Tempeltour durch Kyoto
Heute war unser erster voller Tag in Kyoto – und den haben wir direkt genutzt. Mit geliehenen Fahrrädern ging es quer durch die Stadt zu mehreren Tempeln und Schreinen. Es waren...

Veröffentlicht: 30.12.2025





















Der Fushimi Inari Taisha-Schrein ist eines der bekanntesten Ziele Kyotos. Und genau das stand für uns heute auf dem Programm – inklusive Aufstieg auf den dahinterliegenden Berg. Und weil dieses Ziel so bekannt ist, wollten wir auch etwas früher los als sonst. Leider waren wir trotzdem nicht früh genug da und es war bereits extrem viel los. Aber was soll's – einfach durchboxen und los.
Der Schrein ist berühmt für seine schier endlosen Reihen an leuchtend roten Torii-Toren. Insgesamt stehen hier über 10.000 Torii, die sich wie Tunnel den Berg hinaufziehen.
Jedes einzelne wurde von Privatpersonen oder Firmen gestiftet, oft als Dank oder Bitte um Erfolg – die Namen der Stiftenden sind dabei direkt auf den Toren vermerkt.
Der Schrein ist dem Gott Inari gewidmet, der unter anderem für Reis, Wohlstand und geschäftlichen Erfolg steht. Daher auch die vielen Fuchs-Statuen, die als seine Boten gelten.
Der Weg führt auf den Mount Inari, der mit etwa 233 Metern Höhe zwar kein riesiger Berg ist, aber durch die vielen Stufen und den stetigen Anstieg trotzdem gut spürbar wird. Wir sind ein gutes Stück hinaufgelaufen, vorbei an immer ruhigeren Abschnitten, kleinen Schreinen und Aussichtspunkten. Je weiter man kommt, desto dünner werden die Menschenmengen – was den Spaziergang deutlich entspannter macht. Allein schon das Wechselspiel aus Torii, Wald und Licht macht den Aufstieg absolut lohnenswert.
Zurück in Kyoto haben wir uns dann erst einmal um etwas sehr Praktisches gekümmert: Tickets für unsere Weiterreise zur letzten Station des Urlaubs. Ein Punkt weniger auf der To-do-Liste – und so kann zumindest nicht passieren, dass wir rund um Neujahr keinen Platz im Shinkansen bekommen.
Anschließend ging es zum Mittagessen – diesmal etwas Neues: ein Gericht mit Dashi. Dashi ist eine klassische japanische Brühe, meist aus Kombu (Seetang) und Bonitoflocken hergestellt, und bildet die Grundlage für viele Suppen und Gerichte. In diesem Fall wurde die Brühe über Reis, Fisch und verschiedenes Gemüse gegossen und so eine herzhafte, sättigende Suppe daraus gemacht.
Bevor es dann mit Kultur weitergehen sollte, war erst einmal wieder Kaffee angesagt. Der ursprüngliche Plan war, dafür den Bus zu nehmen. Nach einer kleinen Verwirrung – falscher Bus, wieder ausgestiegen, festgestellt, dass er eigentlich doch gepasst hätte – haben wir kurzerhand beschlossen, einfach zu laufen. Der Kaffee war dann die wohlverdiente Belohnung für die zusätzlichen Schritte.
Nach dem Kaffee ging es wie geplant weiter zur Burg Nijō, die praktischerweise fast direkt um die Ecke lag. Dort folgte allerdings die Ernüchterung: Der Fushimi Inari Taisha-Schrein am Vormittag wird vermutlich einer der letzten von uns besuchten kulturellen Orte in Kyoto gewesen sein. Rund um den Jahreswechsel haben viele Sehenswürdigkeiten geschlossen – und Nijō-jō gehörte leider dazu. Auch der Kaiserpalast in unmittelbarer Nähe unserer Unterkunft, den wir uns eigentlich noch anschauen wollten, bleibt bis zum 4. Januar geschlossen. Da wir Kyoto bereits am 1. Januar verlassen, fällt das also ebenfalls flach.
Also: Planänderung für heute.
Da die Sonne an diesem Tag wieder wunderbar schien und es draußen einfach nur schön war, wollten wir nicht irgendwo drin sitzen. Und da hatte der Kaffeenerd eine sehr gute Idee: Kaffee machen und sich damit einfach in die Sonne setzen. Gesagt, getan. Also schnell im Hotel eingebremst und einen Kaffee gemacht, ab damit in den Park rund um den Kaiserpalast, hinsetzen, Sonne ins Gesicht scheinen lassen und den Moment genießen, solange das Licht noch da war.
Als die Sonne dann langsam verschwand und es langsam kühler wurde, stand nur noch das Abendessen an. Zur Auswahl standen Gyoza oder – mal wieder – Ramen. Die Entscheidung fiel auf Ramen, einfach weil es näher war. Und was soll ich sagen: Es waren mit Abstand die besten Ramen, die wir bisher gegessen haben. Ob die Gyoza gut gewesen wären, wissen wir nicht – aber diese Ramen waren so gut, dass es sehr gut sein kann, dass wir dort noch einmal essen gehen, solange wir in Kyoto sind.
Der letzte Programmpunkt des Tages war dann eher organisatorisch: Im Hotel haben wir noch überlegt, was wir in den kommenden Tagen unternehmen können – jetzt, wo klar ist, dass rund um Silvester und Neujahr vieles geschlossen sein wird (sehr naheliegend, wenn man darüber nachdenkt).
Aber wir hatten schon einige Ideen und langweilig wird uns ganz bestimmt nicht werden.
