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Tag 19: Faial - Caldeira, Vulkan & Beachtime

23. Juli 2020

Heute gehts zur Nachbarinsel Faial!

Unsere Fähre geht um 10:15, daher starten wir direkt nach dem Frühstück über die kurvenreiche Küstenstraße nach Madalena.

Über dem Pico ist heute Morgen übrigens (noch) kein Wölkchen zu sehen!

Wolkenfreier Pico

Am Fährterminal angekommen, holen wir die Tickets.

Ich habe die Fähre bereits vor 3 Wochen von zu Hause aus gebucht, da laut Plan nur 2 Fähren am Vormittag angegeben wurden (8:15 und 10:15) und wir ja auf jeden Fall den Tag auf Faial nutzen wollen.

Obwohl in diversen Foren die Empfehlung kam, KEINE Fähre vorab zu buchen, da ja wegen Covid-19 "eh nichts los wäre", war meine Entscheidung goldrichtig!

Als Fußgänger wäre man vielleicht noch mitgekommen, aber mit Auto nicht: die Fähre ist voll!

Die Familie hinter uns, die "spontan" auf die Fähre möchte, bekommt erst wieder einen Platz auf der Fähre nach 13 Uhr.

Uff, wie gut, dass ich gebucht habe, sonst wäre der Tag auf Faial hiermit beendet gewesen!

Der Gatte stellt sich mit dem Auto in die Warteschlange vor dem Fähranleger, ich gehe mit den Kids ins Fährterminal und wir warten auf das Boarding.

Autoschlange am Fährterminal

Im Fährterminal sehen wir einen Automaten - einen PharmaShop24 Automaten - mit äußerst dubiosem Inhalt...

Eine Marke scheint hier sehr zu dominieren :-)

Der etwas andere Automat

Interessant, was sich die Portugiesen in einem Fährterminal so "ziehen" können... Hihi.

Durch das Fenster sehen wir die Atlantico Fähre anlegen und kurze Zeit später darf der Gatte auch schon (rückwärts!) auf die Fähre fahren. Dieses Prozedere kennt er ja schon aus dem Griechenlandurlaub - da gings auch rückwärts auf die Fähre....

Dumm nur, dass ausgerechnet der Focus jetzt keine Rückfahrkamera hat (unsere vorigen Mietwagen, der Fiat Tipo Kombi & Peugeot308 Kombi) hatten eine....

Aber er schafft das auch ohne (schließlich hat er schon Wohnmobile in Kanada auf die Fähre bekommen :-)) - außerdem helfen die Angestellten beim Rangieren und Einweisen.

Kurz darauf dürfen wir auch auf die Fähre.

Wichtig für Nicht-Portugiesen: ihr benötigt für die Überfahrt euren Reisepass oder ein anders Ausweisdokument!!! (Zumindest mussten wir den samt Pass Ticket vorzeigen, sonst gabs kein Durchkommen....)

Da parkt unser silberner Focus

Auf der gesamten Überfahrt herrscht strenge Maskenpflicht - ja, auch draußen!

Pico verabschiedet uns im Wolkengewand
Auch auf Faial hängen Wolken...
Fähre ist voll!

Die Überfahrt dauern 30 Minuten und das Wetter ist herrlich!

Nur über den Inseln hängen Wolken, ansonsten können wir den ungewohnt blauen Himmel genießen. Die Sonne ballert ganz schön, kalt dürfte uns heute nicht werden.

Pünktlich um 10:45 legen wir in Horta an

Horta
Zuerst dürfen die Autos runter, dann die Fußgänger

Mein Fuß fühlt sich heute etwas besser an. Scheinbar tut die Bewegung gut - zumindest rede ich mir das ein.

Große Wanderungen haben wir heute nicht geplant, aber schon die Rennerei zur Fähre und runter von der Fähre sind mehr Schritte, als ich gedacht habe.

Wir treffen den Gatten draußen vor dem Terminal und fahren zum ersten Aussichtspunt für heute, dem Miradouro de Nossa Senhora da Conceição

Miradouro de Nossa Senhora da Conceição

Von hier oben hat man einen tollen Blick über die Bucht und Horta

In der Ferne sehen wir schon die nächste Fähre kommen.

