Von Kumamoto Castle zu One Piece
Heute stand der erste volle Tag in Japan an, und wir hatten direkt einen Ausflug geplant: Es ging nach Kumamoto. Da dieser und weitere Ausflüge in den kommenden Tagen mit dem Zug...

Veröffentlicht: 21.12.2025





















Gestern gab es wieder einmal keinen Blogeintrag – schlichtweg, weil es ein eher unspektakulärer Reisetag war. Wir waren noch in Fukuoka, haben früh ausgecheckt und die verbleibende Zeit genutzt, um noch ein bisschen shoppen zu gehen (ich besitze jetzt endlich hübsche Essstäbchen). Nach einem ordentlichen Mittagessen – Ramen Nummer zwei in Japan – gab es natürlich noch Specialty Coffee.
Kurz vor der Weiterreise dann ein kleiner Schockmoment: Der Kaffeenerd dachte für ein paar Minuten, sein Handy verloren zu haben. Am Ende war es aber einfach nur sehr gut in einer der vielen Taschen versteckt, die sich durch unsere erfolgreichen Einkäufe angesammelt hatten. Danach ging es dann mit dem Shinkansen weiter nach Osaka.
Heute starteten wir von dort aus direkt zum nächsten Sightseeing-Trip: Es ging nach Himeji.
Das Ziel war das berühmte Himeji Castle, eine der am besten erhaltenen Burgen Japans und nicht ohne Grund UNESCO-Weltkulturerbe. Schon von außen beeindruckt sie durch ihre Größe und ihre strahlend weiße Fassade, die ihr auch den Beinamen White Heron Castle (Burg des weißen Reihers) eingebracht hat. Das Weiß stammt vom verwendeten Putz, der nicht nur optisch wirkt, sondern auch eine gewisse Brandschutzfunktion hatte.
Besonders spannend ist die Bauweise: eine Kombination aus massiven Steinmauern, Holz und ausgeklügelten Verteidigungsmechanismen. Die Hauptburg besteht aus fünf Stockwerken plus einem Keller und wird von zwei riesigen Holzsäulen im Inneren getragen, die sich vom Fundament bis fast unter das Dach ziehen. Insgesamt erreicht die Burg eine Höhe von rund 46 Metern – für Anfang des 17. Jahrhunderts absolut beeindruckend.
Im Inneren durfte man sich nur ohne Schuhe bewegen, also ging es in Socken durch die Burg. Viel Einrichtung gibt es dort nicht, aber gerade das macht es spannend: Man bekommt ein gutes Gefühl dafür, wie groß und funktional diese Anlage war – und wie fortschrittlich die Konstruktion für ihre Zeit gewesen sein muss.
Im Inneren der Burg wird auch erst richtig deutlich, wie beeindruckend die Konstruktion ist: Massive, über mehrere Stockwerke reichende Holzsäulen bilden das Rückgrat des Bauwerks, ergänzt durch ein komplexes Geflecht aus Balken und Querträgern. Folgendes Modell veranschaulicht das ganz gut:
Nach der Burgbesichtigung ging es weiter in die Kōko-en-Gärten, die direkt daneben liegen. Mehrere voneinander getrennte Gartenbereiche mit jeweils eigener Gestaltung, Wasserläufen, Brücken und sorgfältig gepflegten Pflanzen. Die gesamte Atmosphäre wirkte wie bewusst auf Entschleunigung ausgelegt – verschlungene Wege, ruhige Ecken und dieses Gefühl, einfach nur durchzuatmen. Wirklich Balsam für die Seele.
Nach so viel Kultur folgte dann das tägliche Ritual: Kaffee. Diesmal in einem kleinen, sehr gemütlichen Café – und tatsächlich mein bisheriger Favorit der ganzen Reise. Kein großes drumherum, einfach richtig guter Kaffee, ein stimmiges Ambiente und dazu Toasts mit Mandeln beziehungsweise Zimt. Alles daran hat einfach gepasst.
Da es zu diesem Zeitpunkt schon etwa vier Uhr war, haben wir das klassische Mittagessen ausgelassen und stattdessen direkt Pläne fürs Abendessen gemacht. Irgendwo zwischen Himeji und Osaka liegt schließlich Kobe – und dort wollten wir ohnehin unbedingt noch hin, um das berühmte Kobe Beef zu probieren. Zeitlich hat es perfekt gepasst, also sind wir kurzerhand dorthin gefahren.
Einer Empfehlung eines Arbeitskollegen folgend steuerten wir zielstrebig ein Restaurant an, das sich auf Kobe Beef spezialisiert hat. Die Preise waren zunächst durchaus überraschend – nicht, weil sie unangemessen wären, sondern weil wir mental einfach noch nicht ganz darauf eingestellt waren. Am Ende dachten wir uns: Wann, wenn nicht hier?
Und ja – es war absolut großartig. Zum Fleisch wurden mehrere kleine Gänge serviert, am Ende gab es sogar noch Kaffee und Dessert. Das Beef selbst wurde direkt am Tisch zubereitet, und der Koch machte daraus fast schon eine kleine Show. Insgesamt ein Erlebnis, das definitiv in Erinnerung bleibt und den Besuch mehr als wert war.
Danach war der Tag dann auch wirklich vorbei. Mit dem Zug zurück nach Osaka, mit der Loop Line (auch ein Zug, aber halt ein anderer) weiter zum Hotel – und ziemlich bald mal ins Bett. Morgen heißt es wieder früh aufstehen, denn der nächste Tagesausflug wartet schon.
