Petit Circuit
Was wir selbstverständlich nicht bedacht haben, ist dass wir nur zwei Nächte in unserer Unterkunft gebucht hatten. Und da wir heute morgen den Sonnenaufgang (wie so viele...

Veröffentlicht: 25.03.2018
Für alle, die mehr wissen wollen, als dass Angkor Wat Schauplatz und Drehort für „Tomb Raider“ mit Angelina Jolie war, sind in diesem Beitrag genau richtig!
Die Planung und der Bau der Tempelanlage entstand während der Blütezeit des Angkorreiches. Im 10. Jahrhundert legten die Khmer mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem den Grundstein, eine so bedeutende Stadt wie Angkor zu schaffen. Die Wasserversorgung ermöglichte eine enorme Ertragssteigerung in der Landwirtschaft und verhalf dem Reich zu großem Reichtum, mit dem der Tempelbau finanziert werden konnte. Zu Hochzeiten lebten hier laut Schätzungen bis zu 1 Mio. Menschen auf ca. 1000 km², was Angkor damals zur größten Stadt der Welt machte. Unter mehreren Bauherren (damalige Könige) wurden die verschiedenen Tempel verwirklicht. Jayavarman VII. gilt als der ehrgeizigste Bauherr.
Geplant als hinduistische Verehungsstätten symbolisieren die meisten Tempel das hinduistische Weltbild: ein umgebender Wassergaben steht für das Urmeer, viele der Türme sind in Quincunxstellung errichtet, die für völlige Perfektion stehen und die Türme selbst symbolisieren den Sitz der Götter. Die meisten Tempel sind Shiva oder Vishnu geweiht.
Zu späterer Zeit, etwa im 13. Jahrhundert, wurden kleine Veränderungen an den Tempeln vorgenommen, um sie an den buddhistischen Glauben anzupassen. Lingas (anikonisches Symbol der Gottheit Shiva), die in den Türmen zentral platziert waren, wichen Buddhastatuen. Andere Statuen wurden so verändert, dass sie die für Buddhisten übliche Betposition zeigen und nicht mehr die der Hinduisten (minimaler Unterschied).
Alle Tempel besitzen eine große Anzahl an kunstvollen Flachreliefs, die viele Kriege und einzelne Könige mit ihren Gefolgsleuten darstellen.
Die Bedeutung der riesigen Steingesichter im Bayon ist bis heute nicht vollständig geklärt. Man fühlt sich allerdings permanent beobachtet :-)
Angkor Wat ist nach Westen ausgerichtet, was eigentlich unüblich ist, denn alle anderen Tempel sind nach Osten orientiert. Die Archäologen sind sich recht einig darüber, dass dieser so bekannte Tempel als Bestattungstempel errichtet wurde. Die letzten Sonnenstrahlen berühren so den Tempel und weisen den Verstorbenen den Weg.
Viele Buddhastatuen sind geköpft. Dieser Umstand ist den Plünderungen und Kunstdiebstählen zuzuschieben. Auf dem Kunstschwarzmarkt wurden diese beliebten Stücke zu Höchstpreisen versteigert. Die riesige Tempelanlage ist nur schwer zu bewachen und auch die Wachleute gelten als sehr bestechlich; das ist leider keine Seltenheit in dem eh relativ korruptionsgeplagten Kambodscha.