Die nächste Fähre

Sohnemann hat sich meine alte PowerShot Kamera geschnappt und begibt sich auf Motivsuche. Er ist schockverliebt in die vielen Geckos, die sich hier auf den Azoren überall tummeln, und erwischt sogar einen mit der Kamera

Weiter gehts in Richtung Caldeira

Der Pico gegenüber hat sein Wolkengwand noch nicht abgelegt

Für die folgenden 15 km kurvenreiche Straße zum Caldeira do Faial benötigen wir etwa 30 Minuten.

Als wir auf dem Parkplatz vor dem Caldeira ankommen, stehen dort lediglich 2 Autos. Auch hier sehen wir die Markierungen für Busse und wieder wird uns klar, was hier normalerweise zur Hochsaison los sein muss.

Durch den Tunnel gehts zum Ausblick auf den Caldeira.

Wir sind alleine - die Fahrer der beiden Autos scheinen die Personen zu sein die wir ganz weit entfernt auf dem Kraterrand erkennen können. Die Kraterumrundung hätte ich auch sehr gerne gemacht, aber mit dem Fuß wäre das sowieso nicht gegangen und dafür wäre auch die Zeit heute viel zu knapp gewesen.

Wanderer auf dem Kraterrand

Aber anschauen ist auch super - der Krater ist wirklich gigantisch!

Wir machen ein paar Pusteblumen-Fotos und beim genauen Hinsehen erkennen wir 3 weitere Personen im Inneren des Kraters wandern

Wanderer im Kraterinneren

Nachdem wir uns am Caldeira sattgeschaut haben, machen wir am Parkplatz noch ein paar Bilder mit Blick nach Pico.

Der Pico ist allerdings immer noch wolkenverhangen und scheint sein "Kleid" auch heute nicht mehr ablegen zu wollen.

Glücklicherweise haben sich die Wolken hier über dem Caldeira einigermaßen verzogen, so war die Sicht doch ganz okay.

Die 2 farbigen Blumen mit den unterschiedlichen Blüten faszinieren und besonders. Die haben wir bei der Kraterwanderung bei Sete Cidades schon gesehen

Wer sieht das Pferd?

Am Hang erkenne ich in der Ferne ein Pferd. Beim Ranzoomen sehe ich, dass auch dieses Pferd mit Strick angepflockt ist - mitten am Steilhang...

Der nächste Programmpunkt ist der Vulkan Capelinhos.

GoogleMaps schickt uns eine Stichstraße rauf, vorbei an Kühen, die wir allerdings nach dem ersten Viehgitter wieder verlassen und umdrehen. Die Straße entpuppt sich als grottenschlechte Schotterpiste und ich weigere mich, die weiterzufahren.

Auf Pico war das noch einigermaßen machbar, zumal die Straßen ausgeschildert waren und noch andere Autos unterwegs waren . Diese Straße allerdings macht so gar keinen guten Eindruck - also zurück.

Wir entscheiden uns für die "offiziell ausgeschilderte" Straße

Bye Pico - bis später

Der Zustand der Straße ändert sich leider auch sehr abrupt und wir müssen bei der Fahrt entlang der Küste so einige Schlaglöcher umfahren

Hinter der Ortschaft Praia do Norte biegen wir rechts ab in Richtung Vulcão dos Capelinhos.

Die Landschaft ändert sich sehr schnell und wir können anhand der schwarz-grauen Sand- und Geröllhügel sehen, wie der Vulkanausbruch in den 1950er Jahren die Landschaft verändert hat

Schon bei der Anfahrt zum Vulkan ist der berühmte alte Leuchtturm zu sehen

Wir fahren die Straße weiter bis an den Parkplatz am Meer, wo sich eine Badestelle samt Rockpool befindet. Wir überlegen kurz, ob wir hier schon Baden gehen, da aber der Sohnemann Hunger hat und die Tochter eine Toilette braucht, entscheiden wir uns gegen das Baden.

