Undercliff-Overcliff
Tag 59: 18.10.2018 - Blue Mountains, Wentworth Falls Um Punkt 6 Uhr klingelte der Wecker uns aus dem Schlaf. Es war bereits hell und die Morgenluft war feucht und kalt. Noch...

Veröffentlicht: 25.10.2018













Tag 63 | 23.10.2018 | Museen-Marathon in Canberra
Huhu ihr Liebsten!
Frierend im Camper sitzend freuten wir uns an diesem Montag Morgen während des Frühstücks schon auf einen spannenden Tag in Australiens Hauptstadt. Wir hatten in diesem Urlaub bereits so Vieles und vor allem Vielfältiges erlebt, sodass wir nun Lust hatten, mehr über das Land und dessen noch junge Geschichte zu erfahren. Heute wollten wir daher die verschiedensten Museen der Stadt unsicher machen.
Als wir Liu gegen halb 12 in der Stadt geparkt hatten, ließ die Sonne sich endlich blicken und versprach einen warmen Frühlingstag. Wir begannen unsere kleine Bildungsreise, wo unser Tag gestern geendet hatte:
In der 'National Capital Exhibition', welche sich ein Gebäude mit der Touristeninformation teilt, wurde die Geschichte der Gründung Australiens im Jahre 1901 und der damit verbundenen Suche nach einer geeigneten Hauptstadt lebendig dargestellt. Auf einem großen, runden Modell Canberras, das durch Laser und Beamer zum Leben erweckt wurde, sahen wir uns einen Audio - Vortrag an, der die Entstehung und Entwicklung der Stadt beleuchtete. Auf spannende und anschauliche Art und Weise wurde hier berichtet, wie die Stadt aus dem Nichts geplant und errichtet wurde, welche Probleme dabei aufkamen und wie der Bau sich durch die beiden Weltkriege um einige Jahre verzögerte. Viele Fragen, die wir uns im Laufe unseres Urlaubes gestellt hatten, wurden hier bereits beantwortet.
Auf der anderen Seite des künstlich angelegten Sees der Stadt befanden sich alle anderen Gebäude unseres Interesses. Unweit vom Ufer entfernt lag das 'High Court' , der Bundesgerichtshof Australiens. Auch hier gab es ein anschauliches und ausführliches Museum. Und das alles kostenlos! Nach einem kurzen Sicherheitscheck betraten wir das sterile und pompöse Gebäude und bahnten uns den Weg durch die verschiedenen Informationstafeln und Ausstellungsstücke. Die detaillierte Darstellung der australischen Verfassung und deren Judikative stellte sich als zu hohe und zu zeitintensive Lektüre für uns heraus und so verließen wir das Gebäude wieder, nachdem wir uns einen toll gestalteten und informativen Kurzfilm über diese Themen angesehen hatten.
Um 13:30 Uhr wollten wir in der National Gallery of Australia sein, um dort an einer kostenlosen Führung teilzunehmen, weshalb wir uns nun etwas sputen mussten. Wider Erwarten waren wir die einzigen Personen, die sich zur besagten Uhrzeit am Treffpunkt einfanden. Das bedeutete, dass wir eine private Tour durch das Museum bekommen würden! Sally, eine nette ältere Dame, die ursprünglich aus den Vereinigten Staaten stammt, nahm uns mit auf eine Reise durch die Kunst der australischen Ureinwohner und der uns unbekannten australischen Künstler. Man spürte ihre Begeisterung für die Werke und die Leidenschaft ihres Ehrenamtes in jedem Satz. Sie zeigte uns ausgewählte Gemälde, an denen sie uns den Hintergrund der auf den ersten Eindruck banal wirkenden Werke der Aborigines erläutern konnte. Hatten wir die Kunst der Ureinwohner bisher nicht gewürdigt, so sahen wir sie nun mit anderen Augen: Jedes einzelne Kunstwerk erzählt eine Geschichte des Künstlers, die er den Nachkommen des Stammes weitertragen soll. Die aus der Vogelperspektive gemalten Bilder zeigen vor allem Ländereien und bedeutungsvolle Orte. Von einigen Werken ist bis heute nicht bekannt, wie die Geschichten lauten, die von ihnen erzählt werden sollen. Es machte Spaß Sally's Worten zu lauschen und ihre Leidenschaft für jedes einzelne der Kunstwerke zu spüren. All unsere Fragen konnte sie ausschweifend beantworten. Auf die Gemälde folgten Masken, Kopfschmuck, Kunst auf Baumrinden und hölzerne Figuren. Jeder der unzähligen Stämme der Aborigines brachte ganz individuelle Kunst mit eigenen Mustern hervor. Es folgten die weniger mythischen, jedoch ebenso schönen Malereien australischer Künstler. Zu jeder Einzelnen wusste Sally uns deren Hintergrund zu erzählen. Als die Zeit um war, bedankten wir uns bei der netten Dame für die tolle persönliche Führung und warfen noch einen kurzen Blick in die Pop - Art-Abteilung, um ein paar echte 'Warholes' zu bewundern.
