Reisefieber - Alltag ade

Etappe 8: Durch den Tapantí Nationalpark nach Orosí

Lautes Vogelgezwitscher untermalt am Morgen den Sonnenaufgang, welcher den Dschungel in warmes Licht taucht und eine Art exotische Postkartenidylle zaubert. Heute geht es zum Teil durch den Tapantí Nationalpark mit wild überwucherten Bäumen und Pflanzen mit riesigen Blättern am Wegesrand. Kurz hören wir wieder Brüllaffen, die scheinbar von etwas aufgeschreckt wurden. Irgendwie finden wir heute nicht so Recht den üblichen Wanderrhythmus und so quälen wir uns etwas die Anstiege hoch, um kurze Zeit später demotivierend gleich wieder bergab zu laufen. Der offizielle Eingang zum Nationalpark ist nur über zusätzliche Kilometer vom Camino aus zu erreichen und wir hätten uns auch vorher anmelden müssen. So entscheiden wir uns gegen diesen Abstecher und für eine längere Pause in einem Restaurant an einer Wegkreuzung, in dem wir auch noch das beste Internet des bisherigen Urlaubes vorfanden, trotz der Abgeschiedenheit. Etwas weiter kreuzt kurz vor dem Ort Purisil dekorativ eine große gelbe Brücke den Fluss. Später erreichen wir dann einen weiteren Wegstein des Caminos, der erfreulicherweise angibt, dass wir genau die Hälfte des Weges bereits geschafft haben. Trotz dieser erfreulichen Nachricht schleppen wir uns das letzte Stück bis zur Unterkunft nur noch vorwärts, zum Teil begleitet von einem jungen Straßenhund, der scharf auf unsere Vorräte ist. Nach anstrengenden 19,4 km erreichen wir unser Ziel Orosí. Zum Glück haben wir heute eine wunderschöne Unterkunft, das Chalet Orosí, in dem wir warm Duschen und die Beine hochlegen können. Das separate Häuschen ist komfortabel auf europäischen Standard eingerichtet, da die Vermieterin selbst Französin ist. Wir entscheiden, dass wir heute keinen Schritt mehr laufen wollen und bestellen kurzerhand einfach per Lieferservice und lassen so den Abend gemütlich ausklingen.
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