Istanbul
ist mit rund 15,5 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste
Stadt der Türkei. Sie liegt am Nordufer des Marmarameeres auf beiden
Seiten des Bosporus, im europäischen Thrakien und im anatolischen
Asien. Somit ist sie auf der Weltkarte gleich auf zwei Kontinenten
vertreten und damit wirklich etwas Besonderes.
Da
wir beide schon öfter in Istanbul waren, wollten wir die Zeit hier
ganz entspannt verbringen. Wir sind mit der Straßen- und U-Bahn bis
ins Stadtviertel Feriköy gefahren. Hier gibt es den größten
organischen Obst- und Gemüsemarkt in ganz Istanbul. Wir haben uns
durch leckere Köstlichkeiten probiert, die aus kleinen Küchen
frisch angeboten werden. Weiter ging es für uns zum großen Basar,
dem größten überdachten Markt der Welt. Auf 30.700 Quadratmetern
in 60 Straßen und Gassen befinden sich über 4.000 Geschäfte. Der
Basar wurde zwischen 1451 und 1481 während der Herrschaft Sultan
Mehmed II. „dem Eroberer“ errichtet. Teppiche, Kleidungsstücke,
Souvenirs, Nützliches und Unnötiges, es gibt einfach alles.
Feilschen um den besten Preis ist hier unbedingt erwünscht. In einer
versteckten Ecke fanden wir ein kleines Barbergeschäft. Also besser
gesagt einen Stuhl, davor ein Spiegel und ein Wachbecken und damit
war der Raum auch schon voll. Ben hat einen professionellen und
akkuraten Haarschnitt bekommen. Mit dazu gehörte das Kürzen von
Augenbrauen und Nasenhaaren und Abbrennen der winzigen Ohrhärchen
und das für weniger als 10 Euro.
Gleich
am nächsten Morgen sind wir zur Sultan Ahmed Moschee gelaufen. Sie
ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Istanbul und ist
mit ihren 6 schlanken Minaretten aus der Skyline der Stadt nicht
wegzudenken. Besser bekannt ist die Moschee als die Blaue Moschee.
Diesen Beinamen trägt sie, da insgesamt mehr als 21.000 weiß-blaue
Kacheln während des Entstehung zwischen 1609 und 1617 verbaut
wurden. Von der tollen Einrichtung und Gestaltung konnten wir leider
gar nicht so viel sehen, denn die Moschee wird aktuell von Innen und
Außen restauriert. Gut, dass wir sie schon vor ein paar Jahren
besucht hatten, denn ohne Einrüstung ist sie wirklich schön
anzusehen. Nicht weniger bekannt ist die Hagia Sofia, die direkt
gegenüber der Blauen Moschee liegt. Hier mussten wir etwas anstehen,
um einen Blick hineinzuwerfen. Die Hagia Sofia wurde bereits 532 bis
537 n.Chr. als byzantinische Kirche erbaut. Von 1453 bis 1935 wurde
sie als Moschee genutzt, danach diente sie als Museum. Seit 2020 wird
sie wieder als Moschee genutzt. Sie ist mit ihrer freischwebenden,
fast 56 Meter hohen Kuppel von 31 Metern Durchmesser das bedeutendste
Beispiel einer spätantiken Kuppelbasilika und überstrahlte
kulturüberschreitend ältere Kirchenbauten. Wir zogen die Schuhe
aus, ich setzte ein Kopftuch auf und wir schauten uns das
bemerkenswerte Bauwerk von innen an. Draußen war es ziemlich warm,
wir verkrochen uns in den Untergrund von Istanbul und besuchten eine
der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Cisterna
Basilica, oft auch als versunkener Palast bezeichnet, ist eine
spätantike Zisterne. Wir kamen in ein riesiges Gewölbe mit
unzähligen Säulen. Die fast 1500 Jahre alte Anlage ist die größte
und bekannteste unterirdische Wasserquelle aus der Zeit des blühenden
Konstantinopel. Wir liefen etwa eine halbe Stunde durch die mystisch
beleuchtete Anlage, entdeckten verschiedene Säulen, Kunstwerke und
zwei antike Köpfe der Medusa, die interessanterweise umgedreht
verbaut wurden. Wahrscheinlich war in der damaligen Zeit die Höhe
der Säulen nicht einheitlich und es musste ausgeglichen werden,
dabei verwendeten die Arbeiter passende Bruchstücke aus anderen
Säulen, die zur Verfügung standen. Wir spazierten weiter durch den
Gülhane Park zum Ägyptischen Basar, der auch als Gewürzbasar
bezeichnet wird. Den Namen trägt er aufgrund der Waren, insbesondere
der Gewürze, die damals aus Ägypten kamen und hier verkauft wurden.
Ein großer Teil der noch etwa 100 Läden besteht aus traditionellen
Gewürzhändlern. Ein Meer aus Farben und Düften erwartete uns. In
der Nähe kauften wir frische Oliven und Käseschlangen für
zwischendurch. Unser nächster Besuch wurde zuckersüß. Wir liefen
zum Turkish Delight Shop Altan Sekerleme. Bereits seit 1865 wird er
in Familientradition geführt und bietet sehr leckere türkische
Süßigkeiten an. Da haben wir natürlich nicht nein gesagt.
Am
letzten Tag schliefen wir erst einmal aus und dann wurde es Zeit,
dass Meer mal wieder zu besuchen. Wir liefen von unserer Wohnung
direkt zum Wasser und immer am Bosporus entlang. Das Meer mit Vögeln,
Schiffen und Badenden auf der einen Seite und die byzantinische
Befestigungsmauer auf der anderen Seite. Stundenlang kann man hier
entlanglaufen und sieht immer wieder ein bisschen mehr von Istanbuls
Skyline. Wäre da nicht eine der Hauptverkehrsstraßen zwischen der
Promenade und der Stadtmauer, wäre es auch ein wirklich toller
Spaziergang. Wir bogen also bei nächster Gelegenheit wieder in die
Stadt ab und genossen noch ein letztes Mal ihre trubeligen Straßen
und ihr buntes Leben.