Sámara/Puerto Carrillo
Unser erster Halt heute ist der Parque Nacional Rincón de la Vieja. Hier machen wir den Sendero Las Pailas Wanderweg. Dieser hat eine Länge von ungefähr 4 km. Der National


Veröffentlicht: 18.04.2026
Ihr Lieben <3
Hier war es länger still. Ihr werdet im Verlauf, so denke ich, verstehen warum. Dennoch möchte ich gerne diesen Reiseblog abschließen. Die Zeit in Costa Rica war nämlich eine sehr besondere - das Schreiben erfüllt mich mit Freude - ich kann mich hierbei innerlich "sortieren" - meine Gedanken und Emotionen. Seit meiner Rückkehr nach Deutschland ist es recht turbulent und ich bin sehr bemüht darum, die "Pura Vida" Einstellung - dieses Lebensgefühl, das ich hier so lieben gelernt habe, zu bewahren, nicht zu verlieren. Mein Gewinn: mit mir selbst besser verbunden sein - in stürmischen Zeiten, so sagt man doch, wächst man über sich heraus. Kehren wir aber zunächst zurück zum vorletzten Reisetag. Es ist Donnerstag, der 26. März. Ein weiterer Tag bleibt, um die Gegend rund um den Playa Carrillo sowie Sámara zu erkunden. Morgen geht es für uns zurück in die Hauptstadt San José. Wir werden für eine überschaubare Kilometeranzahl, etwas über 200 km, viele Stunden unterwegs sein.
Der Morgen beginnt zunächst ruhig. Als ich beim Frühstück ankomme, ist der Großteil der Gruppe schon aufgebrochen. Wohin, ist mir nicht klar. Ein komisches Gefühl ist in mir. Worüber ich hier bisher wenig gesprochen habe, ist, dass man auf einer Reise mit anderen Menschen natürlich auch mit Dingen oder Herausforderungen konfrontiert ist, die nicht so einfach sind. Verschiedene Sichtweisen darüber, wie man einen freien Tag gestalten kann. Was jeder so unternehmen mag. Wann man aufbricht. Da tickt einfach jeder anders. Da kommt viel zusammen. BEDÜRFNISSE :). Jefreys Idee, uns innerhalb der zwei Tage in der Gegend rund um Sámara, möglichst viel Freiraum zu lassen, ist irgendwie nicht so richtig aufgegangen. War man vorher als feste Einheit "zusammengewachsen", war nun alles offen. Einigen fehlte nun die Struktur, wiederum andere, wussten ihre Zeit schnell und eigenständig zu nutzen. So auch bei mir. Da wir uns allerdings recht weit außerhalb der Strandregionen befinden, ist es logistisch gesehen, nun nicht mehr ganz so einfach. Der zum Hotel zugehörige Shuttle ist für unsere gesamte Gruppe zu klein. Jefrey und Viktor haben sich nun eher vollkommen zurückgezogen, was viele von uns nicht verstanden haben. Allerdings waren wir alle auch nicht richtig dazu in der Lage, dies angemessen mit den beiden zu kommunizieren. Aber darum soll es hier im Detail nicht gehen. Das wäre unnötig und nervig. Es soll nur kurz abbilden, dass wir auch häufig verschiedene Sichtweisen hatten und es auch zu Diskussionen kam. Typisch deutsch eben.
Nach dem Frühstück habe ich mich erstmal mit vier anderen Gruppenmitgliedern am Pool getroffen. Wir haben zunächst einmal die Vormittagssonne genossen, sind ein bisschen geschwommen. Lesen war auch dabei. Eben ganz entspannt. Gemeinsam haben wir uns dann überlegt, uns vom hoteleigenen Shuttle zum Carrillo Beach bringen zu lassen. Gestern waren wir ja eher in Sámara unterwegs, weswegen wir uns heute unbedingt Carrillo ansehen wollen. Ursprünglich bin ich noch davon ausgegangen, dass wir zu acht an diesen Strand fahren. Allerdings waren drei andere Gruppenmitglieder schon aus dem Hotelbereich verschwunden und morgens auch gar nicht mehr am Pool. Kommunikation hierüber - Fehlanzeige. Also die vorgemerkten Plätze an der Rezeption wieder "stornieren" bzw. "reduzieren". Letztendlich waren wir dann auch nur noch zu viert. Die fünfte Person entschied sich für den Public Bus, um mit diesem direkt nach Sámara zu fahren. Völlig in Ordnung und doch irgendwie schade, dass die Gruppe so getrennt unterwegs ist. Ja so war das.
Am Carrillo Beach angekommen, haben wir Glück und finden einen Schattenplatz unter den Palmen. Hier muss man, aufgrund der Kokosnüsse, ganz schön Acht geben. Und dann ist es für mich soweit. Ich laufe ungefähr 100 Meter über den unfassbar heißen Sand hinein in den pazifischen Ozean. Und was soll ich euch sagen? Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Das Meer ist so warm, es duftet so herrlich. Die Wellen sind so schön. Sich von ihnen treiben zu lassen, durch diese hindurch zu schwimmen. Zu realisieren, wo man gerade ist und welch' Privileg es ist, hier schwimmen zu können. Und wie sehr es sich einfach gelohnt hat, diesen Weg der Reise einzuschlagen. Ich denke daran zurück, wie es ist, wieder im Pazifik zu schwimmen. Es ist wirklich ganz toll und ich empfinde pure Dankbarkeit. Und auch den anderen gefällt es sehr. Die Sonne ist intensiv. Alles erstrahlt und glänzt. Derweil sind vier weitere Gruppenmitglieder, die den Morgen in Sámara verbracht haben, am Carrillo Beach angekommen. Eine Teilnehmerin ist sogar zu Fuß von dort aus am Strand entlang gelaufen. Hierbei kam sie an der Aussichtsplattform Isolte Chora vorbei. Gemeinsam mit zwei lieben Mitreisenden laufe ich ein kurzes Stück zu einem kleinen Stand, der ganz einfach gehalten ist, um zu gucken, ob es dort Getränke bzw. ein kaltes Bier gibt. Wir kommen ins Gespräch mit einer netten Frau, die hier Ceviche und Softdrinks verkauft. Fehlanzeige: kein Bier. Alkoholische Getränke, so berichtet sie, dürfen hier unten am Strand wohl nicht verkauft werden. Sie erzählt uns, dass gleich wohl ein kleiner Grill angeworfen werden soll, auf dem Fleisch, vielleicht auch Fisch gebraten wird. Ob wir Interesse hieran haben? Die Frau ist sehr offen mit uns im Kontakt. Wir ziehen dennoch weiter und genießen die Strandzeit. Ein kaltes Bier gibt es dann überrraschenderweise aber doch noch.
