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Tag 18: Wale, Delfine und Kühe .... viele Kühe auf Pico

Veröffentlicht: 11.08.2020

22. Juli 2020

Wir stehen um  7 Uhr auf und frühstücken. Meine Hoffnung nach Spontanheilung hat sich leider nicht erfüllt, allerdings ist der Fuß schon sehr viel weniger dick und die blaue Beule ist komplett verschwunden.

Auftreten tut weh, barfuß geht es gar nicht, aber in meinen festen Trekkingschuhen habe ich Halt und kann einigermaßen "humpeln".

Daher werden wir wie geplant um 8:30 am Whale Watching teilnehmen und danach das Gesundheitsamt bzw. einen Arzt in Lajes aufsuchen will. Den Tipp mit dem Arzt / Gesundheitszentrum habe ich über eine Azoren Online Gruppe bekommen. Also Daumen drücken!

Wir sind sehr pünktlich in Lajes do Pico, einem netten kleinen Städtchen, was ehemals Hauptstützpunkt des Walfangs war und wo 1987 der letzte Wal gefangen und verarbeitet wurde.

Nur ein Jahr später wurde die Stadt vom Walfangort zum Walbeobachtungsort.

Gebucht haben wir unsere heutige Tour bei Aqua Azores, da der Anbieter der Einzige war, der vorab Online Touren angeboten hat.

Wir haben noch von zu Hause aus reserviert, da es Anfang Juli noch unklar war, ob es überhaupt Whale Watching Touren geben wird und diese eben nur sehr stark eingeschränkt fahren.

(Siehe Terceira)

Dieses Mal sind wir allerdings 18 Personen an Bord des Zodiacs "Oceanus", welcher 12 m lang ist und über 30 Plätze verfügt (3x10 Sitzreihen). 10 Personen mehr als beim Whale Watching auf Terceira.

Ein älteres französisches Ehepaar (fährt heute schon zum zweiten Mal raus und nimmt im Boot ganz vorne Platz), wir und eine portugiesische Großfamilie von 12 Personen inkl. Kindern.

Da ich wieder Angst habe, dass mir speiübel werden könnte, habe ich mit Vomex vorgesorgt und nehme mit Sohnemann ganz hinten im Boot Platz. Vor uns bleibt eine Reihe frei, alle wollen vorne sitzen.

Tochter und Gatte sitzen in Reihe 2, direkt hinter den Franzosen.

Nach der Einweisung und dem Hinweis, dass Maskenpflicht besteht (auf Terceira riet man uns explizit davon ab, auf dem Boot eine Maske zu tragen...), gehts los.

Im Vergleich zu Terceira ist es heute sehr warm. Ich brauche nur meine Sweatjacke und Windjacke, das Meer ist spiegelglatt und die Sonne kommt immer wieder zwischen den Wolken hervor.

Perfekt - los gehts!

Auf zum Whale Watching
Pico in Wolken
Unterwegs mit Aqua Azores

Schon nach kurzer Fahrt aufs Meer treffen wir auf Delfine. Diese sind aber ziemlich gechillt und schwimmen einfach neben dem Boot her, anstatt zu springen.

Delfine
Delfine vor dem Pico
Der Pico zeigt seine Spitze

Über Funk erhält unsere Whale Watching Leiterin Maria die Info, dass Pottwale gesichtet wurden.

Wir verlassen die Delfine und sausen ein Stück übers Meer, wo der Motor ausgemacht wird und wir vor uns hin treiben.

Das ist nun das Schlimmste für meinen Magen... diese langsame Dünung, immer rauf und runter. Schnell nippe ich erneut am Vomex und kann kurz darauf die Augen kaum auf halten.

Wir warten bestimmt regunglos 15 Minuten, bis der Pottwal endlich auftaucht. Jetzt bläst er seine gesamte Luft aus den Lungen und holt neue Luft, damit er für die nächsten 1-2 Stunden wieder abtauchen kann. Es gestaltet sich daher als schwierig, den kurzen Moment abzupassen, wo die Pottwale Luft holen.

Pottwal

Wirklich viel sehen wir nicht vom Pottwal. Highlight ist dann das Abtauchen, wenn man die riesige Fluke am Ende senkrecht untergehen sieht.

Und genau das sehen wir jetzt!

Pottwal taucht ab

Schon cool!

Angeblich ist noch ein zweiter Wal hier irgendwo, also wieder "warten". Nach weiteren 15 Minuten werden aber die Portugiesen sehr ungeduldig und wir fahren weiter.

Gelbschnabel-Sturmtaucher

Die Gelbschnabel Sturmtaucher halten wir erst fälschlicherweise für Möwen, erkennen aber beim genauen Hinsehen, dass es die "Aua-Aua" Vögel mit dem zarten Stimmchen sind, die uns nach Sonnenuntergang auf Trab halten

Sie verbringen den gesamten Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf dem Meer, dann kehren sie an Land zurück - mit ohrenbetäubendem "Gesang".

