20.02.2024 San Antonio
Am Dienstag rief Franziska einen Huber, der uns zum Busbahnhof bringen sollte. Einen extra großen, denn mit unseren fünf Gepäckstücken und drei Personen brauchten wir schon eine...


Veröffentlicht: 09.03.2024
So, nun zu unserer „Heimat“ für die nächsten zwei Wochen. Die „Oosterdam“ ist eines von elf Schiffen der „Hollandamericaline“! Die feierte dieses Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum und begann damals im Transportsektor und brachte viele Auswanderer von Europa nach Amerika. Nun hat sie nur noch Kreuzfahrtschiffe, die zur Carnivel-Gruppe gehören, aber als eigene Gesellschaft arbeitet. Zu vergleichen mit der AIDA-Gruppe, die ja auch zu Carnivel gehört. Also, unser Schiff wurde 2003 ausgeliefert und 2019 total überarbeitet. Es passen 2388 Passagiere und 812 Crewmitglieder an Bord. Übrigens hat die Hollandamericaline nur Schiffe in dieser Größenordnung und bietet dadurch doch eine gewisse Übersichtlichkeit im Gegensatz zu den ganz großen Kreuzern, die bis zu 6000 Menschen an Bord aufnehmen können. Bei unserer Tour waren 1806 Passagiere und 736 Crewmitglieder an Bord. Sehr viele Nationalitäten bei den Reisenden und noch mehr innerhalb der Crew. Bei uns ist nur die Anzahl der deutschen Reisenden hängengeblieben, nämlich 176!
Die Oosterdam ist 285 m lang, 37 m breit und hat eine Höhe von 66 m! Ein kleiner Kasten ist das nicht. Da nur Karins Koffer gleich bei der Ankunft vor der Tür standen, machten wir uns gleich auf eine Besichtigungstour. Unsere Kabine (1047) war auf dem 1. Stock (Maindeck) und es gab insgesamt 11 Stockwerke. Die Stockwerke 2 und 3 beherbergten im vorderen Teil die große Hauptbühne für die Großereignisse, eine Bar (Billboard) und eine kleineren Lounge (Rolling Stone Lounge) mit kleiner Bühne und Tanzfläche. Dazu natürlich auch eine Casinoecke mit Glücksspielautomaten und Kartenspielen und sicher auch Roulette!? Im hinteren Teil gab es kleine Geschäfte für Schmuck, Uhren, Parfüm, Kleidung, Andenken, usw.. Wer es braucht?! Aber die Leute kaufen alles, denn sonst würde so ein Angebot nicht bestehen. Auch ein Aktionshaus für Kunst (West Park) hatte auf Deck 2 eine Vertretung. Der Stammsitz soll in Südafrika sein und Vertretungen gibt es auf vielen Kreuzfahrtschiffen und zwei Stützpunkte in Amerika! Das angeblich weltweit umsatzstärkste Auktionshaus für Kunst! Wir sollten davon später noch einen Beweis bekommen!? Weiterlesen! Daneben gab es noch einen eigenen Fotogaleriebereich, in dem alle Fotos angeboten wurden, den die Fotografen/innen so tagsüber von den Passagieren gemacht hatten. Und man/frau wurde häufig abgelichtet! Beim Einchecken vor einem Bild der Oosterdam, beim Promenieren auf dem Deck, beim Essen in den „gehobenen“ Restaurants (? ? dazu später mehr??) vor den unterschiedlichen Hintergründen der vorbeiziehenden Landschaft und auf Wunsch in den eigenen kleinen Studioecken mit Konzertflügel oder stylischer Sitzbank! Fotos über Fotos wurden angeboten und waren wohl mit 15$ noch ganz günstig. Denn wer wollte bestellte gleich die unterschiedlichsten Rahmen oder Fotobücher mit dazu! Es ist schon ein eigener Kanal, „Das Verhalten von Menschen auf Kreuzfahrten“! Auf diesen beiden Etagen gab es auch das Dining Restaurant (Vista Dining), dass frei zugänglich Frühstück und Abendessen a la carte anbot. An Seetagen auch nachmittags Teatime mit einer Etagiere gefüllt mit kleinen Häppchen! Die nächsten Decks waren nur mit Schlafkabinen belegt! Je höher wir kamen, desto vornehmer wurden diese Kabinen und das Angebot. So fanden wir, zufällig, die