Ich verbringe einen wunderschönen Tag mit zwei lieben Mitreisenden, einem Paar aus Frankfurt, die mir von Anfang der Reise, sehr sympatisch sind. Wir lösen uns los von der Gruppe und gestalten den Tag nach unseren eigenen Vorstellungen und Wünschen. Auch, wenn es vielleicht erstmal ungewohnt ist, sich vom "Mainstream" loszulösen, oder sage ich eher, etwas anders zu tun bzw. zu entscheiden, werden wir am Ende des Tages überrascht sein, wieviel wir erlebt haben. Nach der heftigen Mittagssonne, zweimal baden, geht es für uns 3 mit dem Public Bus nicht zurück zur Hotelanlage, sondern noch einmal nach Sámara. Und mich umgibt mehr und mehr die Angst, ob ich mich nicht übernehme und ob wir am Abend sicher zurück im Hotel sind. Es dauert eine Weile, bis wir den Bus sehen, es ist auch sehr schwül. Im Bus bleibt etwas Zeit zu verschnaufen und der Fahrtwind, der durch die offenen Fenster tritt, tut mir gut. Im Örtchen angekommen, bummeln wir ein bisschen durch einige kleine Läden, schauen an ein paar Ständen vorbei. Endlich mal Zeit, ein bisschen zu schlendern und um sich umzusehen. Hier treffen wir auf weitere Gruppenmitglieder, die nun auch auf dem Rückweg zum Hotel sind. Zusammen mit den beiden Frankfurtern komme ich am Stand an. Das Nachmittagslicht der Sonne ist so schön. All' die Geräusche am Strand. Das Rauschen des Meeres, die Musik aus den Restaurants/Bars. Das Rascheln der Palmen im Wind. Kinderstimmen. Tiere. Es ist echt toll. Wir sind noch einmal im "La Dolce Vita" und wechseln dann noch einmal die Location ins "El Lagarto". Hier haben wir leckere Cocktails und unterhalten uns gut. Während der Rest der Gruppe das Abendessen gemeinsam einnimmt, auch gemeinsam mit Jefrey und Viktor, bleiben wir heute weiter zu dritt und beschließen, uns mit einem Taxi (die Zeiten des Public Transport stimmen nicht mit unserem Vorhaben überein) zu einem tollen Restaurant und Aussichtspunkt bringen zu lassen.
Auf gehts zur "Taxitonne". Hier stehen 2 oder 3 Männer, die sich rege unterhalten. Einer von ihnen hat hier seinen Grill aufgebaut. Es brutzelt. Direkt an der Kreuzung einer Straße. Wir sprechen die Menschen an und erfragen ein Taxi. Wir haben einen kurzen Schnack und schon kommt ein Mann aus einem Geschäft heraus. Dies ist der Taxifahrer und sein Auto steht nicht weit von uns entfernt. Die Fahrtkosten, die überschaubar sind, teilen wir uns. Nach ca. 15 Minuten kommen wir an der "La Puesta del Sol Bar" an. Schaut her, wie schön es dort ist. Wir haben Glück und bekommen einen Tisch. Die Besitzer stammen ursprünglich aus Sizilien und sind seit ca. 1,5 Jahren in Costa Rica. Wir alle sind ganz begeistert von dem Abendessen. Es gibt frische Nudeln mit Muscheln, Risotto und ein sehr gutes Steak. Immer wieder verschlägt es uns auf die nahegelegene Plattform, von der aus man sehr gut den Sonnenuntergang sehen kann und direkt in die Bucht guckt. Wir genießen. Wir sitzen unter freiem Himmel. Über uns sind überall Lichterketten gespannt. Es ist echt schön hier. Dann gibt es noch Nachtisch und wir beschließen, den weiteren Weg bis zum Hotel zu Fuß zu gehen. Es sind noch ungefähr 2,5 km. Zunächst laufen wir noch durch eine Art Wohngebiet. Dann geht es weiter an der "Ruta Nacional Secundaria" entlang. Die Handy-Tschenlampen geben uns Sicherheit. Hier muss man definitiv auf sich aufpassen. Wir bauen noch einmal einen Halt in einem Supermarkt "La Guardia" ein. Gegen 21:00 Uhr sind wir dann zurück in der Hotelanlage. Wir stoßen auf einen größeren Teil der Gruppe, der im Pool abhängt. Und so legen wir schnell unsere Sachen ab und kommen ebenfalls zum Pool dazu. Die Gruppe findet wieder zusammen und alle tauschen sich über den Tag aus. Das fühlt sich gut an. Der Abend verläuft entspannt. Gegen 23:00 Uhr lege ich mich nach einer heißen Dusche ins Bett. Morgen werden wir das Hotel um 09:30 Uhr verlassen. Genügend Zeit um dann noch zu packen. Buenas Noches. *
