Whānau
Kia Ora from Manawatu-Wanganui

Pia´s Geburtstag am anderen Ende der Welt

Es war mitten in der Nacht, als unser Wecker klingelte. Es muss kurz nach vier Uhr morgens gewesen sein, als wir uns mit Pia´s Auto auf den holprigen Weg machten. Die Fahrt war mal wieder ein echtes Erlebnis. Bei dieser Strecke war nicht nur die unbefestigte Schotterstraße, sondern auch die nicht vorhandene Beleuchtung sowie Seelöwen Warnschilder der Grund, weshalb wir für die Strecke von circa 20 Kilometern eine knappe Stunde brauchten. Kurz bevor wir am Leuchtturm des East Cape eintrafen, wurde es zwar etwas heller, aber leider war der komplette Himmel immer noch Wolkenbehangen. 

Am Ende der Straße wartete ein kleiner Fußmarsch mit 757 Stufen auf uns. Oben auf dem Hügel angekommen, erblickten wir dann eine weite Aussicht auf den Ozean, allerdings ohne die helle Scheibe. Es fühlte sich wie ein klassischer, stürmischer Herbsttag an. Wir genossen den Ausblick und die reine Luft bevor wir wieder den Rückweg antraten.  

Das East Cape Lighthouse stellt Neuseelands östlichsten Punkt dar.
Dieser wie verbrannt wirkende Baum ist in Neuseeland keine Seltenheit. Seine Rinde ist von einem Pilz befallen, der den Baum aber nicht zerstört, sondern mit ihm in Symbiose lebt. Um Insekten anzulocken bildet der Pilz kleine dünne Fäden, an dessen Ende ein kleiner Tropfen hängt. Auch wir naschten von dem Lockstoff, der überraschenderweise zuckersüß schmeckt. Es konnte schonmal vorkommen, das wir einige Minuten an dem Baum verbrachten, um eine Kostprobe zu suchen... mhh lecker :)
Dieser wie verbrannt wirkende Baum ist in Neuseeland keine Seltenheit. Seine Rinde ist von einem Pilz befallen, der den Baum aber nicht zerstört, sondern mit ihm in Symbiose lebt. Um Insekten anzulocken bildet der Pilz kleine dünne Fäden, an dessen Ende ein kleiner Tropfen hängt. Auch wir naschten von dem Lockstoff, der überraschenderweise zuckersüß schmeckt. Es konnte schonmal vorkommen, das wir einige Minuten an dem Baum verbrachten, um eine Kostprobe zu suchen... mhh lecker :)


Auf der Rückfahrt, nun mit Tageslicht, wurde uns erst bewusst wie verdammt schmal die "Straße" ist und wie nah der Abgrund in das Meer mündete. Die Landschaft war hier besonders urig, rau und kaum besiedelt - ein Charme von Wildnis. Schaut her, hier mal wieder ein Wasserfall, den wir so schön fanden und euch nicht vorenthalten wollten. 

Eine besondere Überraschung erwartete uns wenige Kilometer später am Straßenrand...

 ... ein posender Seelöwe, den wir hautnah beobachten konnten. 

Auch wenn die Sonne am frühen Morgen nicht mitspielte, feierten wir, zurück am Campingplatz, Pia´s Jubeltag bei einem reichhaltigen Frühstück. 

Wir freuten uns auf einen tollen Geburtstag, denn nach einer warmen Dusche, ging es weiter nach Süden an der Küste entlang. Doch zuvor durften wir uns noch mit viel Gelächter und unserem ganz individuellen Gang-Logo an der Wand verewigen.

Zur Erinnerung, wir befinden uns immer noch auf dem 330 Kilometer langen Pacific Coast Highway. Den nächsten Stopp legten wir in Tikitiki, an der St Mary´s Church ein. Die anglikanische Kirche wirkt von außen betrachtet nicht besonders prunkvoll, doch im inneren gab es viele kunstvolle Maori-Schnitzereien und Motive zu entdecken.

Auf der Weiterfahrt waren immer wieder Buchten und die wilde Brandung zu sehen. Auch begegneten uns viele Holztransporte. Wie auch auf dem Rest der Welt war die einseitige Forstwirtschaft am East Cape deutlich sichtbar. 

Dort wo einst James Cook um 1769 anlegte, landeten auch wir als nächstes - in der Tolaga Bay. Besonderheit an diesem Ort ist der mit 660m, wohl längste betonierte Kai der südlichen Erdhalbkugel, der in den 1920er Jahren fertig gestellt wurde. Damals wurde er für die Versorgungsschiffe genutzt, verlor aber 1963 seine Funktion in Folge der Einstellung des Schiffsbaus. Der Kai grenzt an beeindruckende Sandsteinklippen.

Für diesen Tag hatten wir uns wirklich eine besonders weite Fahrstrecke vorgenommen. Nach den vielen Stopps erreichten wir pünktlich zur Kaffee-Zeit unser Ziel, die Stadt Gisborne. Diese liegt in der Poverty Bay und gilt als die östlichste Stadt Neuseelands. Wie es sich gehört wollten wir Pia´s Geburtstag mit einem Stück leckeren Kaffee und Kuchen genießen. Doch die besonderen und für uns Deutschen unverständlichen Öffnungszeiten der Neuseeländischen Cafés machten uns einen Strich durch die Rechnung. Wir liefen von einem Laden zum anderen, wohl gemerkt es war circa halb vier am Nachmittag. Wir waren kurz davor die Sache abzubrechen, doch dann Stand das Glück noch auf unserer Seite ...

Wir waren der Meinung das nicht nur ein Stück Kuchen zum Geburtstag gehört, sondern auch was Prickelndes zum anstoßen. Da Pia dem Alkohol eher abgeneigt ist, sprangen wir über unseren Schatten und machten ihr diese kleine Freude. In der Sunshine Brewery probierten wir zunächst kleine Biere in ausgefallenen Geschmacksrichtungen, wie Wassermelone, um uns anschließend das ein oder andere Fläschchen für den Abend mitzunehmen. 

Mittlerweile wurde es auch schon dunkel und unseren Campingplatz hatten wir noch nicht erreicht. Die Auswahl fiel auf ein günstigeres Angebot, leider mussten wir erneut feststellen, dass die günstigsten Plätze die buntesten Menschen beherbergen. Erinnert ihr euch noch an Takaka? Das ganze mit noch mehr Musik und überall Katzen, klasse.

Wir ließen uns den Abend aber nicht vermasseln, kochten uns ein leckeres Mahl und bei guten Geschichten in romantischem Kerzenschein ging ein schöner Geburtstag am anderen Ende der Welt zu Ende.

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