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Tag 28, 22. Mai, Daintree, der älteste Regenwald der Welt

Veröffentlicht: 23.05.2026

Fahrt
Cairns → … → Cape Tribulation
100 km · 1h 30m
Attraktion
Daintree Discovery Centre
Daintree, Australien
Tour
Wanderungen im Daintree
Wanderung · 3h
Attraktion
Rainforest Conservation Foundation
Daintree, Australien
Attraktion
Cape Tribulation
Cape Tribulation, Australien
Unterkunft
Campingplatz im Cape Tribulation
Zelt · Cape Tribulation
Essen
Eiscrememanufaktur in Cape Tribulation
$ · Snack
Tour
Nachtwanderung im Daintree
Wanderung · 2h

Heute ging es in den ältesten tropischen Regenwald der Welt, den Daintree. Schon seit Godwana, seit 180 Millionen Jahren, ist hier kontinuierlich tropischer Regenwald, viel länger als im Amazonas oder im Kongo. Dabei ist der Daintree nur 1200 Quadratkilometer groß, er zieht sich nur gut 100km entlang der Küste nördlich von Cairns und ist maximal 40km breit, bevor er auf den Dividing Range trifft, hinter dem das Grasland und die Wüste des Outbacks beginnt. Alles in allem also ein kleines, zerbrechliches Ökosystem.

Wir fuhren früh los, um 6:30, denn von Cairns bis zum Beginn des Daintrees braucht man nur 1,5 Stunden, und dann nochmals eine Stunde zum Cape Tribulation, wo die meisten Lodges etc sind. Daher ist er etwas von Touristen und Ferienausflüglern aus Cairns überlaufen.

Gegen 8:00 waren wir bei der Fähre über den Daintree River. Da dort keine der Kassen funktionierte, kamen wir erstmals umsonst rüber. 15km später waren wir beim Daintree Discovery Centre, dem privaten Informationszentrum, das noch geschlossen war. Egal, 1km später kam eine Day Use Area, wo wir parkten und zwei Wanderungen machten: Eine kurze 700m Wanderung auf einem sogenannten Board Walk, also auf einer Art Steg durch den Wald, und 3km auf Wurzelpfaden durch den Urwald, teils mit Kletterei über umgestürzte Baumstämme.

Bei dem Board Walk der erste absolute Höhepunkt: Lindelani entdeckte direkt neben dem Weg einen aufgerollten Teppichpython, der sich wohl in der Sonne aufwärmen wollte. Er sah groß aus, aber nicht riesig. Wir konnten ihn aus weniger als einen halben Meter fotografieren. Als ich ihn anfasste, rollte er sich auf und glitt ganz langsam davon, unter den Board Walk. Erst jetzt konnte man sehen, wie lange er war, sicher 2 ½ Meter! Teppichpythons sind sehr schlanke Riesenschlangen, kommen einem fast wie riesige Würmer vor. Er war vielleicht so dick, wie der Unterarm eines Kindes.

Auf dem Wurzelweg sahen wir dann auch noch die Hauptattraktion des Daintree: Es raschelte stark im Gebüsch, ich sah etwas Schwarzes, das ich zuerst für ein Wildschwein hielt. Lindelani sah es aber richtig, und auch ich endlich den blauen Hals und Kopf, mit rotem Helm: Ein Helmkasuar! Die Sicht war aber nicht gut und dauerte auch nicht lange, Fotos konnten wir keine machen.

Es soll in Queensland, d.h. Mission Beach, Tablelands und Daintree, in etwa noch 3000 Helmkasuare geben, aber wegen der Dichte des Regenwaldes gibt es keine verlässlichen Zählungen. Sichtungen sind für Touristen eine eindrückliche Sensation, aber nur wenige habend das Glück, einen zu sehen, wie er gerade aus dem Wald heraus auf die Straße tritt, oder während einer Wanderung. Von daher waren wir mit unserer Sichtung doch zufrieden. Es sollte die einzige bleiben.

Als wir kamen, waren wir das einzige Auto. Als wir aus dem Wald herauskamen, war der Parkplatz voll, auch am Informationszentrum, wo man uns freundlich informierte.

