our big trip

Der Plan: Ab Mai 2018 für ein Jahr zu verreisen. Von Sri Lanka nach Südostasien und später nach Südamerika. Was daraus wurde? Lest selbst…  
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Inselleben auf Isabela

unterwegs mit dem Velo trifft man Riesenschildkröten anGalapagos Pinguine bei "Los Tuneles"BlaufusstölpelSeepferdchen bei "Los Tuneles"Pacific Green Turtle beim Fressen unter WasserSUP-per TeamVulkan-Foto muss auch noch sein

Wir haben also das Tauchabenteuer hinter uns und beiden schmerzen beide Ohren mehr oder weniger stark. Vermutlich nur eine leichte Entzündung vom vielen Wasser und der super Klimaanlage an Board des Cruises – wir versuchen mit Ohrentropfen das Schlimmste abzuwenden.

Nach dem einen Tag auf Santa Cruz haben wir die Überfahrt nach Isabela mit einem der Speedboats auf uns genommen. Die Fahrt am frühen morgen dauert knapp 2 Stunden, ist eher rucklig und trotz früher Morgenstunde drückt die Sonne bereits sehr intensiv. Mathias erwischt einen der besten Plätze – oder auch NICHT – und sitzt im Windschatten direkt in der Sonne. Dementsprechend schweissgebadet kommen wir auf der letzten der drei grossen bewohnten Inseln der Galapagos an. Isabela ist ein wenig einfacher und chilliger als die beiden Inseln mit grossem Flughafen Santa Cruz und San Cristobal. Hier wollen wir noch knapp eine Woche entspannen und gehen verschiedenen Aktivitäten am Land und im Wasser nach.

Bargeld…

Zuerst aber müssen wir ein Problem lösen. Wir haben nämlich kein Geld mehr – genauer gesagt haben wir kein Bargeld dabei und hier auf Isabela gibt es keinen ATM für Ausländer. Das hat uns netterweise niemand gesagt, also sind wir mit 25 $ im Sack angereist. Kreditkarten kann man in einige Restaurants etc. zwar brauchen, aber eine Gebühr von 10-20 % wollen wir nicht jedes Mal zahlen. Die einzige Option scheint Western Union zu sein und so versuchen wir uns selbst Geld zu schicken. Das klappt mehr oder weniger. Erstens ist das WLAN hier überall ziemlich langsam, was eine Onlinetransaktion zum Geduldspiel werden lässt, zweitens will Western Union immer eine Identifikation von uns und wir schaffen nur eine einmalige Maximalzahlung von 200 $. Das reicht bei den Preisen hier auf Galapagos bei Weitem nicht und so versuchen wir es weiter. Am Ende hilft uns ein lokaler Bekannter von Seraina, den sie vom ersten Aufenthalt hier vor 8 Jahren kennt, und wir überweisen ihm Geld per Paypal, das er uns in seinem Laden dann auszahlt.

Schnorcheln in «Los Tuneles»

Wir haben also Geld und können auch was essen und unternehmen. Den ersten Ausflug machen wir mit einem Boot zu den Lava-Tunneln an der Küste von Isabela. Hier kann man toll schnorcheln und trotz etwas mieser Sicht im Wasser sehen wir einige Riffhaie bei der Siesta in einer Höhle, zig riesige Meeresschildkröten beim Fressen unter Wasser und sogar zwei coole Seepferdchen. Auch ein kurzer Landgang gehört zum Programm und hier sehen wir mal wieder die tollen Blaufusstölpel am Nesten.

Stand-up-Paddle

Mit Seraina’s Bekanntem buchen wir dann für einen Nachmittag auch noch eine SUP-Tour. Im Hafen der Insel geht es los und über drei Stunden paddeln und schnorcheln wir um die vielen kleinen Lava-Inseln «Tintoreros» herum. Wir sehen dabei einige putzige Galapagos Pinguine, einen Riffhai, eine kleine aus dem Wasser springende Roche und einige Fische, darunter coole Porcupine-, Puffer- und Skorpionfische. Zum Abschluss des Abends gibt es dann im Shop Bike & Surf bei Junior und Emelie noch ein feines Asado.