Bisher dachte ich ja, der Vogel mit dem lustigsten Stimchen wäre der australische "Kookaburra" (hier ein Video seines "Gelächters"), der uns während unseres Australienurlaubs (Reiseblog abenteuer-down-under)  vor 2 Jahren so oft zum Lachen gebracht hat, aber der Gelbschnabel ist ne Nummer für sich!

Wer mal reinhören möchte, kann sich dieses Video mal anhören - dann versteht ihr mich *g*.

Wir fahren langsamer und entdecken einige Pilotwale (sehen eher aus wie riesige Delfine).

Pilotwale
Pilotwale

Leider sind auch die Pilotwale "sehr gechillt" und kommen kaum aus dem Wasser.

Über Funk gibt es die Info, dass ein Pottwal aufgetaucht ist.

Mit Highspeed rasen wir über das Meer, dass dem Portugiesen vor mir Kappe und Sonnenbrille wegfliegen (da ich ein Stück dahinter sitze, fange ich sie direkt auf)

Mit Highspeed übers Meer

Am Spot angekommen sehen wir auch schon direkt den Pottwal.

Hier sind wir etwas näher dran als am ersten Wal und können ihn besser sehen.

Der zweite Pottwal
Da bläst er die Luft raus
Und setzt zum Tauchen an

Weg ist er.

Wir fahren weiter über das Meer und sehen in der Ferne (leider sehr weit weg) noch 2 Seiwale.

Nach über 3 Stunden kehren wir in den Hafen zurück.

Auf dem Rückweg sehen wir weitere Delfine und jede Menge Sturmtaucher.

Gelbschnabel Sturmtaucher

Nach dem Whale Watching erhalten wir noch eine Karte, auf der markiert wurde, was wir alles gesehen haben. Das finde ich eine sehr nette Idee:

Highlight war übrigens die ältere französische Dame, die sich während der Delfinsichtungen halb aus dem Boot lehnte und die Delfine mit lautem "Put-put" anlocken und mit Brot füttern wollte....

Kein Kommentar....

Ein Stück die Straße hoch befindet sich laut Google Maps das Gesundheitszentrum "Centro de Saúde". Wir finden es auch sofort, allerdings erklärt uns eine Mitarbeiterin mit Zeichensprache und gebrochenem Englisch, dass hier kein Arzt wäre. Ich müsste in "die alte Schule", da wäre ein Arzt und ein "X-Ray-Gerät".

Hm... ok...

Mit den Angaben kommen wir auf Google Maps nicht weiter, daher erkundigt sich der Gatte in der nahe gelegenen Apotheke.

Wir finden die besagte "alte Schule" und entdecken den Hintereingang für ärztliche Notfälle. Das muss man echt wissen. Ausgeschildert ist hier nichts - wie soll man das alleine finden!?

Ich klingel an der Anmeldung und werde sofort empfangen. Nachdem ich versichert habe, weder Husten, noch Fieber oder sonstige Covid-19 Symptome zu haben, darf ich rein.

Mein Problem ist schnell erklärt, nach wenigen Minuten hat eine Ärztin (geschätzte 20 Jahre alt) für mich Zeit. Sie kann kaum englisch, dank google Übersetzer ist die Problematik aber schnell erklärt.

Sie tastet meinen Fuß ab und drückt auf verschiedene Stellen - fertig. Sie kommt zu dem Entschluss, dass nichts gebrochen wäre, röntgen müsse man daher nicht.

Es sei verstaucht, ich soll das Bein hochlegen und weiter kühlen.

Na super...

Zu dieser Erkenntnis war ich auch schon gekommen.

Dem Gatten reicht das zur Beruhigung. Nix gebrochen, ich kann ja laufen, also "nur" verstaucht, Urlaub kann weitergehen!

Gesundheitszentrum "Centro de Saúde"
Centro de Saúde de Lajes do Pico

Ich humple zurück zum Auto und weiß nicht, ob ich erleichert sein soll. Sicher, ich habe auch den Eindruck gehabt, dass nichts gebrochen ist, aber was ist mit den Bändern!?

Ok, das wird sich in diesem Urlaub nicht mehr klären. Augen zu und durch.

Ich organisiere über eine Freundin direkt für Montag morgen nächste Woche einen Termin beim Unfallchirurgen - sicher ist sicher.

Das Walfangmuseum Museu dos Baleeiros lasse ich nun schweren Herzens aus und warte nach dem Mittagessen im Auto und lege das Bein hoch.

Die Kids besuchen mit dem Papa das Museum und steuern diese Bilder bei:

Walfanguseum Lajes
Museu dos Baleeiros
Bilder vom Walfang

Wir überlegen, was wir mit dem Rest des Tages noch anfangen sollen. Das Wetter läd eigentlich zum Baden ein, die Sonne scheint und es ist warm.

Wir fahren von Lajes do Pico die EN-2 quer über die Insel in Richtung Sao Roque do Pico, wo wir schwimmen gehen wollen.

Je näher wir aber der Küste auf der anderen Seite der Insel kommen, desto dicker werden die Wolken! Verrückt!

Während an der Südküste feinstes Wetter ist, liegt die Nordküste unter Wolken bedeckt.

