
Veröffentlicht: 15.11.2025




















Ich musste erst von der dritten in die erste Etage. Das ging leider ausschließlich ohne meinen Flughafentrolley, also Rucksack anheben, in den Fahrstuhl schmeißen, runterfahren, neuen Trolley nehmen und den Schildern folgen. Die besagten 10 Minuten zu Fuß. Ich sportete los und schaffte es in 6 Minuten, schwitze aber auch schon wieder.
Der Flug war kurz, nur 1 Stunde, und ging rüber nach Surabaya auf der Insel Java, weiter mit dem Taxi in die Innenstadt zum Bahnhof und von hier in der Exekutive-Klasse in den folgenden 5 Stunden nach Semarang. Eine tolle Zugfahrt, sicher, pünktlich, und herzliche Fahrgäste.
Semarang erreichte ich, als die Sonne gerade unterging. Meine Unterkunft befand sich direkt in der schönen Altstadt, im Kolonialstil, man hätte glauben können, die Holländer seien noch da.
Ich verließ die Stadt am übernächsten Tag, zuerst erneut mit dem Zug, aber nur eine Station, also 30 Minuten. Von hier rief ich ein Grab-Taxi. In welchem ich mich aus Gewohnheit anschnallte, es aber zu piepsen begann, der Fahrer ausstieg, zu mir kam und erklärte, das geht so nicht, da es sonst die ganze Zeit weiter piepst. Also abschnallen. Es ging hier die nächsten 2 Stunden nur bergauf, über teils abenteuerliche Steigungen. Ich bin mir aber bis heute nicht sicher, ob mein Fahrer nicht fahren konnte oder ob der Motor zu schwach war. Der Motor heulte ständig im ersten Gang bei 5 bis 6 000 Umdrehungen. Die ersten zwei Drittel der Strecke, führten dabei direkt durch einen exotischen Garten. Mais, Kaffee, Mango, Kartoffeln, Reis, Kakao, Durian und noch vieles mehr wuchs am Wegesrand. Ich stand dann endlich bei 18 Grad in Dieng und spazierte hier am Nachmittag noch zum nahen Sikidang-Krater und Ajuna-Tempel.
Den folgenden Tag saß ich bei leichtem Nieselregen zum Frühstück. Entschied mich dann dennoch für eine Wanderung zum Prau-Gipfel. Dabei ließ ich Dieng hinter mir, durchwanderte die Kartoffelfelder, welche sich rund um Dieng an den Hängen schmiegten, wurde hier wieder herzlich von den Bauern und Bäuerinnen begrüßt, bevor ich irgendwann den Wald erreichte. Und dann, wie sollte es auch anders sein, begann es zu regnen und es hörte auch in den nächsten 3 Stunden, nicht mehr auf. Der Weg war nur noch eine Mischung aus Bachwasser und Schlamm. Kurz vor dem Gipfel hörte es 10 Minuten auf, Zeit für eine Rast. Anschließend sollte genau da, wo kein Baum mehr war, weit und breit, ein Gewitter einsetzen. So begann ich umgehend meinen Abstieg, die Aussicht hier oben war eh gleich null.
Meine Unterkunft war leider weniger einladend, daher verließ ich Dieng dann schon nach zwei statt den geplanten 4 Tagen.
