Välkommen till Sverige
Unsere 7stündige Autofahrt verlief eigentlich recht unspannend. Rechte Spur, konstante 90km/h, genau EIN Auto überholt, keine großen Staus, nur jede Menge Baustellen mit kurzen...

Veröffentlicht: 05.08.2019
Grillen gestern Abend war echt lecker ! Es hat zwar vorher ein paar Tropfen gegeben, Wind zog auch für ein paar Minuten auf, aber als abzuzeichnen war, dass kein Unwetter kommt, haben wir unsere Außenkantine aufgebaut. Nur die harten kommen in den Garten !
Bestückt mit Mückenarmbändern und Zitronenkerzen haben wir noch bis ca 22 Uhr ausgehalten und sind dann in unsere Kojen gefallen. Die erste Nacht war ganz zufriedenstellend. Es ist alles etwas eng, und wenn sich ein Schlafender im Alkoven dreht, wackelt auch der Schlafbereich im Heck (andersrum natürlich genauso), aber das ist eben Camping. Nach dem Aufstehen hat sich jedenfalls keiner über Schlafmangel oder Schmerzen jeglicher Art beschwert.
Der Morgen startete mit frisch gebackenen Brötchen vom Campingplatz-Kiosk, Tee, Kaffee, mittelweich gekochten Eiern und genügend Wurst- und Käseauswahl. Dann haben wir uns frisch gemacht, eingepackt, ausgecheckt und uns auf die Weiterfahrt begeben. Nachdem Robby gestern schon ein paar Kilometer das Mobil gefahren ist, hat er heute den Großteil der Strecke übernommen. Sein Wunsch war, nicht nur über die Schnellstraßen und Autobahnen zu fahren, sondern auch mal etwas vom Land zu sehen. Dem sind wir auch nachgekommen und haben gleich den wundervollen kleinen See Dagstörpssjön gefunden, der zum Fotografieren und Drohnefliegen einlud. Am Ufer, mitten unter Bäumen hat ein junger Mann scheinbar die Nacht im Zelt verbracht und bot uns gleich den Platz an, in einer Stunde sei er weg. Ganz allein, mitten in der Natur, nur mit Zelt und Lagerfeuer hat er wohl seinen ganz persönlichen Traum verwirklicht.
Da wir aber weiter wollten, bedankten wir uns höflich und setzten unsere Reise fort. Die Natur Schwedens ist wunderschön anzuschauen. Gesunde Mischwälder in immensen Ausmaßen, kerzengerade asphaltierte Straßen, aber auch sich schlängelnde Schotterwege und jede Menge Seen... Begeistert waren wir auch von den typisch schwedischen Holzhäusern, die fast ausschließlich rote Fassaden haben. Dabei fragten wir uns, warum eigentlich rot? Nicht blau, nicht gelb... Wenn wir einen Schweden treffen, der uns dieses Geheimnis lüften kann, geben wir euch Bescheid.
Die Fahrt führte uns dann weiter Richtung Norden auf der Schnellstraße. Erstmal wieder Kilometer machen. Plötzlich wurden wir von einer Kolonne Wohnmobilen überholt: 11 Italiener! Die werden sicher einen Stellplatz ganz für sich allein gemietet haben.
Nach einem Fahrerwechsel näherten wir uns dem Vättersee, den wir fast in seiner ganzen Länge von 135km passierten bzw. morgen noch passieren. Auf dem See gibt es die Insel Visingsö, die laut einer Sage ein Riese Vist erschaffen haben soll. Er hat ein Grasbüschel in den See geworfen, damit seine Frau beim Überqueren was zum Draufsteigen hat.
Jetzt wundert ihr euch über mein Wissen, ich geb´s zu: Wikipedia ;-)
Gesehen haben wir die Insel lange Zeit, sind ja richtig gut am Ufer vom Vättern entlang gefahren. Leider hat es nicht gereicht, ein Foto davon zu machen oder gar die Burg im Süden zu sehen, die wohl die älteste Schwedens sein soll.
Gegen Abend sind wir nun nach der Tagestour von 352km in Karlsborg am Hafen angekommen. Ein kleiner, aber feiner Wohnmobilstellplatz direkt am Hafen. Freundliche Mitcamper aus Großenhain haben uns netterweise erklärt, wie das hier so funktioniert: Stellgebühr wird am Automaten mit Visa bezahlt, das Ticket gut sichtbar im Auto auslegen und auf der Quittung steht der Zahlencode fürs Sanitärgebäude (welches im Übrigen absolut top ist! Sauber und sogar mit Regenwalddusche – alles inklusive!).
Zum Abendessen gab´s heute mal Nudeln, auch lecker!
Als Tagesausklang hat Robby noch seine Kamera-Ausrüstung gezückt und versucht sich nun am Sonnenuntergang am Karlsborger Hafen während ich euch mit neuem Lesestoff beglücke.
Ist nur leider gar nicht so einfach sich zu konzentrieren, da hier ein tierisches Phänomen seine Kreise zieht: Hunderte, bis an die Tausend Schwalben ziehen in der ganzen Schar durch die Lüfte, kreisen 3-4 Runden, sodass sich der Himmel verdunkelt und landen dann geschlossen auf 2-3 benachbarten Bäumen. Und dann fangen alle mit einem Mal an zu zwitschern... ich hoffe ihr könnt euch vorstellen, wie das klingt! Wahnsinn!!!
Jetzt wird es ein wenig frisch, Mücken kommen vom Wasser herauf, aber wir sind ja gewappnet mit unseren Armbändern. Dann bis morgen, schlaft gut.
4BolisOnTour