Die Uni geht los
Hallo zusammen, jetzt ist es doch schon wieder zwei Wochen her, dass ich einen neuen Beitrag geschrieben habe, dabei hatte ich mir so fes

Veröffentlicht: 22.10.2026
Nach meinem letzten Beitrag hat mich leider eine kleine Erkältung eingeholt, die mich auch heute noch ein bisschen verfolgt. Deshalb habe ich das vorletzte Wochenende und auch die darauffolgende Woche relativ ruhig verbracht. Das Einzige Besondere, was ich in dieser Zeit gemacht habe, war, ein Baseballspiel der Yokohama BayStars in einer Art Sportsbar zu schauen. Beziehungsweise war es eher eine Sportsbar mit Liveübertragung und Kommentar.
In der Uni ist auch nicht viel Aufregendes passiert, aber ich konnte einige Male den Mount Fuji bestaunen und generell schöne Farbspiele am Himmel beobachten, wenn abends die Sonne untergegangen ist (was hier gerade schon sehr zeitig, gegen 17:00 Uhr, passiert).
Die wirklich interessanten Sachen habe ich dann dieses Wochenende erlebt. Angefangen hat es am Freitag, als ich mich spontan dazu entschieden habe, nach Tokyo zu fahren, um dort einen Keramikladen anzuschauen, den ich mir schon vor meiner Reise nach Japan abgespeichert hatte. Ich bin also losgedüst und kam gegen 14 Uhr dort an. Dort wurde ich von einer relativ großen Kundschaft begrüßt, die sich die wirklich sehr schöne Keramik angeschaut hat. Ich selbst habe dann auch einige Zeit beim Stöbern verloren und das ein oder andere schöne Mitbringsel gefunden (ich denke, ich komme auch noch mal wieder 😅).
Nachdem ich den Laden einmal durchstöbert hatte, wollte ich als Nächstes einen Matcha trinken gehen und hatte mir dafür auch schon eine schöne Stelle rausgesucht. Auf dem Weg dorthin habe ich dann allerdings einen Schrein entdeckt, den ich mir vorher noch anschauen wollte. Außerdem habe ich einen weiteren kunstvoll gestalteten Stempel für mein Stempelbuch gesammelt. Anschließend habe ich dann meinen bisher besten Hōjicha getrunken (eine geröstete Teesorte, die ähnlich wie Matcha zubereitet werden kann).
Nach dieser kleinen Stärkung habe ich mir noch den Sensō-ji-Tempel in Asakusa angeschaut, der bei meiner Ankunft durch die Abendsonne in ein wunderschönes Licht getaucht war. Um den Ausflug ausklingen zu lassen, habe ich einen kleinen Spaziergang durch die Gassen bis zur nächsten größeren Station gemacht und mir unterwegs noch einige süße Läden angeschaut.
Am Samstag stand dann ein ganz besonderes Event an, denn die Uni hat für alle internationalen Studierenden einen Culture Day organisiert, bei dem wir verschiedene traditionelle japanische Dinge ausprobieren konnten. Dabei standen vier verschiedene Aktivitäten auf dem Programm, die wir in kleineren Gruppen gemeinsam erleben durften.
Als Erstes hat meine Gruppe die Tsumami-Kunst ausprobiert, bei der man aus Papier und einem Kleber auf Stärkebasis verschiedene Kunstwerke zaubern kann. Wir haben uns an einem Ahornblatt versucht, das wir anschließend auf einem bereits für uns vorbereiteten Anhänger befestigt haben, den wir dann mitnehmen durften. Ich war tatsächlich überrascht, wie viel Spaß mir das gemacht hat, weil ich eigentlich nicht die größte Künstlerin bin – vor allem dann nicht, wenn es ums Falten geht. 😱
Auf die Handwerkskunst folgte dann das Ankleiden im Kimono. Dafür wurden wir in Frauen und Männer aufgeteilt und jeweils von einer Person angekleidet, denn dieses traditionelle Gewand kann man nicht einfach alleine anziehen. Es wird relativ eng geschnürt und mit einer großen Schleife am Rücken geschlossen, die nur von einer anderen Person gebunden werden kann. Bei mir ging das alles relativ schnell und schon war ich eingekleidet und konnte die mir zugewiesenen Schlappen anziehen, die wirklich nicht sehr bequem waren. 😅 Aber abgesehen von den Schuhen war es wirklich eine sehr coole Erfahrung, einmal in einen Kimono zu schlüpfen und diesen Teil der japanischen Tradition erleben zu dürfen.
Jetzt in voller Montur ging es für uns weiter zur traditionellen Teezeremonie. Dafür wurden wir in einen spärlich eingerichteten, aber sehr schönen Raum geführt. Eine Frau im Kimono bereitete uns zunächst auf traditionelle Weise einen Matcha zu. Anschließend durften wir selbst die Zubereitung ausprobieren. Während der gesamten Zeremonie war alles genau geplant und jeder einzelne Schritt Teil eines festen Ablaufs. Das hat die ganze Erfahrung sehr beruhigend gemacht und für eine wunderschöne Atmosphäre gesorgt.
Als Letztes durften wir dann noch mit Tinte und Pinsel ein Kanji-Schriftzeichen auf eine Papptafel malen. Dafür hat uns eine Kalligrafie-Künstlerin verschiedene Symbole vorgeschlagen, diese vorgezeichnet und die einzelnen Striche nummeriert, damit wir auch wirklich das Zeichen auf die Tafel bringen konnten, das wir wollten, und nicht irgendetwas anderes. Ich habe mich für das Kanji für „Reise“ entschieden, weil ich dachte, dass das ganz gut zu meiner Zeit hier in Japan passt.
Zum Abschluss haben wir noch ein großes Gruppenfoto gemacht und ich bin mit ein paar Leuten, die ich hier kennengelernt habe, in ein Café gegangen, wo wir den Tag gemütlich ausklingen lassen konnten. Alles in allem war das wirklich ein sehr schöner Tag, an dem ich viele coole Erinnerungen gesammelt habe.
Der Sonntag war dann wieder eher ruhig und ich habe neben dem Aufräumen meines Zimmers eine ganze Weile in einem veganen Café in Yokohama verbracht.
So, das war es auch schon wieder von mir! Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Eindruck von meinen Erlebnissen gewinnen, und ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag.
Alles Liebe und bis bald!
Karo
