Kandy - Nuwala Eliya - Maskeliya - Sri Lanka
Nach der Idylle Sigiriyas ging es dann in die ehemalige Hauptstadt Kandy. Ich ging direkt zu einem traditionellen Tanz der Singhalesen (wobei ich mich bis jetzt frage wie viel...

Veröffentlicht: 21.09.2023
Als ich die Zusage zu dem Volunteering beim elephant freedom project bekam war ich ziemlich aufgeregt und malte mir schon genau im Kopf aus wie es sein würde. Das Projekt dreht sich um zwei Elefanten (Kumari and Meneki), welche aus ausbeuterischen touristischen Unternehmen gerettet wurden und nun in einem tierfreundlichen Gelände und artgerechten Verhältnissen gehalten werden. Meine Vorstellungen entsprachen jedoch nicht der Realität. Das Projekt bietet hauptsächlich 'Touren' an, wobei max. 6 Besucher gleichzeitig mit den Elefanten spazieren gehen können und sie im Fluss waschen können. Das Volunteering ist war dann doch sehr unkoordiniert und unorganisiert. So ist mam meisten nur mit den Gruppen mitgegangen und musste lediglich einmal pro Tag kurz das Habitat sauber machen. Mit Arbeit hatte das nichts zu tun.
Man merkte auch, dass die Besucher die solche Touren buchten ein ganz gutes Einkommen hatten und dass das, im Verhältnis zu anderen Preisen in Sri Lanka, viele Geld durch die Touren dann doch in den Händen der Gründerfamilie landete und nicht der Mahuts (die einheimischen Elefanten Betreuer). Lediglich auf Eigeninitiative konnte man noch arbeiten und so holte zwei Stunden Plastik aus dem Fluss in dem die Elefanten badeten. Nach einer halben Stunde kam ein 7 jähriges einheimisches Mädchen und half mir fleißig und wir machten spaßige Spiele aus dem Müll aufsammeln bis wir einen riesen Berg zusammen hatten.
Es ist für mich immer noch unbegreiflich wie die Menschen hier ihren Müll so unbewusst in die Natur werfen, wobei sie gerade mit der wundervollen Natur durch Touristen Geld verdienen und meistens immernoch Hand in Hand mit ihr Leben. Die mangelnde Bildung, das fehlende Gefühl für Langzeitfolgen, die nicht vorhandene Infrastruktur für einen adäquaten Müllabtransport und das fehlende Geld sind die Funken dieses Problems während der steigende Konsum und Verbrauch durch den allmählichen wirtschaftlichen Aufschwung das Benzin ist.
Nichts desto trotz wurden die Elefanten sehr tierfreundlich gehalten und es war ein unfassbares Erlebnis mit den größten Landlebewesen so eng in Kontakt zu sein. Die alleinige Präsenz der Tiere ist respekteinflößend und zugleich anziehend. Die Tiere strahlen einfach so eine Ruhe und Gelassenheit aus!
Dann besuchte ich noch mit einer kanadischen Backpackerin die "elephant poo factory", in der Elefantenexkremente Zu Papier und dann weiter zu Notizbüchern etc. verarbeitet wurden. Ziemlich verrückt, aber nachhaltig :D
Interessant wurde es dann vorallem, als wir gefragt wurden ob wir nicht in einer lokalen Schule für 2-3h ein wenig Englisch unterrichten wollen. Ich fande die Idee generell super, doch habe ich keinerlei pädagogische Bildung und vorallem kein Plan wie man Sprachen am besten vermittelt. Ich verstehe ein bisschen etwas von Medizin, also fragte ich ob ich vielleicht medizinische Grundlagen unterrichten könnte und die Projektleiterin war begeistert und erzählte mir, dass dort sowie so eigentlich alle Schüler*innen gut englisch sprechen. Dementsprechend unterrichtete ich dann in einer Klasse von 100 Schüler*innen (zwischen. 10-21 Jahre alt) zwei Stunden lang Grundlagen der Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre und Wundmanagement. Es war einfach fantastisch. Die Kinder waren alle super interessiert und gerade die, die später auch in der Medizin tätig sein wollen, waren engagiert dabei. Ich war zwar recht nervös, doch verlief alles wie ich es vorbereitet hatte und es war eine wundervolle Erfahrung. Die Kunst ist nur komplexe Themen, die man selber verstanden hat, simpel wiederzugeben und diesen trotzdem gerecht zu bleiben. Die kanadische Backpackerinen machte dasselbe nur mit Klimawandel, da sie in diesem Feld arbeitet.
