Xi'an
Endlich komme ich mal wieder ein bisschen zum Berichten. Die letzte Zeit habe ich viel für die Uni machen müssen und hatte Midterm-Examen, Präsentationen und Tests aber bisher...

Veröffentlicht: 30.11.2017















































Unsere letzte Reise ging in Chinas Hauptstadt Peking. Wir sind freitags spät abends zum Flughafen gefahren aber unser Flug hatte vier Stunden Verspätung, deshalb sind wir erst um 5 Uhr morgens im Hostel angekommen. Dieses mal waren wir alle zerstreut in vierer Zimmern und ich hatte zwei Amerikanerinnen und eine Japanerin mit im Zimmer.
Samstags waren wir alle ein bisschen matschig, da wir so wenig geschlafen hatten in den abenteuerlichen Hochbetten und sind dann erstmal zum Temple of Heaven gefahren.
Der Temple of Heaven war bisschen wie eine große Parkanlage mit mehreren kleinen und großen Tempeln in die man reingehen konnte. Die Anlage war sehr schön mit viel Grünfläche und die Tempel waren bunt bemalt, hauptsächlich in blau, grün und rot.
Zwischen den Tempeln gab es Fußwege und Sitzgelegenheiten und an einer Stelle waren viele Chinesen die mehrere Kartenspiele und auch andere Spiele die ich nicht kannte gespielt haben. Bisschen wie ein Open-Air Casino. Die haben zum Teil auch geflucht und Karten, das war ziemlich lustig.
Die verschiedenen Tempel waren sich eigentlich alle ziemlich ähnlich. Innendrin wurden antike Dinge wie Vasen und Staturen ausgestellt. Ein Tempel war höher gelegen und man könnte bisschen über die Stadt gucken.
Es war relativ touristisch dort und wir wurden auch wieder gefragt ob Fotos mit uns gemacht werden dürfen.
Anschließend sind wir in die Innenstadt gefahren. Hier gibt es viele bekannte Geschäfte zum Shoppen und Restaurants. Peking ist zwar eine riesengroße Stadt aber sie kam mir im Vergleich zu den anderen Städten die wir bisher gesehen haben sehr flach und grau vor. Es gab kaum Hochhäuser und überall sah es sehr ähnlich aus.
Abends waren wir dann auf einem Food-Market. Hier haben sich wieder super viele Essensstände in einer Straße aneinandergereiht. In Xi'an waren wir auch viel auf so Food-Markets und dort gab es viel Fleisch, Kartoffeln und süßes Essen aber hier in Peking gab es vor allem Insekten.
Das war ziemlich ziemlich verrückt, interessant, eklig und irgendwie auch verstörend. Von ganzen Küken am Spieß über fette Maden bis hin zur frittierten Schlangenhaut gab es alles.
Ja und irgendwie dachte ich mir dann, wenn ich schon mal hier bin muss ich eigentlich zu mindestens mal eine Sache probieren. Also haben Julian und ich uns einen Spieß mit kleinen, frittierten Skorpionen gekauft. Es war schon eine kurze Überwindung aber eigentlich muss man es einfach schnell machen, weil es im Endeffekt doch nur Kopfsache ist. Der hatte nämlich kaum einen eigenen Geschmack und war einfach nur knusprig - noch einen hätte ich aber trotzdem nicht gebraucht.
Sonntags ging es dann auf die Chinesische Mauer. Ein weiteres Highlight meiner Reise. Es ist wirklich einfach ein beeindruckender Ort! Wir sind mit der U-Bahn und dem Bus ein Stück aus der Stadt rausgefahren. Mit unserem Ticket konnten wir die Gondel hochnehmen und das war ziemlich schön weil die Sonne hat geschienen und die Blätter waren so schön bunt und man konnten schon mal ein bisschen auf die Mauer schauen.
Es ist echt unvorstellbar wie die diese riesengroße, ewig lange Mauer gebaut haben. Oben auf einem Berg ohne maschinelle Hilfe.
Ich glaube wir sind ca. 12km auf der Mauer rumgelaufen und es ging viele Treppenstufen hoch und runter. Es war richtig schön da oben, ich hoffe die Bilder können das rüberbringen.
Runter sind wir dann mit einer Sommerrodelbahn gefahren, das war ziemlich cool.
