Lüderitz - Koloniale Schatten
Die Hafenstadt Lüderitz liegt eng umschlungen von der Namibwüste an der kühlen Atlantikküste. Es hat viele Stunden gebraucht, um durch weitläufige Wüstenlandschaften...


Veröffentlicht: 28.04.2025





















Vom Süden Namibias tasten wir uns mit unserem Mietwagen immer weiter nach Norden vor. Wir wollen ins Zentrum der Namibwüste. Sie ist die älteste Wüste der Welt! Namibia wurde nach ihr benannt: Das Wort bedeutet so viel wie „weiter Platz“.
Die Wüste zieht sich wie ein langes Band an der Atlantiküste hoch - bis nach Angola. Kalte Meeresströmungen treffen auf ein heiß-trockenes Festland, ähnlich wie in Chile bei der Atacamawüste. Dies hat zur Folge, dass Regenfälle so gut wie ausgeschlossen sind.
Trotz der extremen Bedingungen gibt es Tiere und Pflanzen, die es geschafft haben, sich hier anzupassen. Ob Sandgecko oder Wüstenelefant, mit Glück lässt sich etwas Leben entdecken.
Doch bis wir das eigentliche Sandmeer erreichen, sind wir absolut geflasht von den Landschaften, die Stunde um Stunde an uns vorbeiziehen! 🤩
Wir merken schnell, dass Namibia definitiv ein Land für Abenteurer ist und haben hier auch wirklich Respekt vor der wilden Natur! Die goldene Regel für sicheres Reisen: Wir planen unsere Fahrten so, dass wir nicht zur Dunkelheit ankommen, denn niemand möchte auf einer Nebenstrecke mitten in der Wüste mit einer Panne liegen bleiben und notgedrungen im Auto übernachten müssen 😁 Platte Reifen, im Flussbett stecken bleiben, ins Schleudern geraten und von der Straße abkommen oder Wildzusammenstöße, es kann viel passieren! Aufgrund dieser Widrigkeiten hält auch sofort jede:r Vorbeifahrende an, wenn ein Auto am Straßenrand steht - jemand könnte ja Hilfe brauchen!
Zudem ist Google Maps nicht immer der beste Berater! Straßen/Orte sind teilweise falsch eingezeichnet. Fahrzeiten sind schnell doppelt so lang wie vorhergesagt. Auch bei der Buchung von Unterkünften tun wir uns zunächst schwer. Bei Booking oder Agoda gibt es kaum Einträge. Die wenigen Unterkünfte, die es in der Wüstenregion gibt, sind unverschämt teuer, 100 € für 2 Personen ist hier schon günstig 😁 Oft sind es stattdessen absolute Luxuslodges mit allen Annehmlichkeiten. Das ist nicht das, was wir suchen! Wir versuchen stets günstigere Unterkünfte zu finden. Wir buchen mit Selbstversorgung und kochen, so bleibt unser Reisebudget im Rahmen 😊
Auf halben Weg nächtigen wir in einem zauberhaften Wüstenbungalow - um uns eine weite Ebene, eingerahmt von Bergketten in der Ferne. Dank der Regenzeit liegt ein grüner Schimmer auf dem Boden und es wachsen sogar Wüstenblumen! Die Sonnenuntergänge und der Nachthimmel sind der Hammer!
Unser Gastgeber warnt uns! Sobald es dunkel wird, sollen wir auf den Boden achten: Skorpione und Schlangen seien keine Seltenheit! In Namibia sind Skorpione zwar weniger giftig, aber im Prinzip sind alle Schlangen entweder „nur“ giftig oder sogar tödlich! Von da an passen wir lieber auf…
Am nächsten Tag fahren wir schon früh los, die Hitze nimmt bereits ab 9 Uhr immer weiter zu! Durch Randbereiche der Namibwüste gelangen wir schließlich nach "Sesriem". Der Name kommt daher, dass im nahe gelegenen Canyon früher mit einem Eimer Wasser heraufgeholt wurde - dazu mussten „sechs Riemen“ (Sesriem) aneinander gebunden werden.
Wir haben unwahrscheinliches Glück: Aufgrund der ungewöhnlichen Regenfälle führt der Canyon tatsächlich Wasser - heutzutage eine unglaubliche Seltenheit!
Mit dem Auto können wir zwischen den Dünen weit in den Nationalpark hinein fahren. Sossusvlei ist eine salzige Tonpfanne, in der der Fluß Tsauchab quasi versandet (der Boden ist vom Salz weiß gefärbt). In den seltensten Fällen kommt etwas Wasser an. Das kann aber auch mal mehrere Jahre dauern.
Im Deidvlei sehen wir die Kameldornbäume (sie stehen hier seit etwa 850 Jahren). Sie sind vertrocknet und wurden wegen der trockenen Bedingungen konserviert. Doch manche sagen, sie seien immer noch am Leben 🤔 Der Anblick ist absolut surreal!!!
Die heiße Luft steht , es ist kurz vor Mittag bald 40 Grad 🥵 Trotz der unmenschlichen Hitze beginnen wir mit dem Aufstieg der größten Düne hier: Big Daddy - Dieses Sandmonster ist mit 350 m Höhe eine der höchsten Dünen der Welt! Wir schaffen nur einen Teil, dann reicht uns der Ausblick schon 😆
Am nächsten Tag kehren wir früh ins Tal zurück, um auch die „Düne 45“ zu erklimmen! Die 170 m an Höhe kriegen wir am Vormittag vergleichsweise gut hin 👌
Nach diesem Hitzeschock fahren wir auf einer Nebenstrecke weiter, auf zum Mountain Zebra Park.
