Chinese New Year
Auf dem Weg zur Pagode werden wir wie immer von zahlreiche Mopeds überholt, wobei wir dabei heute in kleine Ferkelaugen blicken. Süß, oder? Das waren sie sicherlich einmal,...

Veröffentlicht: 18.02.2018

























Nach einem recht unspektakulären Arbeitstag machen wir uns auf den Weg nach Kampot. Nach knapp 4 Stunden Busfahrt kommen wir im Zentrum von Kampot an. Wir treffen auf Mark, einen Kanadier, der zum Glück googlemaps mit einer offline-Karte auf seinem Handy hat und für ein kleines Stück in die gleiche Richtung muss wie wir. Etwas orientierungslos versuchen wir den restlichen Weg zum Hostel, welches direkt am Fluss etwas außerhalb des Zentrums liegt, zu finden. Endlich angekommen im „Banyon Tree“ wird uns von der deutschen Managerin mitgeteilt, unsere Reservierung sei untergegangen und sie habe leider keinen Schlafplatz mehr für uns aber schon ein Ausweichhostel organisiert. Dennoch entscheiden wir uns für ein Abendessen dort auf der Terrasse, um den Blick auf den Fluss zu genießen. Schlussendlich dürfen wir doch bleiben, weil ein Pärchen netterweise für eine Nacht zusammenrückt und so wieder Platz für uns im 20-er Schlafraum (5 Doppelstockbetten zu jeder Seite der Bambushütte) ist. Freitags gibt es Lifemusik und Party im Hostel, wir bereuen die Entscheidung, nicht doch ins Ausweichhostel umgesiedelt zu sein, denn trotz Ohropax und großer Müdigkeit finden wir kaum Schlaf. Zusätzlich kommen noch nächtliche Aktivitäten im Untergeschoss von Lillys Doppelstockbett zeitweise dazu, welche das Bett stark zum Wackeln bringen.
Nicht sonderlich ausgeschlafen aber froh darüber, dass die Nacht endlich vorbei ist, springen wir in den Fluss und frühstücken anschließend gemütlich auf der Terrasse. Jeder Gang ins „Badezimmer“ erweckt große Freude, da dort immer wieder größere und kleinere Überraschungen warten, mehr möchten wir nicht dazu sagen. Über das Hostel buchen wir ein Tuktuk, dessen Fahrer uns den ganzen Tag die Gegend zeigt. Los geht‘s mit einem gewaltigen Stau, weil aufgrund des Chinese New Year scheinbar alle ans Meer wollen. Unser Tuktukfahrer nimmt es mit Humor und versucht sich möglichst geschickt durch die Stadt zu schlängeln (alle Tuktukfahrer sind äußerst begabt darin). Bei einem kleinen Zwischenstopp sammeln wir Mark, der mit auf die Tour kommt, ein. Daraufhin fahren wir eine ganze Weile ins Land, vorbei an Salzfeldern, auf denen „flower salt“ gewonnen wird, und weitem Feld. Unser Ziel ist „La Plantation“ (http://kampotpepper.com/). Direkt am Eingang der Plantage ist sogar ein kleiner Kiosk, an dem alle Tuktukfahrer die Wartezeit überbrücken, während ihre Fahrgäste pfefferkundig werden. So auch wir, eine 40-minütige Tour mit Pfefferverkostung ist umsonst - hot stuff! Wir lernen, dass alle Pfefferbeeran der selben Pflanze entstammen:
Grüner Pfeffer: ungetrocknete, unreife Beere; roter Pfeffer: erster Reifegrad, wird getrocknet; weißer Pfeffer: erster Reifegrad, geschält und getrocknet; schwarzer Pfeffer: letzte Reifestufe, getrocknet.
Unsere nächste Station ist die sogenannte Elefantenhöhle. Es drängt sich uns ein Tourguide auf, er ist 11 Jahre alt und hat es sehr eilig. Die 5-minütige Tour endet in einer Pagode (wo sonst?), in der uns ein Mönch rote Armbänder umbindet und uns anschließend segnet. Jedenfalls hoffen wir das, wir haben ihn schließlich nicht verstanden und er wirkte während der „Segnung“ sehr gelangweilt.
Next stop: Kep Fishmarket. Zwischen in riesigen Wassertanks lebenden Krabben, Oktopoden und schon gegrillten Meeresbewohnern kaufen wir etwas erfrischendes zu trinken und lassen uns an der Promenade von den abendlichen Sonnenstrahlen verwöhnen.
Zum Strand von Kep ist es auch nicht mehr weit, doch durch den auch hier starken Verkehr landen wir in dem wahrscheinlich angenehmsten Stau, den wir je erlebt haben: die Abendsonne im Gesicht blicken wir auf das Meer, welches zum Greifen nahe ist, und fühlen uns im Tuktuk wie im Liegestuhl. Von Sand ist am Strand nicht viel zu sehen, so viele Menschen tummeln sich dort. Die ganze Familie ist dabei und alle genießen ausgelassen den Start ins neue Jahr.
Im Dunkeln fahren wir zurück nach Kampot, wo wir den Tag bei einem leckeren Essen ausklingen lassen.
Die Nacht von Samstag auf Sonntag ist erstaunlich ruhig, wahrscheinlich sind alle fertig von der Party am Freitag. Nach einem entspannten Vormittag auf der idyllischen Sonnenterrasse steigen wir in den Minibus nach Phnom Penh. Zum Glück leiden wir beide nicht an Klaustrophobie. Der Bus ist ausgebucht, selbst die Notsitze im Mittelgang müssen ausgeklappt werden. Beinfreiheit? Leider nein, leider gar nicht. Unsere Doppelsitzbank gleicht eher einem Schaukelstuhl und wir wagen es zu bezweifeln, dass sie noch mit dem Bus verbunden ist. Unsere Reisegeschwindigkeit ist definitiv nicht den Straßenverhältnissen angepasst (an die Zahnis: wir haben das Gefühl auf einem Rüttler mit Schluckauf zu sitzen). Diesmal landen wir in