Heute
ging es in Richtung Süden. Wir kamen nach circa 20 Minuten an der
Grenze zu Albanien an. Nachdem wir im Land eingereist waren, fing es
an zu regnen. Der Regen hörte irgendwann auf, die Verkehrsteilnehmer
nahmen jedoch zu und die Straßen wurden immer voller. Mit dem Auto
falsch herum durch den Kreisverkehr, zu dritt auf einem Roller, mit
dem Fahrrad und zu Fuß auf der Autobahn, bei Rot über die Ampel -
die Albaner nehmen den Straßenverkehr nicht so genau und
komischerweise hatte jedes fünfte Auto ein italienisches oder
deutsches Kennzeichen. Etwa 3 Stunden sind wir unterwegs gewesen.
Kurz bevor wir in der Hauptstadt von Albanien angekommen sind,
machten wir noch einen Abstecher zur Festung von Kruja. Im Gewusel
des kleinen Ortes fanden wir glücklicherweise irgendwann einen
Parkplatz und gingen die letzten paar Meter zur Festung zu Fuß. Auf
halber Strecke fing es wieder an zu regen und natürlich hatte ich am
Morgen den Regenschirm aus dem Rucksack ausgeladen, weil wir ihn
bisher nirgends gebraucht hatten. So ein Pech aber auch. Wir
besichtigten die Festung, die das Zentrum der Kämpfe von Skanderbeg
im Mittelalter gegen das Osmanische Reich war. Skanderbeg war ein
Fürst aus dem albanischen Adelsgeschlecht der Kastrioti und ein
Militärkommandant. Er trägt auch die Beinamen „Kämpfer des
Christentum“, „der neue Alexander“, „Herr von Albanien“ und
wird heute von vielen als albanischer Nationalheld geehrt. Es war
zwar etwas nass, aber wir konnten vom höchsten Punkt der Festung
auch weit über das Land blicken. Wir liefen zurück zum Auto an den
vielen kleinen Läden vorbei, die typische Souvenirs anboten. Dann
ging unsere Fahrt weiter, wir hatten nur noch wenige Kilometer bis zu
unserer Unterkunft in Tirana, brauchten dafür aber eine ganze
Stunde. Wir stellten unser Gepäck ab und gingen zu Fuß los, um die
Stadt zu entdecken. In wenigen Minuten waren wir auf dem Skanderbeg
Platz. Er ist nach der Reiterstatue des Nationalhelden benannt, die
hier steht. Auf dem wirklich riesigen Platz findet das Leben statt
und hier befindet sich die Oper von Tirana, die Et'hem-Bey-Moschee,
das Historische Nationalmuseum und der Uhrturm. Die wichtigste
Sehenswürdigkeit der Stadt. Der Turm wurde bereits 1822 in Auftrag
gegeben und ist seit 1948 Kulturdenkmal Albaniens. Bekannt ist die
Stadt außerdem für ihre farbenfrohe Architektur aus der
osmanischen, faschistischen und sowjetischen Zeit. Einige der bunten
Häuser konnten wir bereits vom großen Platz aus schon sehen,
darunter verschiedene Ministerien. Gar nicht weit befindet sich das
Museum Bunk'Art 2. Das ist ein einzigartiges Museum, welches die
albanische Geschichte in einem unterirdischen Atombunker
widerspiegelt. Im ganzen Land wurden unter der 40-jährigen Diktatur
von Enver Hoxha im sozialistischen Albanien etwa 200.000 dieser
Betonpilze gebaut. Wir wollten uns auch die Pyramide von Tirana
ansehen. Sie ist aber gerade eingezäunt und wird komplett erneuert.
Die Pyramide wurde ursprünglich als Enver-Hoxha-Museum eröffnet.
Sie zeigte sein Leben und seinen Einfluss auf die jüngere Geschichte
Albaniens. Nun soll das Gebäude eine Mischung aus Kultur- und
Bildungszentrum für Jugendliche werden. Wir spazierten durch einige
Parks und Straßen der Stadt, sahen viele Baustellen, einige Gebäude
mit modernster Architektur und unendlich viele Cafés und Bars.
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