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Velkommen til Norge

Veröffentlicht: 09.08.2019

Der Morgen verlief recht unspektakulär, Frühstücken, einpacken, Frischwassertank befüllen, auschecken. Dabei konnte ich jedoch die noch offene Frage endlich klären. Den netten Herrn an der Rezeption fragte ich, warum denn die schwedischen Holzhäuser immer rot sind. Das was er sagte, war folgendes (ohne Garantie auf Wahrheitsgehalt und Richtigkeit – das Gespräch verlief auf Englisch): In der Stadt Falun gibt es eine Kupfermine. Außerdem haben die Schweden ja den Drang, Fisch in Holzkisten (oder Fässern) in Salzlake einzulegen. Nun kam es irgendwann, dass jemand die Salzlake mit den Abfallprodukten der Kupfergewinnung mischte und daraus dieser spezielle Rotton entstand. Fortan wurden die Holzhäuser in der Region um Falun mit dieser Farbe angestrichen. Das zog dann immer weitere Kreise, sodass man heute über diese Region hinaus das typische rote Schwedenhaus sieht. Außerdem verriet der nette Herr mir noch, wenn heute jemand ein Holzhaus baut, kann er die Fassadenfarbe selber bestimmen. Hauptsache es ist rot!

Herrliche Story, und nun wisst ihr auch bescheid.

Dann verjubelten wir noch unsere letzten schwedischen Kronen und machten uns auf die nächste große Reise gen Westen.

Gegen Mittag kamen wir zur schwedisch-norwegischen Grenze. Vorher haben wir einen kurzen Stop eingelegt um die Gopro zu installieren, damit wir diesen denkwürdigen Augenblick des Grenzübertritts filmen können. Und was war ? Total enttäuschend. Erst kam das unscheinbar wirkende Schild "Norwegische Grenze geradeaus" und schwupp..... war man drüben. Kein großes Trara, keine Grenzkontrolle, kein nichts. Lediglich die Straßen waren nun nicht mehr mit rotem Asphalt bedeckt und die Nummernschilder der Autos sahen irgendwie anders aus.

Aber wir sind jetzt in Norwegen und das nächste große Abenteuer kann beginnen.

Die Landschaft änderte sich erstmal gar nicht so großartig, weiterhin Wälder und viiiieeel Wasser, egal ob Seen, Teiche oder Flüsse. Trotzdem kann man sich immer noch nicht daran satt sehen. Aber die Häuser sahen nun anders aus. Während die Schweden in kleinen roten Häusern wohnen, haben die Norweger viel größere, fast schon Villen, mit wunderschönen großen Veranden. Meistens sind diese auch nur einstöckig gebaut mit nem Dachboden. Falls man mal an einem kleinen Häuschen ohne Veranda vorbeifuhr, sah man aber im hinteren Grundstück noch 2-3 weitere Hütten. Sowas gefällt Mutti´s Tochter.

Nach einiger Zeit sagte uns das Navi „hier links abbiegen“ und von da an blieben unsere Münder mit großem Erstaunen weit offen. Immer höher führte uns die Straße, manchmal wurde sie ganz schön schmal und man musste für den Gegenverkehr kurz rechts ranfahren. Die Baumwelt wurde immer lichter und lichter und irgendwann waren wir über der Baumgrenze angelangt. Ein unfassbarer Ausblick in die Weiten des Nichts eröffnete sich uns. Berge am Horizont, kein Ort, kein Haus weit und breit und in 1200m ein kristallklarer See. Klar, dass wir da für eine Fotosession anhalten mussten! Diese geniale Aussicht konnten wir fast die ganze Strecke bis zu unserem neuen Domizil genießen. Einheitliche Meinung im WoMo war: die Landschaft ist noch geiler als in Schweden.

Kurz vor Ende unserer Tour gab es noch ein Highlight zu betrachten: Die Stabkirche zu Ringebu. Diese gehört zu den größten der noch verbliebenen 28 norwegischen Stabkirchen und wurde 1220 erbaut. Heute sieht sie natürlich ganz anders aus, wurde mehrfach innen wie außen baulich verändert, aber der Kern, das Mittelschiff ist erhalten geblieben. Alles ist verzapft und auf Schwellen erbaut, kein einziger Nagel wurde damals verwendet. Ganz schön interessant und imposant.

Nachdem wir unser kulturelles Wissen erweitert hatten, fuhren wir die letzten paar Meter zum Elstad Campingplatz in Ringebu, wieder pure Begeisterung in unseren Gesichtern! Direkt am Fluss Gudbrandsdalslagen liegt dieser wunderschöne Fleck. Vom WoMo aus haben wir Blick auf eine gigantische Felswand, begrünt mit Nadelbäumen und der Fluss schimmert in herrlichem Türkis. Hier lässt es sich aushalten. Norwegen, wir sind angekommen!


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