Vulkan-Tour Sierra Negra

Zur Abwechslung mal wieder Trockenprogramm für einen Tag – oder zumindest einen Vormittag. Wir fahren früh morgens mit dem Minibus ca. 30 Minuten Richtung Sierra Negra. Es ist einer von vielen Vulkanen auf den Galapagos, aber der einzige, den man als Tourist besuchen kann. Am Parkplatz angekommen marschieren wir mit der ca. 15-köpfigen Reisegruppe und unserem Guide hoch zum Krater. Es ist ein recht angenehmer Aufstieg – nicht allzu steil und bis zum Wendepunkt ca. 9 km lang. Am Anfang nieselt es mal, dann regnet es wieder und wenige Minuten später scheint die Sonne. Es ist sehr abwechslungsreich hier oben im Hochland der Insel. Als wir den Kraterrand erreichen, öffnet sich das Nebelfeld für einige Momente und wir sehen zum ersten Mal in den eindrücklichen Krater runter. Mit einem Durchmesser von rund 11 km und gefüllt mit schwarzem Lavagestein ist es wie ein grosses schwarzes Loch. Am ein oder anderen Ort steigen giftige Dämpfe auf – aber für uns in sicherer Entfernung. Der Vulkan gilt weiterhin als aktiv, die letzte Eruption war erst letztes Jahr. Unser Guide gibt uns einige Informationen und zeigt uns ein Video vom letzten Ausbruch. Jetzt stehen wir quasi auf dem Lava-Wasserfall, der sich damals orange leuchtend in den Krater ergoss. Es ist eine sehr eindrückliche Landschaft und das Wetter wird sogar so gut, dass wir vom Krater hinweg auf die Elizabeth Bucht und an die Nordküste von Isabela sehen. Rundum hat es kleine Hügel – alles Vulkane – und es ist wirklich ein bisschen wie auf einem anderen Planeten.

Den Abstieg geniessen wir dann bei bestem Wetter und zurück in Puerto Villamil ist es gar so heiss, dass wir sofort ins AirBnB und dort in die Badehose springen, um uns im Meer direkt vor unserer Türe abzukühlen.

Mit dem Velo auf eigener Achse

Für unseren letzten Tag auf der Insel Isabela haben wir uns zwei Velos gemietet. Nach dem Frühstück geht es bereits los – es ist noch nicht ganz so heiss und wir radeln die 6 km zur Muro de los Lagrimas (Mauer der Tränen). Hier wurde in früheren Zeiten eine Gefängniskolonie betrieben und die Mauer als Denkmal stehen lassen. Ein Viewpoint bringt eine tolle Sicht über die Küstenregion und weitere Stopps am Weg führen uns an Mangroven, kleinen Teichen und zum letzten Mal an den tollen tierischen Bewohner der Insel vorbei. Wir treffen einige Riesenschildkröten und Iguanas an. Auf dem Rückweg hat dann Seraina plötzlich hinten einen platten Reifen – wir sind aber zum Glück schon fast retour im Ort. Mathias bringt beide Velos zurück und das von Seraina wird gewechselt. Nun wollen wir noch einen kurzen Abstecher zum Flamingo-See machen. Auf dem Weg dann erneut eine Platte hinten bei Seraina. Wir schaffen’s grad noch zum See, Flamingos hat es heute aber leider keine da. Der Rückweg ist nur kurz und wir geben die Velos zurück. Die Luft ist draussen – auch bei uns. Wir hopsen ins abkühlende Meer vor unserer Unterkunft und lesen in der Hängematte. Ein chilliger letzter Nachmittag.

Am Abend treffen wir dann nochmals einige Bekannte von Seraina und nehmen quasi Abschied von Isabela. Morgen geht es zurück via Santa Cruz nach San Cristobal. 


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