Reisefieber - Alltag ade

1. Etappe: Wanderstart vom Pazifik mit Tiersichtungen und Hitze

Heute beginnt unser Abenteuer auf dem Camino de Costa Rica, der uns in 16 Etappen 280 km von der Atlantikküste zur Pazifikküste führt und damit nicht nur einmal quer durch das Land, sondern auch, als einziger Fernwanderweg der Welt, quer durch einen Kontinent. Da der Camino erst 2018 eröffnet wurde um den Tourismus der ländlichen Bevölkerung im Landesinneren zu stärken und da durch Corona noch nicht so viele Touristen hier her gefunden haben, gehören wir wahrscheinlich zu den ersten paar hundert Menschen, die den Trek überhaupt laufen (die meisten davon eher mit organisierten Gruppentouren). Wir haben die Tour die ersten drei Tage über einen Anbieter gebucht (Urritrek) und danach laufen wir samt Gepäck alleine weiter. Heute morgen ging es sehr früh um 4 Uhr morgens mit dem Transfer zur östlichen Karibikküste. anschließend sind wir über die ausgedehnten Wasserstraßen ein Stück mit dem Boot durch dichten Wald zum Ausgangspunkt des Camino gefahren, um dort symbolisch den Atlantik zu berühren. Schon auf dem ersten Stück haben wir mehr Tiere gesehen als erwartet: zahlreiche Punte Vögel inklusive Tukan, Klammeraffen, Brüllaffen, Totenkopfäffchen, ein Krokodil, Szirnlappenbasilisken, ein Pfeilgiftfrosch und aus der sogar ein Faultier. Anschließend ging es bei um die 30 Grad in glühender Hitze mit nur wenig Schatten 23 Kilometer gen Westen eine Landstraße lang. Zum Teil folgte uns mit etwas Abstand ein Auto aus Sicherheitsgründen, da diese ablegene Ecke von Costa Rica zum Teil auch zum Drogentransport genutzt wird, wenn auch vorrangig auf dem Wasserweg. Zwischendurch gab es keine Restaurants, sodass es nur kleine Snacks unterwegs gab und so hat uns der Camino bereits am Anfang alles abverlangt hat. Alle Leute denen wir auf dem Weg begegneten, winkten freudig und einer gab uns sogar Wasser, weil bei der Hitze die 5,5 km doch knapp bemessen waren. Die meiste Zeit führte uns der Weg vorbei an schier endlosen Bananenplantagen, außerdem passierten wir Schienen einer früheren Bahnstrecke, welche von den Plantagen Waren gen Westen brachte. Völlig durchgeschwitzt kamen wir am Ziel an und bekamen dort in einem lokalen Wohnhaus ein Gericht gezaubert. Auf einem idyllischen Campingplatz standen die Zelte für die Übernachtung bereits auf kleinen Plateaus bereit (aufgrund der Schlangen) und frisch geduscht konnten wir unmengen an  Glühwürmchen und Sterne bestaunen.

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