Chile - San Pedro und die Riesenkupfermine
Beitrag 14 - Touristenhochburg San Pedro de Atacama mit Planetenoberservation, Mondtal und Geysiren. Und Besuch der Riesenkupfermine Chuquicamata.


Veröffentlicht: 12.09.2018





















































































Der Weg von San Pedro nach Calama ging schon gut zwei Stunden durch die Wüste. Und nun von Calama nach Iquique an die Küste Chiles nochmals 5 Stunden quer durch die Wüste. Weit und breit nichts, aber trotzdem beeindruckend. Iquique und die gesamte Region rauf bis nach Arica haben ebenfalls große geschichtliche Bedeutung für Chile. Iquique ist die Nitratstadt, in der Chilesalpeter für den Export verladen wurde. Heute bietet Iquique hauptsächlich Strand und beste Surfgelegenheiten für Chilenen und Gäste aus der ganzen Welt.
Im Pazifischen Krieg (Salpeterkrieg)haben hier zentrale Schlachten stattgefunden und seit dem ist diese Region auch wieder in chilenischer Hand. Das wird auch glorreich im Militärmuseum dargestellt. Als ich ins Museum ging sind mir gleich zwei engagierte Soldaten entgegengetreten, die mir die "wahre" Geschichte erzählen wollten. Aus ihrer Sicht ist die Sache relativ einfach. Bolivien hat entgegen geltendem Recht Steuern für den Salpeterabbau durch chilenische Firmen erhoben. Deshalb hat man das Land besetzt, nicht angegriffen! Und dann schließlich auch den Krieg gegen die verbündeten Peru und Bolivien erklärt. Und weil man nun schon mal im Krieg war und überlegene deutsche und britische Militärtechnik hatte, ist man halt gleich weiter bis nach Lima marschiert. Und am Ende des Krieges - wie es halt immer so ist - wurden die Grenzen in Verträgen neu geregelt. Und Bolivien habe das bis heute nicht akzeptiert. Und fertig!
Als ich so durch die dünnbesiedelte Wüste fuhr, hab ich mich natürlich schon gefragt weshalb man um dieses Gebiet kämpft. Aber vor dem Hintergrund der großen Salpetervorkommen, die vor allem nach Europa als Düngemittel verkauft wurden, wird die wirtschaftliche Bedeutung natürlich schnell klar. Damit begann auch der wirtschaftliche, chilenische Aufschwung und in Bolivien ging es ziemlich bergab. Das hielt so lange an bis das Haber-Bosch-Verfahren von der BASF erstmals 1913 zur Produktion von Ammoniak erfolgreich industriell eingesetzt wurde. Damit ging der Bedarf an importiertren Düngemitteln aus Südamerika natürlich schlagartig zurück.
Ich war noch etwas früh dran in Iquique. Die Saison beginnt erst so langsam, deshalb war auch nicht sehr viel los. Aber immerhin ein nettes Hostel, mit angenehmen Leuten. Da ließ es sich schon aushalten. Tagsüber habe ich mir dann noch den Nachbau des Schiffes Esmeralda angeschaut mit dem General Prat in der Seeschlacht von Iquique im Pazifischen Krieg gekämpft hat. Das Original liegt noch immer auf dem Meeresgrund. Sie wurde von einem peruanischen Panzerschiff gerammt.
Ansonsten hat Iquique durchaus historischen Charme. Die frühere Bedeutung der Stadt lässt sich leicht erahnen, allem voran auf dem Boulevard, der noch sehr schön erhalten ist.
Auf meinem Sonntagsausflug bin ich dann zur Oase Pica gefahren. Knapp zwei Stunden wieder landeinwärts durch die Wüste und man ist in einem kleinen Ort, an dem ein Menge Obst angebaut wird. Also eine echte Oase! Sonst war da nicht zu viel los. Ein kleines, schrecklich überlaufenes Thermalbad gab's noch. Und dann ging es wieder zurück nach Iquique. Am nächsten Morgen dann weiter nach Norden nach Arica kurz vor der Grenze zu Peru.
Arica
Ich dachte auf dem Weg nach Arica könnte ich drei Stunden lang das Küstenpanorama genießen. Die Strecke führte dann doch etwas weiter weg von der Küste, sodass ich wieder nur Wüste bestaunen konnte.
Arica ist ähnlich groß wie Iquique, ein noch besserer Surfspot, ebenfalls von Dünen und Bergen umschlossen und hat natürlich auch eine entscheidende Rolle im Pazifischen Krieg gespielt. Die Küstenstadt mit dem symbolträchtigen großen Hügel El Morro wurde auf den Landweg von Chile erobert. Aber auch danach war Arica bedeutend, weil der Bau Schienenstrecke von Arica nach La Paz zentraler Bestandteil des Friedensvertrags war um Bolivien den Zugang zum Meer zu gewähren. Aus Bolivien kommen in Arica nun aber schon gut 10 Jahre keine Güterzüge mehr an, Personenzüge schon 20 Jahre nicht mehr. Den Zug voller Silber, den wir in der Salar de Uyuni gesehen haben, fährt weiter nach Süden, Richtung Antofagasta, an die chilenische Küste.
Vor meinem Abschied aus Chile hat sich der Besuch des Nationalparks Lauca ganz im Norden noch angeboten. Also von Meereshöhe auf wieder gut 3500m in drei Stunden von Arica nach Putre. In Putre gab es auch einige Agenturen, die Touren anbieten. Allerdings waren diese nur schwer anzutreffen. Sah nicht so aus, als ob sie unbedingt die Touristen bedienen wollten. So viele gab es davon auch nicht. Nach ein paar Telefonaten und Klinkenputzen hat sich dann tatsächlich jemand erbarmt mich mitzunehmen. Und zwar auf die Tour nach Suri Plaza und dem farbenprächtigen Bergen ringsherum auf gut 5000m Höhe. Damit war der nächste Tag schon mal gesichert, aber eigentlich wollte ich auf eine andere Tour, auf der es etwas mehr zu sehen gibt. Dafür ließ sich aber auch am nächsten Tag niemand erwärmen, sodass ich beschloss einfach selber am nächsten Morgen zu den mehr oder weniger nahegelegenen Thermalbädern zu laufen und danach dann direkt mit dem Bus wieder nach Arica zu fahren. Das hat dann auch ganz gut geklappt. Arica hatte ich ja auch schon besucht und da gab's auch nicht mehr zu sehen, sodass ich mir dann gleich ein Zugticket für den nächsten Morgen gekauft habe.
Tacna ist ein sonniges, entspanntes Städtchen, das im Sommer etliche chilenische Touristen empfängt, die dann an den nahegelegenen Strand fahren. Sommer war aber noch nicht - wär mir bestimmt auch zu heiß gewesen - deshalb alles noch etwas ruhiger. Also ein paar Tage durchatmen, kulinarisch geniessen und am Blog schreiben bzw. fähiges Internet suchen.