Die Zeit war wie im Flug vergangen und wir bemerkten unsere knurrenden Bäuche als wir die schöne Galerie verließen. Das sonnige Wetter lud zum Draußen sitzen ein und so machten wir eine kurze Pause, um unsere belegten Brote zu essen.
Die Energiereserven wieder aufgeladen, gingen wir zum 'Old Parliament House', das seine ehemalige Funktion 1988 an das wenige hundert Meter entfernte 'New Parliament House' abgetreten hat. Wir betraten das strahlend weiße prunkvolle Gebäude und fanden uns in der 'Kings Hall' wieder. Wir liefen direkt auf eine goldene Statue King George's des Fünften zu. Der Vater von Queen Elisabeth II. hatte das Haus zu seiner Zeit eingeweiht.
Ein netter, rüstiger älterer Mann begrüßte uns freundlich und zwang uns nahezu, uns von ihm durch das Gebäude führen zu lassen. Schlussendlich fanden sich sechs Leute, die von Doug Nutt durch das Gemäuer geleitet wurden. Zur Linken und Rechten der großen Halle standen sich die Tagungsräume des Senats und der Repräsentanten in Rot- und Grüntönen gegenüber. Man fühlte sich sofort in die alte Zeit zurückversetzt als wir uns in die dicken Polster der Abgeordnetensitze sinken ließen. Doug plauderte mit Begeisterung aus dem Nähkästchen und packte alte Anektdoten über die einstigen Minister aus, die uns alle immer wieder zum Schmunzeln brachten. Wir lernten die Geschichte des Parlamentes auf diese Weise viel lebendiger kennen, als wir es durch Lesen getan hätten. Verwundert und begeistert, dass all diese Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit zugänglich waren, schritten wir durch die Flure, durch die einst Queen Elizabeth II gegangen war.
Die Zeit rannte und so verabschiedeten wir uns leider wieder von Doug und der Gruppe, wollten wir doch noch das neue Parlamentshaus vor seiner Schließung besichtigen. Auch auf dem Capital Hill gelegen, thronte das Gebäude mit seiner großen australischen Flagge nur wenige Meter entfernt vor uns.
Das New Parliament House war moderner, steriler und schlichter, jedoch ähnlich aufgebaut wie sein Vorgänger. Zu unserer Freude tagte das Repräsentantenhaus an jenem Tag und wir konnten von der Besuchertribühne aus zusehen. Nur wenige Mitglieder hatten sich versammelt, um das Ergebnis einer Debatte über die Mehrwertsteuer in Australien zu diskutieren. Wir verstanden nicht allzu viel und machten uns auf den Weg zurück zu unserem Camper.
Müde von dem langen und ereignisreichen Tag fuhren wir in den Süden nach Bredbo. In dieser winzigen Stadt mitten im Nichts, stellt ein Motel kostenlose Stellplätze für Camper zur Verfügung. Auf halben Weg fiel uns auf, dass der von uns gewählte Highway erst weit im Süden wieder auf die Küste traf. Für unsere kommenden Pläne wäre es besser gewesen, direkt wieder gen Osten zu fahren. Nunja, ändern konnten wir es nicht mehr und so kamen wir kurze Zeit später an dem alten und historischen Motel an.
Küsse,
Juli + Janina 🐨