Auf jeden Fall ist heute noch ein Strandbesuch in Porto Pim geplant, von daher steht nun das  Infocenter Centro de Interpretação do Vulcão dos Capelinhos auf dem Programm.

Bereits in einer Azoren Fernsehsendung haben wir einen Beitrag über das Center gesehen, welches unter der Erde liegt und sind entsprechend neugierig, ob es wirklich so "cool" ist, wie es im Fernsehen rüber kam

Das Center ist wirklich beeindruckend

Centro de Interpretação do Vulcão dos Capelinhos
Eingangshalle

Wir kaufen 4 Tickets und schauen uns im Center um. Außer uns ist noch eine Mutter mit 2 Kindern hier unterwegs, sonst ist niemand da.

In vielen Schaukästen sehen wir diverse Steine, Mineralien etc, die Sohnemnn sehr faszinieren. Er ist wieder mit der Kamera bewaffnet und fleißig am Fotografieren. Ich musste ihm versprechen, dass er auch ein paar Bilder dem Blog beisteuern darf, was ich natürlich gerne mache.

Hier ein paar "Steine", die Sohnemann fotografiert hat

Weiter gehts ins hauseigene Kino, wo wir einen Film über die Azoren und den Vulkanismus gezeigt bekommen. Wir sind etwas enttäuscht, da wir gehofft haben, einen Film speziell über den Vulkanausbruch des Capelinhos zu sehen.

Kino

Nach dem Kinobesuch dürfen wir in den zweiten Teil des Centers, welches noch viel interessanter ist. Hier gibt es zahlreiche Bilder und Animationen  zum Vulkanausbruch, zur Entstehung der Inseln und Infos zu den aktiven Vulkanen auf der ganzen Welt

Ein wirklich schönes Center, was wir wärmstens empfehlen können! Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Während ich mit der Tochter zurück zum Auto "humple", erklimmen Gatte und Sohnemann noch den alten Leuchtturm. Der Aufstieg sei bei den heutigen Temperaturen und er Maskenpflicht "die Hölle" gewesen - hihi.

Sohnemann hat ein Auge fürs Fotografieren

Ausblick vom alten Leuchtturm auf die Aschewüste

Das Besucherzentrum von oben

Im Auto gönnen wir uns als Snack ein paar Kräcker und Kekse, dann gehts die Küste entlang weiter in Richtung Horta

Auch hier überall Hortensien am Straßenrand
Flughafen Horta

Vorbei am Flughafen Horta stoppen wir oberhalb der Badestelle Poça da Rainha, wo sich Rockpools befinden. Da momentan aber Flut ist, sind die meisten Wege und Leitern im Wasser verschwunden

Poça da Rainha
Poça da Rainha

Ein Stück weiter halten wir am Miradouro Ponta Furada, wo wir einen schönen Blick auf die Felsentore im Meer haben

Felsentore im Meer
Miradouro Ponta Furada
Im Hintergrund der Monte da Guia, dahinter Pico

So langsam steigt die Lust auf ein erfrischendes Bad im Meer, daher steuern wir nun den Strand Porto Pim an, der auf der Rückseite des Hafens von Horta liegt.

Blick auf den Strand von Porto Pim

Wir fahren am gut besuchten Strandparkplatz vorbei auf den Monte da Guia, von wo aus wir einen fantastischen Blick auf die Bucht und den Strand Porto Pim haben.

Ausblick vom Monte da Guia
Ein Stück weiter gibt es noch einen Blick auf 2 Krater im Meer

Jetzt gehts aber an den Strand!

Vor dem Hafen sehen wir eine Segelschule auf dem Meer. Jetzt wird uns wieder bewusst, dass kein einziges Segelboot bzw. Boot generell auf dem Wasser ist, wo Horta doch DER Segelhfen schlechthin ist.

Covid-19 sei Dank - die Schiffe müssen alle im Hafen bleiben.

Ein trauriges Jahr für die Segler, die hier entweder festsitzen oder gar nicht erst kommen durften

Segelschule

Wir finden noch einen Parkplatz und laufen zum Strand.

