Tag 24, 18. Mai: Die Baumkängurus von Malanda!
Tag 24, 18. Mai: Die Baumkängurus von Malanda! Frühsport um 5:30, endlich mal wieder möglich, dann 6:20 im Morgengrauen los, zurück zum Highway, and dann gut 100km weiter rechts...


Veröffentlicht: 20.05.2026




















Morgens sind wir alle Wege bei den Malanda Falls gelaufen, ca. 3kg, aber ohne Baumkängurus. Nach 40 Minuten Fahrt waren wir dann um 9:00 beim Granite Gorge, gerade, als sie dort aufmachten. Sie Sehenwürdigkeit hier: Mareeba Felskängurus, die sich mit Pellets füttern lassen, obwohl sie wild sind. Auf einem Felsen wenige Meter vom Office entfernt waren sie, circa 15 Stück. Da wir die ersten waren, warteten auch die ersten kleinen niedlichen Felskängurus bereits auf uns und das Futter. Sie waren aber nicht so ungestüm, wie wir das schon bei grauen Riesenkängurus erlebt hatten, sondern sehr sanft, fast zurückhaltend. Nun ja, und einige dann doch sehr sabbernd!
Die Felskängurus sahen dann in Natur dann doch anders aus, als im Field Guide, und zwar sehr viel besser. Mit dem Wort „süß“ bin ich bei Tieren sehr zurückhaltend, aber bei diesen kleinen Gesellen kommt mir einfach keine passendere Beschreibung in den Sinn. Sie sind nur etwa 50cm groß, wie ein Pademolon, mit grauem Fell bei den Weibchen, rotbraun bei den Männchen. Mit den Krallen ihrer Vorderhände hielten sie sich an meiner offenen Hand fest, um an das Futter zu kommen. Sie bewegten sich langsam und grazil auf allen Vieren fort, konnten aber auch in schnellen Hüpfern über die Felsen huschen, wenn sie miteinander Zoff hatten. Zwei andere saßen aber gemeinsam auf einem Felsen und lausten sich lieblich gegenseitig das Fell.
In Westaustralien sind die kleinen Quokka Kängurus berühmt dafür, immer zu lächeln, bei allen Fotos. Nun, in der Wilhelma sah ich, dass dies absolut nicht der Fall ist. Das Rätsel konnte hier bei den Felskängurus gelöst werden: Wenn sie dasitzen, sehen sie halt aus wie normale Kängurus, aber wenn sie um Futter mit offenem Maul betteln, sieht es aus, als ob sie lächeln.
Es gab noch ein paar Kilometer Wanderweg durch die Schlucht und eine Menagerie von bunten Vögeln und Reptilien zu bestaunen, aber Höhepunkt waren die Felskängurus. Kurz nach uns waren zwei Mininbusse mit circa 20 japanischen Studenten angekommen, und wir hatten Glück gehabt, als Erste dagewesen zu sein. Um 10:30 waren die Felskängurus nämlich bis oben voll mit Futterpellets und sie verschwanden in der Schlucht, um ihre Ruhe zu haben.
Danach fuhren wir nach Atherton, dem Hauptort der Tablelands, zum Einkaufen, und dann 30 Minuten zum Camp Barrabadeen im Trockenwald beim Lake Tinaroo, schön gelegen und einsam. Aber die Pause war kurz, denn 14:15 ging es zurück nach Atherton und etwas weiter zum Bat Hospital, wo verletzte Fledermäuse versorgt werden. Die einstündige Tour war interessant, wenn auch nicht besonders. Zurück zum Camp, ein bisschen ausruhen, und 17:30 wieder nach Atherton, wo wir 18:30 einen Termin hatten. Die Fahrt dauert zwar nur 30 Minuten, da wir aber hofften, auf dem Hinweg Kängurus zu sehen, fuhren wir früh los.
Nun, Kängurus sahen wir keine, nur Flinkwallabies, aber als wir nach Atherton reinfuhren sahen wir im Abendlicht auf einigen kahlen Bäumen wie sich hier tausende von Gelbhaubenkakadus für die Nacht versammelten. Ein Geschrei und Geflatter, alles voller Kakadus, ein unglaubliches und für uns unerwartetes Schauspiel.
Um 18:30 trafen wir dann unseren Guide Patrick de Geest von Eyes on Wildlife, unser Guide für 2,5 Stunden Nachttour im tropischen Teil der Tablelands. In seinem Auto fuhren wir hinaus in tropischen Regenwald und mit rotem Spotlight suchte er dann nach Wildtieren. Und dies bei Day Visit Areas der Nationalparks und dort entlang der Straßen, wo man gut in die Bäume schauen konnte.
Patrick ist sehr erfahren und war sehr gut darin, die Tiere zu entdecken und uns zu zeigen. Dabei wechselte er dann vom Rotlicht zu weißem Licht, so dass wir die Tiere gut sehen und teilweise auch fotografieren konnten. Wir sahen zwei tropische Geckos, darunter den Blattschwanzgeckos, und auch zwei Baumkängurus. Highlight für uns waren aber die Ringbeutler, von denen wir bisher keine gesehen hatten, nahe Verwandte des Fuchskusu, von denen wir auch welche sahen. Besonders beeindruckend der blätterfressende und solitäre Grüner Ringbeutler, der tatsächlich grün ist und tagsüber als Kugel zusammengerollt gut getarnt in den Bäumen schläft. Dann zwei mal zwei Lemure Ringbeutler, die einzige Paarlebende Art hier in den Tropen. Sehen dem Fuchskusu etwas ähnlich. Und schließlich den Herbert-River Ringbeutler, ein fast schwarzes Tiere, mit etwas weißen Flecken, Auf der Rückfahrt hatten wir dann noch das Glück, auf der Straße einen Langnasenbeutler zu sehen, ein Tier ähnlich einer großen Elefantenspitzmaus. Eigentlich war das Cam Barrabadeen dafür ausgedacht, diese Tiere dort nachts zu finden, doch war ich dort nicht erfolgreich. Aber die Nachtwanderung mit Patrick war es, und für uns ein voller Erfolg.
