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Pure Canyoning Turrialba

Veröffentlicht: 18.03.2026

Essen
Frühstück in der Lodge
$ · Frühstück
Tour
Canyoning in Turrialba
Aktivität · 4h 30m
Attraktion
Canyoning-Gebiet bei Turrialba
Turrialba, Costa Rica
Essen
Mittagessen nach dem Canyoning
$ · Mittagessen
Essen
Santo Pan
$ · Snack

Hinter mir liegt ein wunderschöner Sonnenaufgang, da ich wieder früh wach geworden bin. Die Zeitverschiebung beschäftigt mich noch etwas. Ganz langsam erwacht alles und ich höre eine unfassbare Vielfalt an Vögeln. Es ist so schön zu beobachten, wie die Sonne langsam immer höher klettert und all’ die Farben der verschiedenen Pflanzen und Bäume erstrahlen lässt. Hier gibt es so viel zu entdecken. Man weiß gar nicht wo man zuerst hinsehen soll, weil es wirklich so schön ist. Von meinem Balkon aus kann ich alles direkt und ganz nah beobachten. Der Tag beginnt erst einmal mit Frühstück. Neben einheimischen Köstlichkeiten gibt es heute auch Pancakes u.a. mit Erdnussbutter oder Ahornsirup. Um halb neun brechen wir dann mit unserem Guide Jef und unserem Fahrer Viktor auf. 

Ein Teil der Gruppe hat sich heute für Canyoning entschieden. Hierfür fahren wir etwas ins ländliche Turrialba bzw. in Richtung Santa Cruz hinaus. Auf dem Weg machen wir einen Stop, um Bargeld abzuheben. Weil es in der ersten Bank bzw. am Automaten bei einigen Mitreisenden Probleme gibt bzw. die Abhebung nicht funktioniert, wechseln wir noch mal. Ich mache mir Gedanken, ob mit meiner Karte alles funktionieren wird. Dies bestätigt sich und ich atme auf. Leider sind hier die Gebühren bei einer Auszahlung sehr hoch, was ärgerlich ist. Wir fahren weiter und erreichen unser Ziel in der Natur. Uns erwarten unsere Guides, 3 an der Zahl. Sie sind sehr freundlich. Und dann geht es auch schon los, denn wir erhalten unser Equipment. Es gibt einen Helm und einen Klettergurt für jeden. Und schon geht es zu Fuß für etwa eine halbe Stunde bergauf in den Wald hinaus. Schon bald hört man den Wasserlauf. Und wir begeben uns in den Canyon hinein. Wir erhalten erste Instruktionen zu den Karabinern, den Seilen und worauf wir zu achten haben. Allerdings gibt es hier, anders als ich es einige Jahre zuvor in Neuseeland erlebt habe, keine praktische Übung, wodurch zumindest bei mir die Aufregung und Unsicherheit steigt. Und dann ist es soweit, wir stehen mit sicherem Abstand an der Kante des ersten Wasserfalls. Das Team baut die Sicherheitsseile auf und für das erste, mutige Gruppenmitglied beginnt das Abseilen. Uns erwarten insgesamt 5 Wasserfälle mit einer Länge bzw. Höhe zwischen 5 und 20 Metern. Obwohl ich im Prinzip weiß, was mich erwartet, bin ich innerlich ziemlich angespannt. Das Canyoning hier unterscheidet sich sehr von dem, welches ich bisher kennengelernt habe. Der Fokus liegt hier ausschließlich auf Abseilen an Wasserfällen, die teilweise auch sehr reißend sind und nicht auf Sprüngen oder ,,Waterslides‘‘. Das ist aber total besonders. Als ich an der Reihe bin, versuche ich darauf zu vertrauen, dass ich es hinbekommen werde. Schließlich ist man durch einen Guide am Startpunkt und einen weiteren Guide am Zielpunkt gesichert. Erstmal fehlt mir noch völlig das Gefühl und das Vertrauen, mich vollständig in den Klettergurt ,,fallen,, zu lassen. Es fühlt sich noch anstrengend an, das Seil mit der rechten Hand hinter dem Gesäß zu halten und auch die Haltung der linken Hand ist noch verkrampft. Aber insgesamt geht es dann doch ganz gut und ich komme halbwegs sicher unten an. Ich sehe dann, dass direkt ein zweiter Wasserfall anschließt und man hier beim Abseilen auch direkt von den Wassermengen erfasst wird. Dies bedeutet, dass man sich, anders als beim ersten Wasserfall, direkt durch diesen hindurch abseilt. Das Gefühl ist überwältigend und es ist toll, diese sportliche Aktivität erleben zu können. Bei allen Gruppenmitgliedern wächst der Mut und untereinander geben wir uns Kraft und Halt. Wir tauschen High Fives aus. Immer wieder laufen wir über Steine und folgen dem Lauf des Flusses. 

