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Alter Schwede !

Veröffentlicht: 07.08.2019

Eins muss man feststellen: Die Wetter-Apps sind für Schweden genauso zuverlässig wie zuhause, nämlich gar nicht. Für heute war den ganzen Tag Regen angesagt, und was war ? Herrlichster Sonnenschein! Als wir früh aufgestanden sind (heute mal ausgeschlafen bis halb 10) tröpfelte es ein wenig aufs Dach und der Himmel zeigte sich von seiner grauen Seite, aber direkt Regen? Sieht nich so schlimm aus, wir können unsere Tour wie geplant angehen. Also wurde wieder schön gefrühstückt und die Morgenhygiene absolviert. Dazu müsst ihr wissen, es gibt hier nur 2 Plumpsklos in der Holzhütte, eins davon sogar behindertengerecht. Und wie man sich vorstellen kann, gehen früh natürlich alle anwesenden Camper zum Morgensch***, da hebt man den Deckel am besten, ohne in die Sanitäranlage zu schauen. Aber gut, besser ein Klo als gar kein Klo. Zum Händewaschen steht neben dem Waschbecken ein Wasserkanister, der mit einem Fusspedal das Wasser nach oben durch einen Schlauch befördert. Aber hygienisch ist trotzdem anders, wenn man den Schlauch betrachtet. Egal, Händewaschen geht auch im WoMo. Der Himmel lockerte immer mehr auf und so packten wir unsere 7 Sachen (ganz wichtig: Antibrumm und Fenistil) und starteten die Wanderung. Die Fußroute von google maps wollte uns über die Schnellstraße führen. Wir dachten uns aber „da gibt’s doch sicher noch nen richtigen Wanderweg.“ Der war dann auch recht schnell gefunden, einfach immer der orangefarbenen Markierung folgen. Haben wir gemacht. Quer durch den Wald, steil bergauf, über einen Bach und immer schön nach den orangenen Strichen Ausschau halten. Dabei ging es über Wurzelwerk und Steine auf Pfaden, wo teilweise wirklich nur 2 Füße nebeneinander passten. Irgendwie schwirrte mir durch den Kopf „über Stock und über Steine, aber brich dir nicht die Beine“...

Die Natur machte aber jegliches Jammern zunichte. Teilweise lief man an moosbedeckten Wiesen und mit Flechten überzogenen Baumstämmen vorbei, dass man wartete, bis ein Zwerg oder Troll hervorhüpft. Die Sonne entfaltete immer mehr ihre Kraft und der anstrengende Fußmarsch ließ uns dahinfließen. Am Naturum angekommen gab es für jeden erstmal nen Schluck Selters, um den Wasserhaushalt wieder ins Lot zu bringen. Naturum ist die Plattform im Fulufjället Nationalpark, von der aus ein 4km langer Rundweg startete. Vorbei ging es an einem Moorgebiet mit 2 Teichen, dann weiter zu einem kleinen Fluss, in den der Wasserfall mündet und dann über mehrere Treppen zum Highlight des Tages. Der Njupeskär ist mit 125m Höhe der höchste Wasserfall Schwedens. Alter Schwede! Beeindruckender geht es kaum! Unser Fotograf konnte gar nicht genug Fotos schießen, er kletterte über riesige Felsbrocken ganz nah an ihn heran um den perfekten Shot zu erhaschen. Für jeden, der mal Schweden bereisen möchte, kann man das nur empfehlen. Der Rundweg führte uns dann fast in Baumkronenhöhe weiter durch das Naturschutzgebiet, ging dann abwärts, bis wir nach 3 Stunden wieder am Naturum ankamen. Erstmal ne Stärkung, Pommes für alle! Da uns der Rückweg durch den Wald doch ein wenig zu anstrengend anmutete, liefen wir dann an der Schnellstraße – vorbildlich auf der linken Seite im Gänsemarsch – zurück zu unserem Stellplatz. Alles in allem sind wir ungefähr 15km gelaufen, dafür hat WoMo heute mal frei.

Dusche ist leider keine hier vor Ort, aber der Fluss hat gereicht, um sich auf die Schnelle etwas zu erfrischen. Die Sonne hatte auch noch nicht vor aufzugeben, deshalb haben wir kurzerhand meine beiden braunen Schüsseln (ich wusste, dass das eine gute Anschaffung ist!) mit glasklarem Flusswasser befüllt und den Waschsalon eröffnet. An Tag 5 ist schon ne ganze Ladung angefallen, der Wäscheständer ist jedenfalls voll geworden.

Nun lassen wir den Abend noch ausklingen, bevor wir hundemüde vom Wandern ins Bett fallen. Für die Nacht ist Regen angesagt...wir werden sehen.


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Antworten (2)

Sabine
Ich bin beeindruckt. Da sagte mal jemand, wandern ist kein Urlaub. Macht weiter so.

Tina
Wer soll denn das gesagt haben o.O ? Der Muskelkater zeigt aber, dass es nötig war, die Gräten mal wieder zu beanspruchen