Canyon muss sein
Tag #73 Sonntag, der 12.07. Von Vrana bis Ruka (Sveti Rok) Land: Kroatien Was hat das letzte Nacht gescheppert. Das war ein ordentliches Gewitter mit unf


Veröffentlicht: 17.07.2026




















Tag #74
Montag, der 13.07.
Von Ruka (Sveti Rok) bis Zalužnica
Land: Kroatien
Der neue Tag weckt mich langsam und als erstes sehe ich Nebelschwaden, die angestrahlt von der Morgensonne über den See ziehen.
Der zweite Blick geht zum Fahrrad und ich bin völlig verdutzt, liegt da ein Hund.
Der ist jedenfalls genauso entspannt, wie ich es nach einer erholsamen Nacht bin.
Leider sind meine Vorräte zu karg, als das ich ihm was abgeben könnte, auch wenn der bettelnde Blick echt hart ist.
Über die Gesellschaft freu ich mich dennoch.
Immerhin habe ich das Gefühl mir hört jemand zu, während ich mein Tun kommentiere und sonstigen Quatsch von mir gebe.
Irgendwann schmeiße ich ihm ein bisschen was von meinem Brot hin, doch das wird nur müde beschnuppert und dann verschmäht.
Also scheint er doch ganz gut versorgt zu sein.
Erstmal geht es wieder über den EuroVelo, bzw TransDinarica, in der Annahme, dass es über ruhigere Nebenstraßen geht. Was sich auch bestätigt.
Die beiden Strecken sind bis Gospić deckungsgleich und dann will ich neu überlegen, in welche Richtung es weiter gehen soll.
Kaum losgefahren holen mich zwei Bikepackerinnen aus der Schweiz ein und bis zur Stadt fahren wir in einem ordentlichen Tempo durch die hügelige Landschaft, die durch kleine Wälder, Felder und vereinzelte Dörfer geprägt ist.
Angekommen haben wir erstmal das selbe Ziel, die Gelegenheit der Stadt nutzen, um im Supermarkt die Vorräte großzügig aufzustocken.
Der TransDinarica führt von hier aus wieder Richtung Küste, die ich bereits zur Genüge kenne.
Deswegen will ich mehr im Inland bleiben und entscheide mich dafür weiter dem EV zu folgen und wir wünschen uns eine gute weitere Reise.
Was für mich bedeutet mir zunächst mal am zentralen Platz einen Kaffee zu besorgen.
Endlich den Koffeinspeicher füllen und meine Entscheidung sacken lassen.
Insgesamt ist der Stopp deutlich länger ausgefallen, doch das ist in Ordnung, sind durch das flotte Tempo am Morgen schon einige Kilometer absolviert.
Die Tour ist auf jeden Fall auch eine Bildungsreise und ich fahre durch Smiljan, ein sehr kleines Dorf.
Welches insbesondere wegen einer Person berühmt ist.
Hier wurde Nikola Tesla geboren, dem wir einige Errungenschaften zu verdanken haben, die unser heutiges Leben maßgeblich erleichtern.
Die Strecke führt mich an einem weiteren türkisblauen Fluss entlang, der unterhalb der Straße verläuft, und ich würde gerne reinspringen.
Der Wunsch wird erhört, kurze Zeit später kann ich über einen Pfad zum Wasser fahren.
Außerdem ist es sowieso an der Zeit was zu essen, also die perfekte Gelegenheit für die nächste Pause.
Ab ins Wasser und dann was futtern. Anschließend wurde ich gerne direkt nochmal ins kühle Nass, doch die Straße ruft.
Wie den ganzen Tag schon geht es in einem wunderbaren auf und ab über Asphalt weiter, sodass es trotz der ausgedehnten Pausen möglich ist gut was Strecke zu machen.
Die Straße schwingt sich meist durch eine landwirtschaftlich geprägte Gegend, die Berge in der Ferne wirken deutlich flacher und bergab kann ich immer gut Geschwindigkeit aufnehmen, die mich den nächsten Hügel hinauf bringt.
In einem Dorf fülle ich meine Wasservorräte nach und als ich aus dem Laden komme stelle ich fest, dass das Navi spinnt.
Es hat einen Sprung gemacht und mein Standort ist um 200m versetzt zur Route.
Da es wenig Straßen gibt ist das erstmal kein Problem meine Position mit den angezeigten Wegen in Verbindung zu bringen.
Mit der Zeit nähert sich meine Position auch wieder immer mehr der Route und den Straßen an, bis es wieder deckungsgleich ist.
Sehr sonderbar.
In der Gegend ist alles recht bebaut oder einsehbar, sodass ich der Einfachheit wegen wieder einen Campingplatz ansteuere.
Es sind nur wenige Gäste dort und Platz gibt es ausreichend zwischen den Obstbäumen auf der Wiese.
Unter anderem treffe ich auf zwei niederländische Bikepacker, die auf dem weg zur ejc sind.
Einer Jonglier Convention, an der ich vor Jahren auch schon mal teilgenommen habe.
Damals in den Niederlanden und es erinnert mich daran, dass ich meinen Stuff schon viel zu lange eingelagert habe.
Könnte ich mal wieder ändern.
Schätze, dass ich sehr verhungert aussehe, ein anderes niederländisches Pärchen fragt mich, ob sie mir was vom Supermarkt mitbringen können.
Da ich gut versorgt bin, bitte ich nur um zwei Flaschen Wasser.
Und das Paar aus Italien lädt mich auf Marshmallows ein, was ich dankend ablehne. Süßigkeiten hatte ich schon so viele, jetzt ist Nudeln kochen angesagt.
Das waren dann auch schon alle Gäste auf dem Platz, auf dem eine Vielzahl an Katzen herum streunert.
Insgesamt ist es eine äußerst angenehme und gemütliche Stimmung, in der ich mich sehr wohl fühle.
Zuletzt gibt's als Absacker noch einen selbst gebrannten Sliwowitz, den der Betreiber an alle Anwesenden verteilt.
Dann ist es auch dringend Zeit ins Zelt umzuziehen, immerhin habe ich ambitionierte Pläne, um zeitig in Tolmin zu sein und Jenni wiederzusehen.
Wäre blöd, wenn ich nach ihr ankäme.
Song des Tages:
Russkaja - Energia
