Veröffentlicht: 13.11.2024
Auch für Sydney hatte ich mir eine Free Guided Tour gebucht und Gabriel hat uns viele schöne Ecken in der Innenstadt gezeigt: The Rocks (einen der ältesten Stadtteile Sydneys), das Sydney Opera House, die Harbour Bridge, den Botanischen Garten, die Mitchell Library (dort gibt es die erste Karte Australiens von Abel Tasman als Mosaik und einen Shakespeare Room), den Hyde Park, das Queen Victoria Building...
Einen Tag habe ich mit Giorgio aus Italien verbracht, den ich in der Unterkunft kennen gelernt hatte. Er ist Straßenmusiker, die nächsten vier Monate auf Reisen und möchte in verschiedenen Städten auf der Straße musizieren. Wir sind zusammen mit der Fähre nach Manly gefahren und haben dort den Quarantine Beach besucht. Der hat nichts mit Corona zu tun, sondern war für viele Siedlerinnen und Siedler die erste Station in Australien auf dem Weg in ihr neues Zuhause. Nach monatelanger Schiffsfahrt mussten sich die Neuankömmlinge dort erstmal in Quarantäne begeben, um Australien frei von der Spanischen Grippe, Pocken, Beulenpest und anderen ansteckenden Krankheiten zu halten.
Anschließend waren wir noch beim Manly Beach und bevor wir wieder zurück zur Unterkunft gefahren sind, wollte Giorgio noch eine wunderschöne Kirche besuchen. Dagegen hatte ich nichts einzuwenden, ich habe auf der bisherigen Reise ja auch schon andere Kirchen, Klöster und Tempel besucht. Erst auf dem Weg dorthin hat Giorgio mir erzählt, dass es sich um eine Kirche von Scientology handelt, er ist nämlich seit 20 Jahren Scientologe. Ich bin trotzdem mitgegangen, immerhin war ich noch nie in einer Kirche von Scientology und ich muss schon sagen, dass die Kirche und die Gärten drumrum sehr, sehr schön gepflegt waren. Natürlich wurden mir in der Kirche sofort mehrere Videos vorgespielt, in denen erklärt wurde, in welchen Bereichen des Lebens Scientology helfen kann. Lösungsansätze wurden nicht vorgestellt, immerhin soll man ja auch die Kurse buchen. Aber Giorgio hat mir im Nachhinein gezeigt, dass das ganze Kursmaterial für jeden kostenlos online zur Verfügung steht. Mich hat es trotzdem nicht überzeugt. Und erst als wir gegangen sind, ist mir aufgefallen, dass ich gar keine Fotos gemacht bzw. überhaupt gefragt habe, ob ich Fotos machen darf...
An meinem letzten ganzen Tag in Sydney habe ich eine Wanderung vom Coogee Beach zum Bondi Beach gemacht. Die Aussichten auf die Steilküsten waren teilweise richtig toll! Am Bondi Beach gibt es außerdem einige Kunstinstallationen. "Shanana" von Drew McDonald habe ich nur wenige Tage, bevor es mit dem People's Choice Award und dem Kid's' Choice Prize ausgezeichnet wurde, fotografiert (ich weiß von der Auszeichnung nur, weil ich ein Bild davon bei den Blickpunkten auf der Tagesschau-Seite gesehen hatte).
Eine andere Installation mit vielen schwarzen und rot-braunen, aufgeblasenen Luftsäcken soll auf das deutlich erhöhte Hautkrebsrisiko in Australien aufmerksam machen. Offenbar hat Australien die höchste Hautkrebsrate der Welt, 2 von 3 Personen werden in Australien in ihrem Leben mit Hautkrebs diagnostiziert. Also: immer schön darauf achten keinen Sonnenbrand zu bekommen und seltsame Leberflecke dem Arzt zeigen!
Zum Sonnenuntergang war ich bei Mrs Macquarie's Chair und hatte eine unglaublich tolle Sicht auf die Oper, die Harbour Bridge und die Hochhäuser von Sydney. Außerdem konnte ich sehen, wie Flugzeuge im 10-Minuten-Takt zuerst an der Harbour Bridge, dann an der Oper vorbei geflogen sind, um schließlich hinter den Hochhäusern zu verschwinden und am Flughafen zu landen.
Da ich auch von Sydney aus erst abends weitergereist bin, hatte ich vor meiner Abreise sogar noch die Möglichkeit Giorgio beim Singen im Hyde Park vor einem Brunnen zuzuhören und zum Abschied hat er mir eine von seinen CDs geschenkt. Beim Abflug hatte ich wieder Glück, denn die Sonne war gerade erst am Untergehen und ich saß wieder auf der richtigen Seite und konnte einen letzten Blick auf Sydney, die Oper und die Harbour Bridge werfen, bevor ich eingeschlafen und erst kurz vor dem Ziel wieder aufgewacht bin.
