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20.02.2024 San Antonio

Veröffentlicht: 26.02.2024

Am Dienstag rief Franziska einen Huber, der uns zum Busbahnhof bringen sollte. Einen extra großen, denn mit unseren fünf Gepäckstücken und drei Personen brauchten wir schon eine Menge Platz. Wir hatten die Tickets dieses Mal nicht vorbestellt, denn die Busse nach San Antonio fuhren sehr häufig und wir konnten die Fahrzeiten nicht richtig einschätzen. Aber unterwegs machte uns der Fahrer auch noch einmal darauf aufmerksam, dass es doch eine sehr gefährliche Gegend sei und wir besser alles im Voraus onlinebuchen sollten. Kein Problem für Franziska alles während der Taxifahrt zu erledigen! Der Busbahnhof war nicht so leicht überschaubar und wir mussten den Bereich, in dem unsere Busgesellschaft abfuhr, erst einmal suchen. "Pullmann" kannten wir noch aus dem letzten Jahr und fanden dann den richtigen Bussteig. Eng bei unserem Gepäck stehend, warteten wir auf die Abfahrt. Zum Glück kam der Bus pünktlich und nach dem Einchecken konnten wir die Koffer abgeben. Jedes Stück bekam eine Kontrollnummer und wir die entsprechende Quittung. Geschafft, ohne einen Vorfall!!! Der endgültige Abschied von Franziska ging schnell, sie wollte auch noch in's Büro. Auf Wiedersehen Tochter, wir sehen uns bald in Buenos Aires!

Nun waren wir endgültig auf uns alleine gestellt! Dabei beobachteten wir, von unseren beiden vorgebuchten Plätzen in derersten Reihe, dass auch noch Passagiere einstiegen, die direkt beim Busfahrer bezahlten! Also hätten wir all unsere Sorgen und Vorüberlegungen gar nicht machen müssen! Aber da sich die Vorfälle im näheren Umfeld so vermehrt hatten, selbst für Leute die jahrelang in Chile leben, überkommt einen die Unsicherheit und die "naive" Zuversicht bleibt auf der Strecke. 

Der bequeme Bus rauschte über die gut gepflegte Autobahn und wir erreichten San Antonio nach ca. 1,5 Stunden. Aber auch dieser große Überlandbus hielt auf Wunsch einzelner Passagiere an individuellen Haltepunkten, wobei aber kein Gepäck ausgeladen wurde. Das geschah erst an der Endhaltestelle. So zogen wir mit unseren Koffern durch eine typische Industriestraße neben dem Hafen, es sollten ja nur 700 m sein! Aber da war nichts zu sehen? Von wegen, dass da gleich die Umrisse unseres Ozeanriesens auftauchen würden! Nur Containerberge und rumpelnde LKWs, mehr konnten wir nicht ausmachen. Also noch weiterschleppen und am kleinen Fischerhafen vorbei. Hier war die neue Uferpromenade von Verkaufsständen gespickt, weil unserer Meinung nach die Touristen von den Kreuzfahrtschiffen vorbeikommen mussten. Und am anderen Ende vom Hafen lockte auch ein großes buntbemaltes blaues Gebäude! Das musste der Kreuzfahrtterminal sein. Zum Glück sprachen wir unterwegs noch zwei Sicherheitsmitarbeiter an und die gaben sich sehr große Mühe. Handys und Walkietalkies wurden eingesetzt und dann kam aus der Zentrale die Erlösung! Wir mussten wieder zurück, aber dieses Mal in der Begleitung eines schwarzen Sheriffs! Der brachte uns genau wieder dahin, wo zuvor der endlose Hafenverkehr von der Straße abgebogen war. Wir mussten noch an einem weiteren Hafeneingangskontrolleur vorbei und standen kurz danach unter einem großen Sonnendach! Zuvor kein Hinweis, kein einfaches Schild, nichts, was uns die Hollandamericaline angezeigt hätte! Jedenfalls wurden wir im Schatten unser Gepäck schnell los, denn wir hatten zuhause noch die DIN A4 Blätter ausgedruckt, die jetzt zum Kofferanhänger wurden. Da standen schon unsere Namen und die Kabinennummer drauf!

Als nächstes wartete eine riesige Halle auf uns. Am Eingang bekamen wir, nach Vorlage unserer ausgedruckten Boardingunterlagen eine Nummer in die Hand gedrückt. In dieser Halle saßen sehr, sehr viele Menschen auf Klappstühlen, alle mit einer Nummer in der Hand. Der gesamte Bereich wurde zusätzlich noch mit ABBA-Musik beschallt, die nur unterbrochen wurde, wenn eine Gruppe zum Einchecken dran war. Nicht nur über Lautsprecher wurde die Nummer kundgetan, sondern es liefen noch Mitarbeiter/innen durch die Stuhlreihen und schrien die Nummer, damit auch der letzte Passagier alles mitbekam. Wow, der Beginn einer Kreuzfahrt!

Irgendwann wurde auch unsere Nummer gefragt und wir stellten uns in eine lange Schlange an deren Ende wir unsere Pässe und Einreisepapiere loswurden und dafür eine Plastikkarte bekamen. Dann wurden wir und das restliche Gepäck wie am Flughafen durchleuchtet und...,nein wieder kein Schiff, sondern ein Bus!? Der fuhr uns durch den Containerhafen und endlich sahen wir unser Kreuzfahrtschiff, die "Oosterdam" der "Hollandamericaline"!


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