Kilimandscharo und der Arusha Nationalpark
Der Kilimandscharo ist nicht weit und ein Stück dahinter liegt die Stadt Arusha, mit vielen Nationalparks…


Veröffentlicht: 10.08.2025











































Zunächst hatten wir überlegt, als Selbstfahrer mit einem Mietwagen zu reisen, doch durch die hohen Gebühren wäre dies nicht wirklich günstiger gewesen. Es macht also mehr Sinn, erfahrene Leute an der Seite zu haben, die sich in dem weitläufigen Gebiet auskennen, das flächenmäßig größer ist als das Bundesland Hessen.
Als erstes besuchen wir das Ngorongoro-Naturschutzgebiet für zwei Tage! Dort gibt es sehr viel zu sehen: Wir wollen in den Krater fahren, eine Walking-Safari machen, die Maasai-Kultur besser kennen lernen und die Archäologische Stätte "Olduvai-Schlucht" besuchen.
Der episch-weite Ngorongoro-Krater entstand vor Millionen von Jahren durch den Kollaps eines Vulkans. Dadurch formte sich die weltweit größte intakte Caldera (Kessel) mit einem Durchmesser von 19 km und 600 m Tiefe. Auf dem ebenen Kraterboden tummeln sich unglaublich viele Wildtiere.
Oberhalb des Kraterrandes verbringen wir die ersten zwei Nächte!
Im offenen Camp grasen Büffel und Zebras. Auch das Bellen und Heulen der Hyänen ist nachts zu hören, ein kleiner Nervenkitzel… besonders als Chris in der Dunkelheit- auf dem Weg zur Toilette- einer Hyäne begegnet. Glücklicherweise flüchtet sie schnell, der Schein der Taschenlampe verschreckt sie. Ab jetzt gilt die Devise: Besser einmal mehr mit der Taschenlampe leuchten und genau lauschen, was draußen so vor sich geht.😆
Am nächsten Morgen starten wir unseren Game-Drive in den Krater hinein!
Wir sehen Thompson-Gazellen, Büffel, Gnu- und Zebraherden und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus!
Neben weiter Savanne gibt es in der Mitte auch einen mineralhaltigen Salzsee - viele Wasservögel wie z.B. Flamingos sind hier zu sehen!
In der Ferne springen einzelne Hippos (Flusspferde) aus dem Wasser! Zu weit entfernt für unsere Handykameras, aber mit Fernglas gut zu beobachten 👀 Am sogenannten Hippo-Pool dümpeln etliche Exemplare im Wasser.
Flusspferde schwimmen nicht, sondern laufen im Wasser über den Boden. Tagsüber kühlen sie ihre empfindliche Haut vor der Sonne, nachts weiden sie die Gräser in der Umgebung ab.
Auf der Weiterfahrt kommt uns ein Hippo direkt entgegen, läuft dann aber schnell in den Busch. Flusspferde können sehr gefährlich werden. Bekommen sie Panik, rennen sie einfach alles in Grund und Boden. Mit 2-3 Tonnen und 30 km/h geht das nicht immer gut aus!
Im Ngorongoro-Krater leben noch etwa 20 der seltenen Spitzmaulnashörner. Sie sind in freier Wildbahn kaum noch zu beobachten und stark gefährdet.
Aus der Distanz können wir mit Glück ein Nashorn mit dem Fernglas erkennen. Für ein Foto ist es leider zu weit entfernt. Nashörner sind sehr scheu und empfindlich, was Geräusche angeht. Jedenfalls sind wir nicht alleine beim Beobachten des einsamen Nashorns.😆
In der Picknick-Area begegnen wir am Mittag einem Marabu! Er ist oft dort zur Stelle, wo es auch etwas zu fressen gibt.
Ähnlich wie Geier ernährt der Marabu sich hauptsächlich von Aas. Er zählt als „Bestattungsvogel“ zu den Ugly 5 und schaut wirklich etwas gruselig aus… Zu den Ugly 5 gehören übrigens neben Marabu und Geier auch Gnu, Warzenschwein und Hyäne. Eine zweifelhafte Einteilung: Wirklich hässlich finden wir diese Tiere nicht, außer vielleicht den Marabu…
Am Kraterrand treffen wir dann noch auf zwei Elefanten. Der Bulle ist wirklich gigantisch! Wir sind fasziniert, wie nah wir diesen schönen Tiere kommen können.
