Ein sonniger Tag in Le Tréport mit überraschendem Ende
Gestern Abend war es spät geworden, wir saßen echt lange bei Kerzenschein und haben über dies und das und jenes gesprochen, wozu man manchmal im Alltag gar nicht kommt....

Veröffentlicht: 12.08.2020













Leute ich sage Euch, was für ein Tag! Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt im Stundentakt. Aber von Anfang an:
Der Abend gestern verlief dann noch ganz gechillt, der Regen hat irgendwann aufgehört und wir sind etwa um Mitternacht eingeschlafen. Heute früh hatten wir den Vorteil, dass wir nach dem Frühstück das Outdoor-Mobiliar nicht verräumen mussten und so konnten wir eigentlich ganz easy losfahren zu unserem nächsten Ziel. Erst noch fix Klokassette leeren, Wasser auffüllen und Grauwasser ablassen – los geht´s.
Wir fuhren problemlos Richtung Étretat (dort ragt ein riesiges Felsentor ins Meer, soll super Fotos geben und eventuell hat Drohni ihren ersten Einsatz). Aber erstens kommt es anders, als man…
Der Ort Étretat ist ein kleines Nest mit einem touristischen Ortskern, total überlaufen und schon am Ortseingang parkten die Autos wild links und rechts an den Seiten. Am Ortsausgang hatte ich einen Parkplatz NUR für Wohnmobile ausfindig gemacht, aber als wir dort ankamen war alles voll! Diesem gegenüber ist ein Parkplatz nur für PKW, der aber auch schon übervoll war, also parkten PKW auf „unserem“ Parkplatz und keine Lücke war mehr zu ergattern. Eine aufgeregte, selbsternannte Parkwächterin fuchtelte wild mit den Armen und blockte alle ankommenden Autos ab, rief uns in bissigem Ton zu „tout est plein!!!“ was soviel heißt wie „es ist alles voll!!!“ Sie machte Zeichen, die uns bedeuten sollten, dass es keine Chance auf einen Platz mehr gibt, wo wir stehen können. Ich fragte sie freundlich, ob es einen anderen Parkplatz irgendwo gäbe, aber ihr sehr energisches Kopfschütteln sah aus wie „keine Chance!“
Damit war Étretat vom Tisch. Ganz ehrlich, diese Massen an Autos und Menschen, die fussläufig zum Kreidetor unterwegs waren, könnt ihr euch nicht vorstellen. Das ist irre!
Also gut, kurz sammeln, suchen wir halt ein anderes Ziel. Das sollte ein Campingplatz in Strandnähe werden. Unterwegs haben wir zum zweiten Mal auf unserer Reise getankt, und zwar in Fécamp. Dort wird Service groß geschrieben, denn die nette junge Frau kam sofort aus ihrem Häusschen, nahm den Zapfhahn und tankte für uns voll. Das mein ich nicht ironisch, das war wirklich nett. Den Campingplatz erreichten wir auch alsbald, aber der hatte einen Haken. Der Strand war nicht weit entfernt, allerdings waren die Klippen das Hindernis, um in die Wellen zu springen. Nirgends gab es einen Weg von den Klippen runter zum Badestrand. Wir hätten also ab 14 Uhr nur unser Lager aufgeschlagen und uns den Rest des Tages gelangweilt, denn irgendwas zu bieten hatte die Umgebung dort nicht. Nicht mit uns, ist ja quasi ein verplemperter Tag! Wieder neues Ziel recherchiert und weiter gings.
Der Weg führte uns nun über die Pont de Normandie – eine Schrägseilbrücke, die die größte Spannweite Europas hat und über die Seinemündung führt. Leider haben wir vorher vergessen die Gopro zu installieren – ärgerlich! Herbert fuhr uns dann an der Küste entlang bis wir nach 171km in Trouville-sur-Mer ankamen. Der Stellplatz hier bietet eine super Aussicht aufs Meer, ist einige Meter über dem Strand gelegen, aber es gibt eine (sehr steile!) Treppe direkt hinunter zum kalten Nass. Und plötzlich hört man auch immer öfter mal deutsche Urlauber, das war bisher nur extrem selten der Fall.
Nach dem Einrichten des Lagers schmissen wir uns sogleich ins Badeoutfit und liefen hinunter zum Strand. Herrlich, so sollte Urlaub sein! Sonne, Strand, Baden, Muscheln sammeln (da wird man gar nicht fertig, soviele gibt’s hier!) und das Leben genießen. Aber eineinhalb Stunden später sah es ganz anders aus: Gewitter mit Sturm und Starkregen kam auf, das hatten wir doch gestern erst ☹ Inzwischen geübt im Auf- und Abbauen war in 5 Minuten wieder alles in der Heckgarage verstaut. Beim Blick auf die Wetterapp wird uns grade etwas die Laune vermiest. Die ganzen nächsten Tage ist in Nordfrankreich mindestens Regen, wenn nicht sogar Gewitter angesagt. Das ist doch nicht fair!
Naja, was hilft es rumzuheulen, wir können nur hoffen und das beste draus machen. Morgen nähern wir uns einem weiteren Wunschziel, drückt mal die Daumen, dass das klappt – hat ja mit dem Stellplatz in Aachen schonmal funktioniert! Ich glaub an Euch!
Liebe Grüße
Die3Bolis