16.02.2024 Valdivia
Heute wollten wir uns mehr Zeit für den Ort nehmen und Franziska musste arbeiten. So sind wir beide Richtung Ort aufgebrochen und bestiegen an der ersten großen Kreuzung einen...


Veröffentlicht: 19.02.2024
Heute mussten wir früher aufstehen, denn wir wollten einen Ausflug ins Umland machen. Panguipulli, am Lago Panguipulli, war unser Ziel. Das sollte ein typisch chilenischer Urlaubsort sein, der von anderen Touristen noch nicht entdeckt worden ist! Ca 120 km nordwestlich von Valvidivia, mitten in der bei Chilenen/innen beliebten Seeenplatte. Vom Busbahnhof aus fuhr ein etwas größerer Bus die 2,5 Stunden dorthin. Wir waren froh, dass wir uns zuvor Sitzplätze beim Ticketkauf (4,50 € p. P.) am Schalter reserviert hatten, denn der "Überlandbus" füllte sich sehr schnell und nahm unterwegsan vielen Haltestellen noch Passagiere auf. Auch wenn es kein modernes Überlandgefährt war, so strahlte doch die Tour etwas Beruhigendes aus. Zwar dudelte ein verzerrtes Radio vorn beim Fahrer, der gleichzeitig sein Phonekabel im Mund hatte und permanent mit jemandem/in quatschte, zwar heulte der Motor ziemlich laut, zwar redeten die Leute untereinander oft sehr angeregt, aber es hatte alles eine friedliche Atmosphäre. Beim Ein- und Aussteigen half man sich gegenseitig, alte, körperlich unbeholfene Leute bekamen die ganze Aufmerksamkeit vom Fahrer, der jeden Gast freundlich begrüßte. Wir fuhren alle miteinander von A nach B! Auch das Bezahlen wirkte wie dazugehörig: Der Fahrer hatte eine offene Holzkiste mit einem Bündel Fahrkarten. In die Holzkiste kam das Geld, das jeder Passagier erst beim Aussteigen bezahlte. Zwischen 1000 und 2000 Ch$ gaben die meisten, je nach Verweildauer im Bus. Fahrkarten händigte der Fahrer kaum aus, aber es fragte ja auch niemand danach! Nur kurz vor jedem individuellen Ausstieg kamen die Fahrgäste nach vorne, bezahlten und erklärten dem Buslenker, wo er am besten halten sollte. Natürlich gab es auch Bewegung im Bus an den regulären Haltestellen, die er aber nur Abfuhr, wenn dort jemand stand oder sich zuvor bemerkbar gemacht hatte. Wir gaben am Ende nur unser zuvor gekauftes Ticket ab, wie Bargeld!
Die Landschaft unterwegs entsprach doch sehr unseren einheimischen Gefilden: Felder mit Weizen (meist jetzt im Februar geerntet), runde Strohballen auf den Feldern, Rinderherden, Obstplantagen (hauptsächlich Äpfel), kleinere grüne Waldgebiete. Aber immer mit den hohen Bergen im Hintergrund, dem blauen Himmel und Sonnenschein! Im Ort selbst gab es eine doch architektonisch ausgefallene Kirche, die aber leider geschlossen war. Dass "der Liebe Gott" so in Vergessenheit gerät, kann niemanden mehr verwundern, wenn überall auf der Welt die Kirchenhäuser ("ihr Kinderlein kommet") geschlossen sind!? Dafür schallte von den Türmen moderne Popmusic!? Außer der Kirche gab es noch eine Hauptstraße, mit Geschäften und Restaurants, die sich vom Kirchplatz bis zum See hinzog! Hier wechselte das Angbot in touristischen Nippes. Das Publikum dafür war da, denn der Blick über den See zu den Bergen war schon allein den Besuch wert. Zwei Vulkane (Vocán Villarrica 2847m und Vocán ?), von denen einer 2015 zuletzt ausgebrochen war, gehörten auch dazu. Am See selbst ließen wir uns auf eine Bootstour mit sehr viel Speed und lauter alter Rockmusik ein und hatten aus dem Boot heraus noch einige Möglichkeiten mehr für Fotos. Weiter am See entlang kamen wir zum öffentlichen Badestrand. Menschen unter Sonnenschirmen, auf Klappstühlen, auf Decken,...der Strand war gut besucht. Hier gab es eine abgesperrte Schwimmzone mit Badeaufsicht und Franziska und ich stürzten uns in das ca 21° warme Wasser herrlich. Direkt neben unserer Badestelle war schon eine Bühne ins Wasser gebaut worden, auf der am Abend ein Fest mit Live-Band steigen sollte. Der Soundcheck war in vollem Gange und wir zogen weiter zum Essen. Der Mann von der Bootstour hatte uns ein Lokal in der Nähe empfohlen und bald hockten wir an einem kleinen Tisch auf der Terrasse. Auch wenn es keinen Alkohol gab und das Rauchen untersagt war, das Essen war sehr schmackhaft, sehr reichlich und sehr preiswert! Karin und ich teilten uns einen Teller mit gebratenem Lachs und viel Salat und Franziska orderte die größte Empanada. Die Limonade und das hausgemachte Beerensorbet rundeten alles ab. Selbst die Strohhalme aus Reismehl bzw. aus Bobonmasse konnten wir aufessen! Danach streiften wir Richtung Busbahnhof, wo gegen 17:00 Uhr uns ein Bus zurückbrachte. Dieses Mal hatten wir keine vorgebuchten Fahrkarten bzw. Plätze, aber wir konnten sitzen bis Valdivia. Wieder in einen Micro und ab nach Hause! Garten, Bier (Karin mit Honig, Franziska mit Maggi) und Reste essen! Uns reichte der Tag, aber Frsnziska musste noch arbeiten.
