Große Dünen - kleine Flusspools
Wir schlagen unser Quartier für 2 Nächte am Campingplatz von Deutschen (schon in Namentlich bis geboren) - Hautab Fountain - an einem kleinen Fluss, der entzückende Pools zum...


Veröffentlicht: 31.03.2025
Wir fahren vom Campingplatz am Fluss ohne unsere Reisepartner in Richtung große Pässe. Als erstes überqueren wir den ersten auf einer gepflasterten(!), sehr steilen Straße. Oben ist die Ausblick atemberaubend!
Hinunter ins Tal geht’s wieder auf einer hier mehr als üblichen „graveled“ Road - also Staubstraße mit tiefen Rillen und Löchern. Dann geht die Straße auf den nächsten Pass: Gamsberg. Er ist nicht so hoch, aber aufgrund der Straße, die durch die Regenfälle ausgeschwemmt ist, auch eine Herausforderung. Immer wieder fahren wir durch große, tiefe Lacken wie kleine Teiche. Das Wasser spritzt in Fontänen links und rechts vom Auto weg.
Wir wollen zur Rooiklip Farm, die lt. Beschreibung von einer alten Deutschen geführt wird und 3 Plätze für Camper anbietet. Wilfried findet beim Studium der verschiedenen Reiseführer immer wieder solche Plätze, und wenn wir auf niemanden Rücksicht nehmen müssen, fahren wir sie auch besonders gerne an.
Endlich erscheint der Wegweiser und wir biegen zur Farm ein. Die Straße ist furchtbar und nach ein paar Kilometern erscheint das Schild: Highway to Heaven und die Geschwindigkeitsbeschränkung von 200 km/h 🫣😂.
Die Straße wird immer schlimmer und nach 28km Höllenfahrt stehen wir vor dem Farmhaus. Eine sehr rüstig wirkende alte Frau begrüßt uns und nachdem wir keine Reservierung haben, meint sie, dass wir Glück hätten. Die auf Platz eins gebuchten Gäste seien ausgefallen. Der Platz sei für sie der Thron Gottes - wir sind gespannt und kommen mit ihr ins Gespräch und sie präsentiert sich als absolut interessante Persönlichkeit, die seit 2002 hier in Namibia ist. Wir erfahren viel Aktuelles über das Land (z.B. über die neue Präsidentin), über die Begeisterung des Volkes für ihr Land (we are Namibians!) und über ihre Einstellung zu Trump und zur Weltpolitik. Obwohl sie in the middle of Nowhere lebt und 84 Jahre alt ist, ist die Frau top informiert! Die bezieht ihr Informationen aus dem Satellitenfernsehen, wo sie arabische, englische und chinesische Auslandssender empfangen kann. Sie stellt uns ihren Lebenspartner Franz vor, der weißer Namibier und leider schwer krank ist. Trotzdem schaukelt er noch recht viel und lädt uns zu Bier, selbst gemachtem Lemoncello und vor allem Rohschinken aus Bergzebra ein. Er hat die Lizenz diese in begrenzter Anzahl auf dem riesigen Grund (7000ha!!!!) zu schießen. Der Schinken ist eine derartige Delikatesse, dass wir wohl unser Leben lang dran denken werden. Zur Farm gehören noch 3 kleine Steinhäuschen, die vermietet werden und eine recht große Schafherde. Die alten Leute werden von einigen schwarzen Bediensteten unterstützt, mit denen sie wegen ihrer Unzuverlässigkeit manchmal in Schwierigkeiten kommen. Recht spät kommen wir zu unserem Platz und sind hingerissen von der Schönheit des Ausblicks, der sich uns bietet!
Es ist alles da: Toilette, Dusche, Abwaschplatz und alles in den Felsen gebaut!
Wir kochen uns Spaghetti mit Sugo und trinken noch etwas Wein, bevor wir unter einem unglaublichen Sternenhimmel in unser Dachzelt kriechen und bei absoluter Dunkelheit und Stille gut schlafen.
Am Morgen ist das Wasser ausgefallen. (Der schwarze „Wassermeister“ hat wohl nicht aufgepasst…)Wir machen Katzenwäsche, genießen unser Frühstück mit Aussicht …
und verlassen mit ein wenig Wehmut unser Traumplätzchen, verabschieden uns herzlich von unseren Gastgebern und rumpeln die grausliche Straße wieder zurück bis zur sogenannten Hauptstraße, die immer wieder mit tiefen Gräben und noch tieferen Sandpassagen überrascht. Es geht durch die Namib-Wüste und die ist hier nicht grün, sondern richtig „wüstig“ 😁. Außer ein paar großen Strauß-Vögeln sehen wir keine Tiere.
Gegen Mittag erreichen wir Swakopmund, wo wir uns mit frischen Lebensmitteln eindecken. Heute Abend werden wir in einem der Restaurants dieser so „deutschen“ Stadt am Atlantik (das größte Restaurant heißt Brauhaus 😁) etwas hoffentlich Gutes speisen!
Es ist meist etwas nebelig in Swakopmund und die Stadt selbst gibt unserer Meinung nach gar nix her. Der Atlantik macht es recht windig und kühl.