Kurzerhand drehen wir um und fahren die Straße ein Stück zurück zum Abzweig, der zu den Seen Lagoa do Caiado und Lagoa Seca, sowie in Richtung Ribeirinha in die Nähe unseres Ferienhauses führt.

Ab ins Hinterland

Die erste Überlegung, in Richtung Pico zu fahren, verwerfen wir schnell, da sich dieser (mal wieder) in sein Wolkenkleid hüllt.

Der Pico hat sich versteckt

Und auf Pico dürfen natürlich die Kühe nicht fehlen.

Davon gibt es hier einige....

Wir stoppen an den Seen Lagoa do Caiado und Lagoa Seca.

Die Wolkenfront an der Küste scheint sich in den Westen verzogen zu haben, da man die Insel Sao Jorge sehr schön sehen kann.

Lagoa do Caiado
Lagoa Seca

Weiter geht es ins wolkeneiche hügelige Hinterland Picos.

Blick auf Sao Jorge
Abbbau von vulkanischem Gestein!?

Nach ein paar Kurven und sind wir plötzlich im "Kuh-Land" angekommen. Hier sind überall Kühe auf Weiden und Wiesen neben der Straße.

Muuuuhhhh

Ein paar Kuren weiter sind die Kühe dann gar nicht mehr eingezäunt. sondern scheinen hier überall umherlaufen zu können.

Und die tollsten Plätze sind scheinbar direkt neben der Straße

Überall Kühe
Weiter durch die hügelige Insellandschaft Picos
Treckerparade
An der Küste wird das Wetter immer besser
Vor diesem Tierchen haben wir Respekt - schnell weg

Einige Hügel und kurvige Straßen weiter, stehen wir wieder mitten in einer Kuhherde. Dieses Mal sind aber auch Pferde dabei.

Zwei von ihnen stehen direkt auf der Straße und kommen sofort auf uns zu, als wir kurz vor ihnen anhalten.

Der Schimmel steckt sofort neugierig den Kopf durch offene Fenster, als wollte er "Hallo" sagen

Hola....  :-)

Die Beiden inspizieren unser Auto

Langweilig....

Dann beginnt der Braune die Motorhaube abzulecken.

Wir sind quasi in der "Auto-Pferdewaschanlage".

Die Motorhaube scheint zu schmecken

Er mag auch gar nicht mehr damit aufhören. Auch als wir den Motor anlassen, lässt sich der Braune nicht beeindrucken und schlabbert munter weiter die Motorhaube ab.

Njam Najm

Irgendwann weckt ein heranfahrendes Auto hinter uns das Interesse des Schimmels, der sich demonstrativ vor das heranfahrende Auto stellt. Der Braune folgt ihm dann brav und wir können weiterfahren.

Im Rückspiegel sehen wir, wie auch das Auto hinter uns "inspiziert" wird. Hihi, mal sehen, wie schnell die dann voran kommen, denn mittlerweile haben sich auch die Kühe von nebenan auf die Straße gestellt.

Ein weiterer kleiner See

Unsere freie Fahrt hält allerdings nicht lange an. Nur 2 Kurven weiter trotten die nächsten Kühe vor uns auf der Straße rum und sehen gar keinen Grund, die Straße für uns freizumachen...

Uns bleibt daher nichts anderes übrig, als den Kühen bis zu ihrem Abzweig zum Wasserloch, im Schritttempo zu folgen

Ein Stück weiter gabelt sich die Straße.

Wir entscheiden uns für den Abzweig zum "Caldeira" und hoffen, dass die Schotterpiste, auf die wir uns nun begeben, bald besser wird.

Während uns die Steinchen "ums Auto" fliegen, sehen wir wieder jede Menge Kühe.

Allerdings fragen wir uns, wo denn der Caldeira sein soll, da wir gar keinen "Berg" sehen.

Da können wir aber gar nicht, denn kurz darauf stehen wir vor einem riesigen Krater.

Das ist der Caldeira!

Wir erkennen nur die steil anfallenden Wände des Kraters, die komplett bewachsen sind. In der Mitte des Kraters stehen tatsächlich3 Kühe und grasen! Wie die da runter gekommen sind, wissen wir nicht. Wir sehen keinerlei Wege oder Eingang entlang der steilen Kraterwände.

Sehr seltsam....

Caldeira
Kühe im Caldeira

Die Straße kreuzt nach ein paar Kilometern wieder die asphaltierte Straße und wir fahren weiter in Richtung Küste

Die letzten Kilometer sind zwar asphaltiert, aber in einem katastrophalen Zustand. Ein Schlagloch folgt dem Nächsten - wir hätten doch die längere Route und nicht die "Abkürzung" nehmen sollen....

Die Fahrt durchs Hinterland war jedenfalls toll und ist unbedingt empfehlenswert!!!

Zurück im Ferienhaus ist Chillen angesagt.

Mit einem Glas Wein auf der Terrasse genießen wir den Abend und den Sonnenuntergang - und wenn schon "Fuß", dann mit Aussicht



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Portugal
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