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Hội An - Die Stadt der Lichter

Veröffentlicht: 28.04.2019

Dank ihrer Lage an der Seidenstrasse, besass die Stadt Hoi An einst den grössten Hafen Südostasiens. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde der Hafen nach aussen geöffnet und es siedelten sich zahlreiche chinesische und japanische Händlerfamilien an. Auch europäische Handelsniederlassungen wurden in dieser Zeit in Hoi An gegründet. Engländer, Franzosen, Holländer und Portugiesen liessen sich nieder. Im 18. Jahrhundert verlor Hoi An immer mehr an Bedeutung. Hoi An gilt als die einzige Altstadt, die während des Vietnamkriegs unversehrt geblieben ist. Die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse verleihen der Stadt ein ganz besonderes Flair. Französischen Kolonialbauten reihen sich an typisch chinesische Häuser. Die Strassen sind mit tausenden chinesischen Lampions geschmückt, welche die Stadt am Abend in ein Lichtermeer verwandeln. Bei Einbruch der Dunkelheit fahren zudem mit Lichter geschmückte Boote auf dem Fluss – die Reflexion des Lichtes im Wasser lässt eine romantische Stimmung aufkommen.

Bei einer solch schönen Stadt erstaunt es wenig, dass die Touristen jährlich in Scharen anreisen. Nicht zuletzt auch, weil Hoi An für seine Schneider und Schuhmacher bekannt ist. In der Stadt gibt es mehr als 400 Schneidereien und Schuhmacher. Diese haben sich darauf spezialisiert, massgeschneiderte Kleidung und Schuhe innerhalb von 2-4 Tagen fertigzustellen und dem Kunden nach Hause zu liefern. Die Artikel sind qualitativ hochwertig und extrem preiswert. Diesem guten Angebot konnten auch wir nicht widerstehen. Die Anfertigung von massgefertigten Kleidern und Schuhen war für uns eine spannende Erfahrung. Innerhalb von Minuten mussten zahlreiche Entscheide getroffen werden: Farbe, Material, Schnitt, Länge, Qualität etc. Die Beratung war in beiden Geschäften sensationell. Die Vietnamesen sind enorm direkt. Beim Schneider wird man auf jede Problemzone aufmerksam gemacht. Mit einem verschmitzten Lächeln drückten die Damen mit dem Finger in ein Fettpölsterchen und verkündeten anschliessend, dass dieses mit der Kleidung abgedeckt werden müsse. Wir amüsierten uns köstlich. Insgesamt waren wir in drei Anproben bis Kleider und Schuhe den optimalen Sitz erreicht hatten. Nach der Fertigstellung wurde alles fachmännisch für den Transport verpackt. Ein Paket von 18 Kilogramm wird in den nächsten drei bis vier Monaten bei uns zu Hause eintreffen. ;-)

Die Anfertigung der Kleider nahm viel Zeit in Anspruch, sodass wir die meiste Zeit in der Stadt selber verbrachten. An jeder Ecke befinden sich Restaurants, Kleider- und Lederwarenläden sowie Kunstgalerien. Wir klapperten die Sehenswürdigkeiten, zu denen unter anderem die Japanische Brücke gehört, ab und erkundeten die Stadt zu Fuss. Uns gefiel Hoi An sehr gut. Die Altstadt ist wirklich einzigartig und die Häuser sind, wohl auch dank dem Tourismus, gut erhalten. Durch die zahlreichen Touristen werden aber auch die Preise für Speis und Trank in die Höhe getrieben. Für unseren Geschmack waren die Restaurants eindeutig zu teuer. Auf den lokalen Märkten erhielten wir frische Speisen zu angemessenen Preisen. Wir kosteten Banh Mi (Baguette mit unterschiedlichen Beilagen), diverse Nudelgerichte sowie andere regionale Spezialitäten.

An einem Tag mieteten wir Fahrräder und fuhren damit zum rund fünf Kilometer entfernten Strand. Bei einer Temperatur von 35 Grad und einer Luchtfeuchtigkeit von 85% gerieten wir selbst bei dieser moderaten Anstrengung heftig ins Schwitzen. Das Meer war definitiv eine willkommene Abkühlung.

Nach drei entspannten Tagen in Hoi An geht es mit dem Liegebus weiter nach Phong Nha.

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