Reisefieber - Alltag ade
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Am Morgen bekommen wir wieder ein großzügiges deftiges costa-ricanisches Frühstück mit gallo pinto (Reis mit schwarzen Bohnen), Rührei, Maistortillas und Käse. Chris vermisst jedoch das süße Frühstück und fragt bei der freundlichen Dame nach Honig und bekommt dann selbstgemachte Guayaba-Marmelade. Es wird sich jedoch köstlich darüber amüsiert, dass der Deutsche sich doch tatsächlich Marmelade auf seine Maistortillas schmiert. Am Anfang der Tour kommen wir an idyllisch gelegenen Fincas mit riesigen Grundstücken an denen häufig "se vende" (zu verkaufen) steht, da kann man schon Mal ins träumen kommen. Wir stellen fest das jedes noch so kleine Dorf in Costa Rica drei Dinge besitzt: eine Kirche, eine Schule und einen Fußballplatz. Bei den meisten der kleinen Häuser steht die Haustür weit offen, sodass man bis ins Wohnzimmer schauen kann und wir uns sehr sicher fühlen. Die Menschen am Wegesrand winken und grüßen freundlich und scheinen sich wirklich zu freuen, dass wir hier vorbeikommen. Die Autos und Motorräder hupen im Vorbeifahren oder halten sogar an und fragen, ob wir irgendwie Hilfe brauchen. Wir müssen oft über die kitschige Weihnachtsdeko der Häuser schmunzeln, die noch immer überall zu finden ist und die uns bei der Hitze und dem tropischen Ambiente irgendwie befremdlich vorkommt. Seit mehreren Tagen werden wir von den exotisch anmutenden Rufen des Montezumastirnvogels (schwarz mit gelbem Schwanz) begleitet, den wir auch regelmäßig zu Gesicht bekommen, der sich aber vor der Kamera gut verstecken kann. Von weitem sehen wir einen großen See und etwas später kommen wir laut der Karte durch einen Ort namens "Alto Alemania", so schnell ist man also wieder in Deutschland. Ansonsten ist die heutige Etappe ziemlich ereignislos. Wir kommen dann nur noch durch den größten Ort des Caminos, La Suiza, der aber nicht besonders sehenswert ist. Hier können wir aber etwas essen, einkaufen, Geld abheben und in der Apotheke Pflasternachschub holen. Unseren Füßen gefällt die heutige Etappe überhaupt nicht, denn wir laufen größtenteils über Asphalt oder grobe Steine und zusammen mit dem vielen Schwitzen produziert das trotz der gut eingelaufen Wanderschuhe Blasen an den Füßen. Umso mehr freuen wir uns die heutige komfortable Unterkunft, Casa Quinto Atirro, mit tropischen Garten zu erreichen und uns auf der schönen Veranda auszuruhen.

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