeklopft, dass ich theoretisch noch über Ljubljana fahren könnte.
Mal sehen.
Halb ärgerlich ist es, dass ich keinen Empfang habe und Jenni somit darauf vertrauen muss, dass es mir gut geht.
Damit wirbt auch das Festival. Logischerweise recherchiere ich das erst in der Zukunft.
Ohne Internet als Zeitfresser kann ich mich in Ruhe darum kümmern den nächsten Bericht zu verfassen.
In der Stille der Nacht frage ich mich, ob es sich um ein Kopfhörerfestival handeln wird.
Wahrscheinlich ist die Antwort Nein, da das gesamte Ambiente an das Tolminator erinnert, und über den Gedanken falle ich in einen tiefen und erholsamen Schlaf.
Song des Tages:
Benighted - Nothing Left to Fear