Bevor wir einen weiteren Abschnitt erreichen, überqueren wir eine Straße, die den Waldabschitt passiert. Hier erwartet uns eine große Überraschung, denn wir entdecken unser erstes Faultier (Sloth). Alle sind ganz angetan. Als jemand kurz pfeift, hebt es den Kopf. Es handelt sich um ein 3-Finger-Faultier. Im Verlauf erwartet uns eine schöne Pause mit frischer und reifer Ananas und Müsliriegeln. Die letzten beiden Wasserfälle sind sehr herausfordernd und am Ende merke ich, dass ich nur noch wenig Kraft in den Beinen habe. Es war ein atemberaubendes Erlebnis, welches mich auch körperlich und mental an meine Grenzen gebracht hat. Wir brauchen wieder ungefähr eine halbe Stunde, bis wir zurück zur Hütte bzw. dem Startpunkt des Canyonings kommen. Wir sind ingesamt an die 4,5 Stunden unterwegs gewesen und obwohl die Außentemperatur hoch und an die 30 Grad gekommen ist, ist es eine Erleichterung die nasse Sportkleidung auszuziehen, denn mir ist ganz schön kalt. Uns erwartet ein sehr leckeres, selbst gekochtes Mittagessen (Hähnchen, Salat, Reis, Bohnen und verarbeitete Kartoffeln) und dazu eine erfrischende Limonade. Wenn ich bedenke, wie wählerisch ich früher bei Lebensmitteln und dem Ausprobieren neuer oder mir unbekannten Gerichten war, bin ich sehr dankbar, dass es heute ganz anders ist. Das Essen schmeckt wirklich gut und ich vertrage es auch gut. Mit einer Ausnahme: worauf ich nicht klar komme, sind einfach Bohnen. Bohnen und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr :-). Zum Glück hilft mir ein Gruppenmitglied aus und es bleibt kaum noch etwas auf meinem Teller zurück. Wir brechen langsam auf und verabschieden uns von den Guides, die ihre Arbeit wirklich gut gemacht haben und uns sehr motiviert und gepushed haben. Vor allem die Frauen in unserer Gruppe. Ingesamt haben 7 Personen an der Aktivität teilgenommen. 

Auf dem Rückweg zur Lodge halten wir in Santa Cruz an, um uns ein schönes Café (Santo Pan) Anzusehen, welches sich in dem ehemaligen Bahnhofsgebäude der Stadt befindet. Die ausgewählten Kaffeespezialitäten (bei mir Café Frio) schmecken richtig gut. Endlich am Hotel angekommen, erwartet mich eine heiße Dusche und auch die nassen, schlammigen Sportsachen und Wasserschuhe werden ausgewaschen. Auch sowas gehört dazu. Am Abend findet sich noch einige Gruppenmitglieder im Speiseraum zusammen, um noch etwas zu essen oder zu trinken. Es ist schön mitzuerleben, wie die Gruppe langsam zusammenwächst. Gegen neun Uhr am Abend falle ich völlig erschöpft, aber zufrieden ins Bett. 

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Sommer · 30°C
Begleitung
In der Gruppe (7)
AbenteuerlichEntspannend
  • Canyoning mit 5 Wasserfällen
  • erstes Faultier gesehen
  • Café Santo Pan in Santa Cruz
  • Frühstück mit Pancakes und lokalen Köstlichkeiten
  • selbst gekochtes Mittagessen nach der Tour
HelmKlettergurtKarabinerSeilWasserschuhe
NaturEssenAbenteuerTransit
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