Über 10.000 Tore, ich mein Torii
Der Fushimi Inari Taisha-Schrein ist eines der bekanntesten Ziele Kyotos. Und genau das stand für uns heute auf dem Programm – inklusive Aufstieg auf den dahinterliegenden Berg....

Veröffentlicht: 30.12.2025























Heute sind wir ganz entspannt in den Tag gestartet. Wir hatten schlicht keine Lust aufzustehen und sind daher erst einmal eine ganze Weile liegen geblieben. Entsprechend stand heute kein großes Programm an – wir haben uns einfach Kyoto selbst angeschaut. Ohne konkreten Plan, nur mit ein paar groben Ideen.
Los ging es mit einem kleinen Snack. Dafür sind wir durch den Nishiki Market geschlendert, eine lange, überdachte Gasse, in der es – abgesehen von ein paar Touri-Shops – eigentlich nur Essen in allen möglichen Variationen gibt. Von klassisch bis ziemlich kurios ist hier alles dabei. Und mit kurios meine ich wirklich kurios – zum Beispiel Spatz. Und ja, der kleine Vogel.
Wir haben ein paar Dinge probiert: Aal, simples Hühnchen und am Ende sogar ganz unjapanisch Burger und Pommes – aus Neugier wie das bei Wendy’s wohl schmeckt. Fazit: eher so lala.
Danach war erst einmal die obligatorische Kaffeepause angesagt. Wir sind in ein Café ganz in der Nähe gegangen. In der Gasse rund um den Nishiki Market herrschte fast durchgehend ordentliches Gedränge, aber beim Café selbst war es überraschend ruhig. Obwohl auch dort einiges los war, fühlte es sich fast ein wenig abgeschieden an – eine sehr angenehme Pause nach den vielen Menschen zuvor.
Anschließend machten wir uns auf den Weg Richtung Gion Shijō, ein bekanntes, historisches Viertel Kyotos, das für seine traditionellen Straßen, Teehäuser und die Geisha-Kultur bekannt ist.
Unterwegs dort hin sind wir noch in eine kleine Kunstgalerie für Manga- und Anime-Kunst gestolpert, die wirklich schöne Werke ausgestellt hatte. Die Preise waren allerdings dann doch eine Nummer zu hoch, um spontan etwas mitzunehmen – die teuersten Stücke lagen bei über zwei Millionen Yen, also irgendwo um die 12.000 €.
In Gion Shijō angekommen war es erwartungsgemäß etwas voller, aber man konnte sich noch gut bewegen. Wir sind durch eine der historischen Straßen des Viertels spaziert und konnten zumindest einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie Kyoto hier früher ausgesehen haben muss.
Von dort aus wollten wir eigentlich schon zu unserem letzten Ziel für heute: einem ganz bestimmten Gullideckel. Klingt komisch, ist aber so.
Kurz bevor wir losgelaufen sind, sind wir allerdings noch auf einen Tempel mit einer Sonderausstellung gestoßen – den Kennin-ji und irgendwas mit Drachen. Da das ziemlich interessant aussah, sind wir spontan noch hineingegangen.
Und das hat sich definitiv gelohnt. Neben schönen Einblicken in die historischen Räumlichkeiten und die ruhigen Gärten war das absolute Highlight das Herzstück der Ausstellung: ein gewaltiges Deckengemälde mit zwei Drachen, geschaffen von Koizumi Junsaku. Die Zwillingsdrachen füllen die gesamte Decke aus und wirken durch ihre Dynamik und Details extrem beeindruckend.
Nach diesem gelungenen Abstecher ging es dann tatsächlich zum letzten geplanten Ziel des Tages – dem Gullideckel:
Von dort aus machten wir uns langsam auf den Rückweg zum Hotel, mit dem Plan, unterwegs noch etwas zu essen und den Tag entspannt ausklingen zu lassen.
Aber natürlich blieb es nicht ganz dabei. Spontanität schien sich inzwischen als das inoffizielle Tagesmotto etabliert zu haben.
Da es inzwischen dunkel war, fiel uns unterwegs ein beleuchteter Tempel ins Auge – etwas, das man in dieser Form ja auch nicht alle Tage sieht.
Außerdem war angekündigt, dass im Inneren Beleuchtungen und Lichtinstallationen aufgebaut sein sollten. Das klang verlockend. Und da der Tempel genau in dem Moment öffnete, als wir vorbeikamen, sind wir kurzerhand noch hineingegangen. Wir haben uns sogar eine kleine Laterne ausgeliehen, mit der wir durch die Anlage laufen konnten.
Der Tempel selbst war mit der Beleuchtung schon sehr stimmungsvoll, aber das eigentliche Highlight war der Garten, der im Licht der Laternen und Lampen besonders zur Geltung kam. Aber was will ich dazu schon groß erzählen – seht einfach selbst:
Das war es dann aber wirklich für diesen Tag. Nach einem kleinen Abendessen – in Form von wieder anderen und wieder sehr leckeren Ramen – waren wir zurück im Hotel und konnten diesen entspannten, aber mit vielen spontanen Erlebnissen gefüllten Tag ausklingen lassen.
Ach und so viel zur gestrigen Aussage, von wegen "vermutlich einer der letzten von uns besuchten kulturellen Orte in Kyoto" ... Da lag ich wohl ein wenig daneben.