Der Strand ist - für die Azoren untypisch - ausgesprochen hell und besteht aus feinstem Sand. Obwohl der Sand so hell ist - er ist genauso kochend heiß, wie die dunklen Strände auf Sao Miguel. Ohne Badeschuhe / Schlappen verglüht man sich sofort die Füße.

Hier hält man noch brav Abstand

Der Parkplatz ist zwar voll, am Strand scheinen sich die Besucher aber gut zu verteilen.

Ich humple ins Waschhaus, um mich umzuziehen (hier gibt es Umkleide, Duschen und WCs) und trage brav meine Maske, wie es auf dem Türschild befohlen wird, allerdings bin ich (mal wieder) die Einzige, die hier eine Maske trägt. Die Einheimischen laufen ohne Masken rum...

Das Gleiche Bild hatten wir schon am Strand von Praia do Fogo in Ribeira Quente auf Sao Miguel, wo wir zu den wenigen Leuten gehörten, die in den sanitären Anlagen einen Mundschutz trugen

Sandstrand Porto Pim

Der Strand ist toll, ganz flach abfallend ins Meer und das Wasser ist gar nicht so kalt wie gedacht.

Wir verbringen fast 1,5 Stunden am Strand mit Schwimmen, Sonnen und Chillen! Ach ja, wie schön - richtiger "Sommerurlaub"

Schweren Herzens packen wir unsere Sachen und verlassen den Strand gegen 18 Uhr. Da unsere Fähre um 20:15 ablegt, müssen wir uns beeilen, wenn wir noch Horta samt Hafen anschauen wollen.

Wir ergattern direkt einen Parkplatz unweit vom bekannten Peter´s Cafe, welcches auch über ein Restaurant im Freien verfügt, wo wir direkt etwas zu Abend essen

Peters Cafe und links das dazugehörige Restautrant im Freien
Leckeres Abendessen in Peter´s Cafe
Veggie Burger
Chicken Curry
Hamburger on the plate
Azorean Salad
Abendessen mit Blick auf den Hafen

Nach dem Essen springen wir schnell in den Shop von Peter´s Cafe, wo sich der Gatte und die Tochter eins der bekannten Poloshirts gönnen.

Ein Abstecher ins bekannte "Peter´s Cafe" darf natürlich nicht fehlen.

Peter´s Cafe

Weiter gehts zum Hafen. Wir fahren mit dem Auto ein Stück weiter an den Hafen, damit ich nicht so weit laufen muss und ergattern tatsächlich einen Parkplatz direkt vor der Treppe zum Hafen

Hafen von Horta

Hier haben sich die Weltumsegler mit vielen bunten Bildern entlang der Hafenmauer verewigt.

Wir schauen uns einen Teil der vielen bunten Bilder an, bevor wir den Weg zum Fährterminal antreten müssen.

Eine etwas andere Idee eines Bildes ist das auf den Boden geklebte Surferhemd samt Damenschlüpfer...

Um 19:40 verlassen wir den Hafen und fahren ein paar Straßen weiter zum Fährterminal von Horta.

Unsere Fähre steht schon startklar am Hafen. Der Gatte reiht sich wieder in die Autoschlange und ich setze mich mit den Kids ins Fährterminal.

Nachdem die Autos auf der Fähre verstaut wurden, dürfen wir Fußgänger auch endlich an Bord.

Wir setzen uns wieder an Deck in die erste Reihe und beobachten, wie per Quad noch einige Wagen mit Paketen etc. auf der Fähre verstaut werden.

Während der Rückfahrt genießen den abschließenden Blick auf Faial

Um die kurvenreiche Küstenstraße zu ugehen, nehmen wir für die Rückfahrt die EN-3, die gerade verlaufende Hinterlandstraße auf Pico.

Von hier aus haben wir auch noch mal einen schönen Blick auf Faial, bevor wir in die tiefhängenden Wolken des Picos fahren

Den Abend verbringe ich noch lange auf der Terrasse und genießde den atemberaubenden Sternenhimmel inklusive des Kometen Neowise und der Milchstraße!

Neowise - schwach zu erkennen
Milchstraße



Portugal

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