Um 10:00 waren wir dann beim Headquarter der Rainforest Conservation Foundation. Vor 2 Tagen Wir hatten wir Ron Baldwin, einen der Direktoren getroffen; er hatte unseren Vortrag gehört und uns danach eingeladen, hier einen Besuch zu machen. Der Manager Golly war da und nahm sich sehr viel Zeit für uns.

Golly ist 70 Jahre alt, sehr fit, und hatten einen doppelten Zopf Haare, die ihm bis zu den Knien reichen. Er erzählte uns wilde Geschichten der „lokals“ im Daintree, gealterte Hippis mit herausgekifften Gehirn, Leuten, die sich hier vor der Polizei verstecken. Als einer der Anbieter von Krokodilschiffsafaris in einem Verkehrsunfall starb soll sich herausgestellt haben, dass er einer der „Americas most wanted“ war, vom FBI wegen Drogengeschichten gesucht.

Früher war der Daintree noch nicht geschützt und die verregnete Gegend, mit über 3000ml Regen im Jahr, war unbeliebt, die Grundstücke teuer. Viele komische Gestalten kauften hier, auch gab es Rinderfarmen und Zuckkerrohrplantagen. Dafür war der uralte Regenwald abgeholzt worden.

Die Naturschutzorganisation hat Privatgrundstücke gekauft und wiederaufgeforstet. Dafür zieht Ronny Sämlinge von gut 70 (der 900) Baumarten vor, die dann von ihm, Volunteers und Studenten gepflanzt werden. Er zeigte uns auf einem privaten Nachbarsgrundstück, wie das aussieht. Wir sahen neu wachsenden Regenwald in unterschiedlichen Stadien. Die Bäume wachsen hier schnell und nach bereits 20 Jahren hat man einen gesunden Sekundärwald mit Baumriesen.

Da der Wald so alt ist, gibt es hier auch urtümliche Baumarten, die es sonst nirgendwo mehr gibt, lebende Fossilien. Darunter Ideospermum, bekannt als Dinosaurierbaum. Vor 70 millionen Jahre wurden dessen Früchte von Dinosauriern gefressen und die Samen so verbreitet. Nach dem Aussterben der Dinosaurier übernahm keine andere Art diese Funktion, denn die Früchte sind für Säugetiere giftig. Die Mandarinenförmigen harten Früchte fallen einfach auf den Boden und kugeln dann irgendwohin, wo sie eventuell keimen. Das erklärt das sehr kleine Verbreitungsgebiet der Art. Wobei Golly sie nun fast im ganzen Daintree angepflanzt hat.

Nach drei sehr interessanten Stunden verabschiedeten wir uns von Golly. Wir gingen zur berühmten Eiscrememanufaktur, die uns alle in Cairns empfohlen haben; das Eis in Kehl schmeckt aber besser. Nach 14:00 Uhr waren wir bei unserem Campingplatz im Cape Tribulation, fast direkt am Strand, nur wenige Bäume als Windschutz waren zwischen Stellplatz und Ozean

James Cook benannte das Cape Tribulation auf seiner ersten Südseereise im Juni 1770, weil dort am Great Barrier Reef die "Trübsal begann". Die HMS Endeavour lief auf ein Riff und die Mannschaft musste das Schiff im heutigen Cooktown wochenlang reparieren.

Das Wetter war nicht besonders, der Himmel bedeckt, aber wir liefen etwas am Strand entlang, und einen nahe gelegenen Board Walk von 1,2km. Nachts liefen wir die Strecke dann wieder und waren nach gut 20 Minuten bei einer nahe gelegenen Lodge, für eine zweistündige Nachtwanderung in den Wald hinein, den Board Walk entlang. Säugetiere sahen wir keine, aber Spinnen und Insekten. Das ganze recht langwierig und langweilig für uns. Aber es gab auch Höhepunkte: Im UV glänzende Skorpione unter der Rinde toter Bäume hervorschauend, im UV leuchtende Pilze, ein Aal im Fluss.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Herbst
Begleitung
Zu zweit (2)
AbenteuerlichKulturell
  • Helmkasuar im Daintree gesehen
  • Besuch bei der Rainforest Conservation Foundation
  • Camping in Cape Tribulation am Strand
  • Nachtwanderung mit UV-leuchtenden Skorpionen und Pilzen
UV-Licht
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