Abends waren wir dann alle zusammen Peking-Ente essen. Die Enten werden im Feuerofen geröstet und dann bekommt man eine Suppe aus den Teilen die nicht als aufgeschnittenes Fleisch serviert werden und so dünne Pfannkuchen artige Teigfladen.
Man nimmt dann einen Fladen, legt Fleisch rein und noch Gurke, Knoblauchpaste, Zwiebeln und eine spezielle dunkle Sauce und macht sich damit eine Art Wrap.
Es ist übrigens typisch hier, dass man mit großen Gruppen beim Essen gehen einen Runden Tisch bekommt der noch eine separate, runde Glasplatte in der Mitte hat. Man bestellt dann ein Haufen verschiedener Gerichte und jeder bekommt ein Schälchen Reis und dann wird die Platte immer wieder gedreht und jeder kann sich von allem nehmen. Das ist ziemlich cool, weil man viele verschiedene Gerichte probieren kann und es einfach schön ist in der Gruppe so zu sitzen, zu essen und den Abend ausklingen zu lassen.
Montags wollten wir uns die Forbidden City anschauen, ein abgegrenzter Teil im Zentrum der Stadt, in dem früher die Kaiser gelebt und regiert haben. Der Name verbotene Stadt kommt daher, dass einfachen Bürgern der Zutritt nicht erlaubt war. Uns war der Zutritt leider auch nicht erlaubt, da montags Ruhetag ist.
Aber außen rum war es auch ganz schön, wir sind einfach ein bisschen rumspaziert und wollten eigentlich noch auf einen kleinen Berg laufen auf dem mehrere Tempel stehen von denen aus man schön auf die verbotene Stadt gucken kann aber auch die waren montags geschlossen, also merkt Euch: Montag ist kein guter Peking-Tag.
Wir sind dann noch durch einen Park gelaufen, der an den Berg angegrenzt und anschließend haben wir uns auf dem Weg zum Silk-Market gemacht.
Das war ein bisschen wie ein großes Einkaufszentrum aber gleichzeitig auch wie ein Underground-Market. Also es gab viele Geschäfte und in manchen konnte man auch gut handeln und in anderen wurde aber nicht verhandelt. Manche hatten gefälschte Markenklamotten und Schuhe und andere hatten echten Pelz und hochwertige Klamotten.
Julian und ich sind dann abends zum Flughafen gefahren, weil wir dienstags sonst zu viel in der Uni verpasst hätten aber die anderen sind noch länger geblieben.
Der Herbst ist hier einfach richtig schön. Wir haben fast jeden Tag blauen Himmel und Sonne. Es ist zwar schon auch sehr kalt weil oft ein starker Wind vom Meer her weht aber ich habe mir jetzt eine dicke Jacke gekauft und wenn man sich gut einpackt ist es wirklich einfach nur schön.
Dalian hat viele kleine Berge auf die man laufen kann und dann eine tolle Sicht auf das Meer oder die Stadt hat und ein bisschen Natur genießen kann. Ich glaube auf Berge laufen oder ans Meer fahren gehören hier auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.
Letztens waren wir Karaoke singen, das war so lustig! Wir hatten unseren Privaten Raum mit Bildschirmen auf denen das Musikvideo gelaufen ist und man die Lyrics sehen konnte und drei Mikrofone. Jeder hat umgerechnet 10€ bezahlt und wir haben Bier und Snacks bekommen und haben die ganze Nacht von 23.00 Uhr bis 3 Uhr morgens gesungen wie die verrückten.
Ansonsten ist die Zeit einfach nur am Rennen, ich kann nicht glauben, dass der November quasi schon vorbei ist und wir Ende Dezember/Anfang Januar mit unseren Prüfungen hier fertig sind und dann schon der Abschied von den neuen Freunden und dem neuen Leben vor der Tür steht. Aber daran mag ich jetzt noch nicht denken, ich genieße einfach weiterhin jede Sekunde die ich hier habe.
Chinesisch lernen geht auch langsam voran, manchmal kann ich im echten Leben schon was sagen oder was verstehen aber natürlich nur minimal. Und wenn ich dann mal was sage, was mein Gegenüber auch versteht dann fangen die erst recht an mit einem zu reden und dann verstehe ich leider wieder gar nichts. Aber es macht mir viel Spaß die Sprache zu lernen.
Gestern haben Giulia und ich angefangen unsere Reise zu planen. Ich werde Mitte Februar zurückkommen und davor wollen wir noch einen Monat durch Vietnam und Thailand reisen. Darauf freue ich mich natürlich auch schon!
Bis bald :)