Wir
wurden von Kühen, Schafen und Ziegen geweckt, denn wir übernachteten
auf einer Art montenegrinischen Bauernhof. Wir packten wieder alles
zusammen und machten uns auf den Weg in Richtung Hauptstadt. Vorher
machten wir aber noch einen Stopp am Felsenkloster Ostrog. Das
Kloster wurde 1656 von Vasilija Jovanovic, dem Bischof von
Herzegowina, gegründet. Er kam hierher nachdem sein Kloster in
Bosnien und Herzegowina von den Türken zerstört wurde. Sein neues
Kloster wollte er uneinnehmbar machen und so baute er es mit Hilfe
von anderen Mönchen in zwei Höhlen mitten im Berg auf einer Höhe
von 900 Metern. Vasilija lebte hier bis zu seinem Tod und heute wird
der Körper des Heiligen hier aufbewahrt. Das Kloster ist eines der
bedeutendsten Klöster der serbisch-orthodoxen Kirche und inzwischen
ist es weit über die europäischen Grenzen bekannt. Orthodoxe,
Katholiken und Muslime pilgern zu der magischen Stätte. Einige
laufen den steilen, steinigen Weg als Zeichen der Demut barfuß
herauf, wie es die Pilger früher getan haben. Wir versuchten mit dem
Auto bis hoch zu fahren. Wir scheiterten, wir kamen irgendwann nicht
weiter, weil zu viele Autos in der Warteschlange standen. Wir parkten
und liefen den restlichen Weg nach oben. Menschenschlangen ohne Ende,
die darauf warteten ins Klosterinnere zu blicken. Es hätte uns wohl
mindestens 3 Stunden Wartezeit eingebrockt, deswegen haben wir den
Anblick von außen und den tollen Blick über die Bjelopavlicko-Ebene
genossen und sind wieder nach unten gelaufen. Wir fuhren weiter nach
Podgorica. Die Hauptstadt von Montenegro hat gerade mal knapp 200.000
Einwohner und außer vielen Plattenbauten nicht so viel zu bieten.
Wir hatten aber eine sehr schöne Wohnung für eine Nacht und nutzten
hier erst einmal die Waschmaschine. Am späten Nachmittag gingen wir
vor die Tür, tranken einen Kaffee und waren nach langer Zeit mal
wieder asiatisch essen. Dann entdeckten wir doch noch ein paar
sehenswerte Sachen. Die Ribnica Brücke ist die älteste Brücke der
Stadt und wurde im 16. Jahrhundert von den Römern errichtet. Die
Brücke führte zu dieser Jahreszeit leider nur über ein trockenes
Flussbett. Die Millenium Brücke ist eine 173 Meter lange
Schrägseilbrücke über die Moraca und gilt als Wahrzeichen der
Stadt. Wir spazierten am Büro der Landesregierung, einer Statue von
König Nikola I Petrovic und dem Republikplatz vorbei. Zurück zur
Unterkunft ging es durch eine Straße mit gefüllten, hippen Bars,
eine Parkanlage und über die Moskauer Brücke, die zu 60% von
Russland finanziert wurde und ein Geschenk an die Stadt ist. Und dann
gingen wir auch schon schlafen, denn wir hatten ziemlichen
Muskelkater vom Canyoning.
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