Inselrundfahrt mit Hindernissen
Wir entdecken die Insel Efate mit dem Roller und finden einige nette Plätzchen - obwohl das im ersten Anlauf nicht richtig klappen will.

Veröffentlicht: 19.11.2018
Nach der Landung spätabends in Fidschi haben wir den ersten Tag für Planungen benötigt. Auch hier gibt es viele schöne Inseln und man kann einfach nicht alle besuchen. Zudem haben wir uns durch das Buchen eines Weiterflugs auf 11 Tage hier beschränkt. Wir wollen weiter in Richtung Südamerika – jedoch zuerst noch ein bisschen Inselleben geniessen. Die Planung erforderte einige Nerven und Flexibilität, da diese Woche Wahlen und nächste Woche sonst noch ein Feiertag ist. Es läuft nicht alles im ÖV-Bereich wie sonst. Der Plan steht und wir machten uns auf in Richtung Pacific Harbour.
Mit Fernbussen kommt man hier relativ billig, zügig und auch zuverlässig ans nächste Ziel. Und so haben wir den Weg bis nach Sigatoka gemacht, wo wir dank einem Agoda-Deal in einem tollen Resort eine Nacht verbrachten. Leider war es – wie immer seit unserer Landung hier – leicht regnerisch und bewölkt, weshalb wir nicht viel unternahmen. Den zweiten Stopp legten wir in Pacific Harbour in einem noch besseren Resort zu einem noch besseren Agoda-Deal ein. Und hier sollte die erste wirkliche Action auf Fidschi für uns stattfinden. Wir haben bei Beqa Adventure Dive (BAD) einen Shark-Dive gebucht.
Frühmorgens wurden wir also abgeholt, ausgerüstet und schon bald sitzen wir auf dem Boot in Richtung Shark Reef Marine Reserve. Das Reservat ist nicht weit von der Küste entfernt und wird in Zusammenarbeit mit der Regierung betreut. Nur BAD ist es erlaubt, hier zu tauchen. Zudem sind jegliche andere Aktivitäten (speziell natürlich Fischerei) verboten.
Während zwei Tauchgängen kommen wir verschiedenen Haiarten in ihrem natürlichen und unbegrenzten Habitat so nahe, dass man sie anfassen könnte (aber natürlich nicht sollte). Wir sind mit sechs weiteren Gästen und ebenso vielen Guides im Wasser. Das Ganze findet im Rahmen einer Fütterung statt. Den Haien werden tiefgefrorene Thunfisch-Brocken mitgebracht und verfüttert. Einerseits werden die Köder aus einem grossen Behälter im Wasser ausgekippt, andererseits füttert einer der Guides die Haie per Hand. Er trägt dabei eiserne Handschuhe die bis hinter die Ellbogen gehen. Die Tatsache der Fütterung liess uns lange zweifeln, ob wir dieses Angebot buchen sollen. Einerseits hat es natürlich den Vorteil, dass garantiert Haie auftauchen und die Touristen so auf ihre Kosten kommen – auch wir haben das als ein Erlebnis empfunden. Zudem sind die Haie im Meer frei und sind nicht auf die Fütterung angewiesen. Die Haie werden bei jeder Gelegenheit gezählt, beobachtet und teilweise auch mit Sendern versehen, um weitere Analysen über ihr Verhalten machen zu können. Es hat alles auch einen wissenschaftlichen Hintergrund und macht so aus unserer Sicht deshalb Sinn. Trotzdem hinterlässt es irgendwie einen leichten Beigeschmack nach Zoo, wenn man dort so liegt resp. kniet und den Typen die Haie von Hand füttern sieht. Dazu kommt, dass tausende kleinere Fische natürlich ebenfalls angelockt werden, was die Sichtbarkeit nicht gerade erhöht. Der Betrieb so nahe am Meeresboden wirbelt Sand und Geröll auf – auch das trägt nicht gerade zu klarer Sicht bei.
Auf beiden Tauchgängen haben wir so grosse Bullsharks – zwei davon waren schwanger, was man klar sehen konnte – und viele kleinere Grey, Whitetip und Blacktip Reef Sharks sowie wenige Nursesharks gesehen. Zudem kommen natürlich auch andere spezielle Besucher wie zwei grössere Moränen und eine Hawksbill Schildkröte. Wir haben uns zu jeder Zeit sicher gefühlt – es gab sehr detaillierte Informationen zur Sicherheit, zu den Tauchorten und zu den Tieren selbst. Wir durften natürlich unsere GoPro mitbringen – man sollte sie einfach am Körper halten und nicht den Arm weit von sich strecken. Das Resultat daraus zeigen wir euch gerne im Video.
Zuerst aber noch unser Fazit: die 200 CHF pro Person für diesen Tag waren es wert. Einerseits kommt das Geld hauptsächlich einer tollen Sache zu Gute, andererseits haben wir ein einzigartiges Erlebnis erfahren dürfen. Für uns gilt aber weiterhin: Eine Begegnung mit einem Wildtier, egal ob an Land oder im Meer, ist immer noch am schönsten, wenn sie zufällig und ohne Anlocken durch Fütterung oder ähnliches passiert.
