Hiroshima – Ein Ort des Gedenkens
Heute stand ein Tagesausflug zu einem der geschichtsträchtigsten Orte Japans auf dem Plan – nach Hiroshima, der Stadt, die im Zweiten Weltkrieg Ziel einer Atombombe wurde. Relativ...

Veröffentlicht: 23.12.2025


















Nach dem heutigen Tag hatte ich zunächst das Gefühl, dass es nicht viel zu schreiben gibt. Der Plan war eigentlich, einfach ein paar Bilder mit kurzen Kommentaren zu posten und es dabei zu belassen.
Beim genaueren Nachdenken wurde aber klar: Es gibt doch wieder einiges was ich zum heutigen Tag schreiben kann.
Unsere heutige Station war Okayama. Der Tag startete wie jeder andere der letzten Tage, mit einer längeren Zugfahrt und auch am Ziel angelangt wirkte es vertraut – was vor allem daran lag, dass wir wieder einmal eine Burg besuchten, diesmal die in Okayama. Eine kleine Abweichung vom gewohnten Ablauf gab es allerdings: Wir haben tatsächlich ordentlich „gefrühstückt“. Gut, streng genommen war es eher Mittagessen, aber eben die erste Mahlzeit des Tages.
Danach ging es zur Burg selbst. Von außen unterscheidet sie sich deutlich von den bisher gesehenen Burgen: Statt strahlendem Weiß oder heller Putzfassade ist sie dunkel gehalten, was ihr auch den Beinamen „Krähenburg“ eingebracht hat. Im Inneren befindet sich – wie so oft – ein Museum, das die Geschichte der Burg, ihrer früheren Herren und der Stadt Okayama beleuchtet. Besonders thematisiert wird dabei die Edo-Zeit sowie die Rolle der Burg als politisches und strategisches Zentrum der Region.
Nicht weit von der Burg entfernt steht eine Statue, die auf eine bekannte japanische Legende verweist, die stark mit Okayama in Verbindung gebracht wird: die Geschichte von Momotarō, dem Pfirsichjungen.
Der Legende nach wurde Momotarō aus einem Pfirsich geboren und zog später aus, um Dämonen zu besiegen. Dabei wurde er von einem Hund, einem Affen und einem Fasan begleitet – alle überzeugt durch sogenannte Kibi-Dango – kleine, süße Reisknödel, die aus der Region stammen.
Passend dazu ging es anschließend in den angrenzenden Garten, auch Kōraku-en genannt und einer der „drei berühmten Gärten Japans“ (日本三名園) ist. Dort schlenderten wir ein wenig durch die Anlage und natürlich auch Kibi-Dango probieren 'mussten'. Und sie waren so lecker, dass wir direkt eine kleine Packung gekauft haben.
Danach wechselten wir den Ort und fuhren mit der Bahn weiter nach Kurashiki, um dort das historische Viertel zu besichtigen (und – weil wir nicht widerstehen konnten – Souvenirs zu kaufen).
Während der Kaffeenerd sich dort ein Kunstmuseum ansah, habe ich einen nahegelegenen Shintō-Schrein besucht. Dort habe ich den Schrein wie vorgesehen geehrt – Münze einwerfen, zweimal verbeugen, zweimal klatschen und nochmals verbeugen. Einzig das rituelle Händewaschen davor habe ich verpasst, weil ich die entsprechende Wasserstelle erst beim Hinuntergehen entdeckt habe.
Oben war es dafür umso schöner: absolute Ruhe, kaum Menschen und eine tolle Aussicht, da der Schrein etwas erhöht liegt. Perfekt, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages einzufangen.
Der Rückweg verlief dann etwas chaotischer: Zurück in Osaka sind wir in die falsche U-Bahn eingestiegen, haben zwei Bahnen vorbeifahren lassen, weil wir nicht wussten, dass sie uns an unser Ziel bringen und sind dann einfach wieder nach Osaka zurück um da eine Verbindung zu nehmen. Am Ende sind wir aber trotz des leichten Chaos wieder im Hotel gelandet.
Alles in allem kein spektakulärer Tag, aber einer mit vielen kleinen Eindrücken, die ihn dann doch erzählenswert machen.
Fun Fact am Ende: Ich bin größer als es der Shogun war, wobei das vermutlich auf viele zutrifft.