Neptun’s Lounge. Hier machten wir eine Verschnaufpause und wunderten uns über die seriöse Ausstattung mit Büchern, Spielen und einem soliden Kaffeeautomaten. Ein Loungemanager war gerade mit einem Gast an seinem Schreibtisch beschäftigt, so konnten wir uns mit kleinen Kuchenteilen und Kaffee und Tee versorgen. Auch eine geöffnete Flasche Weißwein gehörte zum Angebot. Aber das alles nur für die Edelpassagiere in den höheren Decks. In der 10. und 11. Etage gab es die Privatkabinen, wir vermuteten mit Butlerservice, aber da konnten wir keinen Blick werfen. Lediglich die Bar ganz oben (Crowe’s Nest) ist wohl auch für das gemeine Publikum geöffnet. Aber für uns war das 9. DECK (Lido Deck) am interessantesten: Hier gab es im vorderen Teil den Gym- und Spabereich. Beim Ausspähen traf Karin gleich auf eine Trainerin und unterschrieb ihre Teilnahme für die nächsten 14 Tage an allen Yoga- und Pilateskursen und auch für andere Angebote. Das sollte 99$ Dollar extra kosten, während ich mit der kostenfreien Benutzung von Fahrrädern und Kraftmaschinen zufrieden war. Unserer künftigen körperlichen Ertüchtigung stand also nichts mehr im Weg. Auf dem Weg zum rückwärtigen Teil des Lidodecks kamen wir an einem Pool vorbei, der in einem überdachten Teil untergebracht war und von vielen Liegen flankiert wurde. Hier standen auch zwei Tischtennisplatten. Aber der gesamte Bereich hatte eher etwas von einem Hallenbad mit Alkoholausschank auf Mallorca! Im hinteren Teil von Deck 9 (Upper Promenadendeck) gab es noch einen Pool, aber im Freien. Dazu zwei gut geheizte Sprudelbecken und auch noch eine Bar, aber alles oben air! Und am Rand den Raucherbereich, sehr großzügig ausgelegt war. Auf der AIDA war eher nur eine Schmuddelecke, ohne Sitzgelegenheit und Getränkeservice zur Verfügung gestellt worden!? Schon ein prägender Unterschied!
Auf diesem Deck gab es dann auch den freien Essbereich. Also 8 Theken an denen die verschiedensten Speiseangebote zur Verfügung gestellt wurden. Ein freundlicher Koch/Köchin erfüllte alle Wünsche und packte die Teller voll. Viele Dinge konnte man/frau sich auch selbst dazu nehmen, aber immer bitte mit einer Zange! Es gab alles und dann auch mit täglich wechselnden Angeboten. Der arme Körper, der das alles verarbeiten sollte! So oft kann keiner/keine in den Fitnessbereich gehen, um die Kalorien loszuwerden?! Wir können hier gar nicht alles aufzählen, was uns da anstrahlte und Appetit machte! Irre!!! Aber wie immer gab es viele Reisende, die sich die Teller vollschaufelten und dann den Großteil stehen ließen!? Zweimal gehen, dass ist für viele wohl zu kompliziert! Neben den Essensständen befanden sich die Getränkeautomaten an den wir uns den ganzen Tag mit Limonade, Eistee, Wasser, Kaffee und Tee eindecken konnten. Auch wenn es eigentlich nicht erlaubt war, füllte sich hier die Gäste ihre Trinkflaschen und Thermoskannen auf, speziell an den Tagen wenn Landgänge angesagt waren. Freie Plätze mussten uns suchen, konnten aber auch auf dem Promenadendeck essen! Manchmal hatten wir Glück und saßen nur zu zweit an einem Fenstertisch, meist aber an einem 4-er oder 6-er. Das hatte dann den Nachteil, dass sich eine Unterhaltung ergab: Oft amerikanisches oberflächliches Geplänkel, manchmal aber auch interessante Themen. Dabei essen und wieder Nachschub holen, Getränke ordern und wieder quatschen! Langweilig waren die Speisungen des Tages nicht! Besonders das Beobachten der Gäste brachte viel Abwechslung.
Am frühen Abend fuhren wir mit einem der ca. 24 Fahrstuhle zum Deck 1 zurück und plumbsten in die Betten!