Am Nachmittag entscheiden wir uns für eine Walking-Safari - das Wandern durch die Wildnis tut nach dem langen Sitzen im Auto richtig gut.
Wir begegnen im Busch einer Gruppe neugieriger Giraffen 😆
Auch Zebras beobachten uns - und wir sie.😆
Am Kraterrand angekommen, bietet sich uns ein unglaublicher Blick über das gesamte Areal!
Am nächsten Tag fahren wir vom Ngorongoro-Krater Richtung Serengeti durch weitläufiges Grasland. Hier leben viele Maasai-Gemeinschaften!
In Tansania gehören die Maasai zu den sichtbarsten und bekanntesten Volksgruppen – oft erkennbar an ihren farbenprächtigen Gewändern, den Shukas. Im Ngorongoro-Gebiet ist das Leben der Maasai noch sehr traditionell und eng verbunden mit der Natur. Sie wohnen in sogenannten „Bomas“. Das sind umzäunte Gehöfte mit mehreren Häusern. In der direkten Nachbarschaft leben viele wilde Tiere wie z.B. Löwen oder Elefanten. Auch ihre großen Viehherden (Ziegen und Rinder) teilen sich die Weideflächen mit Büffeln und Zebras…
Die Gesellschaft ist stark patriarchalisch geprägt. Die Männer leben oft polygam. Mädchen werden teilweise schon in jungen Jahren verheiratet. Diese Themen werden vor Touristen gerne vermieden oder beschönigt, wie wir hinterher erfahren.
Traditionell sind die Rollen klar verteilt: Männer sind Krieger, Viehbesitzer und Entscheidungsträger. Frauen kümmern sich um Haushalt, Kinder, das Melken und den Bau der Hütten. Junge Maasai tragen in der Regel rote Shukras: Rot gilt als Symbol für Mut, Blut und Schutz. Bei älteren Männern ist Blau und Grün häufiger zu sehen: Diese Farben stehen für Regen, Weideland und Leben. Die Farben markieren also nicht nur Stil, sondern auch Alter, Status und Lebensabschnitt. Männliche Massai sind zudem mit einem Hirtenstock und einem zweischneidigen Maasai-Schwert ausgestattet.
Die Frauen tragen ebenfalls bunte Kleidung, kunstvollen Perlenschmuck und schwere Halsreifen – oft selbst gefertigt. Auffällig ist, dass wir hier im Nationalpark das erste Mal überhaupt Massai-Frauen und Kinder sehen. In anderen Landesteilen sind hingegen viele junge Maasai-Männer zu sehen: Sie arbeiten als Wachmann oder Verkäufer. Frauen halten sich gewöhnlich nur sehr nah an ihrem Wohnort auf, was auch für wenig Selbstbestimmung spricht.
Die Maasai-Gemeinschaft, die wir besuchen, präsentiert uns eine Tanzvorführung. Natürlich ist es eine Show für uns Touristen, aber zumindest bekommen wir durch unseren Besuch auch einen kleinen Einblick in die Lebensverhältnisse der Dorfgemeinschaft.
Weiter geht's in die Olduvai-Schlucht – ein Ort, der als „Wiege der Menschheit“ bekannt ist. Einige der ältesten menschlichen Fossilien wurden hier gefunden und gleich vier verschiedene Hominidenarten entdeckt. Überreste des „Nussknackers", des Homo habilis, des Homo erectus und des Homo sapiens.
Der Homo habilis (geschickter Mensch) lebte vor ca. 2 Millionen Jahren im Gebiet der Olduvai-Schlucht. Er gilt als erster Vertreter der Gattung Homo. Die Fähigkeit Werkzeuge herzustellen und sie geschickt zu nutzen unterscheidet ihn von den anderen affenähnlichen Vormenschen (neben dem sicheren aufrechten Gang und sprachlicher Kommunikation).
Nach dieser spannenden Region rund um den Ngorongoro-Krater fahren wir als Nächstes direkt in das Herz der Serengeti!
