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Etappe 92: Von Shiraz nach Teheran und Flug nach Istanbul

Noch am selben Abend um 11 sollte es mit dem Bus zurück Richtung Teheran gehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, hatte ich das Busticket extra über eine Agentur mit der Hilfe einer Einheimischen gebucht. Ich war überpünktlich am Busbahnhof und durfte schon mein Rad einladen. Erst kurz vor Abfahrt fiel dem Fahrer auf, dass mein Ticket auf den kommenden Tag ausgestellt war... Die Agentur hatte nur das iranische Datum aufgedruckt und ich hatte mir nicht nochmal die Mühe gemacht, das Datum zu kontrollieren. Tatsächlich war der Bus komplett ausgebucht und ich durfte alles wieder ausräumen. Zum Glück war das Busunternehmen sehr kulant, erstattete mir den vollen Ticketpreis und half mir dabei, einen anderen Bus zu finden. Leider gab es keine andere Direktverbindung nach Teheran und ich musste am frühen Morgen in Isfahan einen weiteren Bus suchen. Während der super nette Busfahrer in Shiraz nichtmal auf die Idee kam, einen Aufpreis für mein Rad zu verlangen, ging auf der Fahrt nach Teheran wieder das Diskutieren los. Diesmal bekam der Fahrer eine Million Rial anstelle von geforderten zwei Millionen, was trotzdem noch mehr als der Preis für mein Ticket war.

Durch den Umstieg in Isfahan war ich natürlich wieder deutlich später in Teheran als geplant. Es gab noch einiges für meinen ersten Flug mit Fahrrad vorzubereiten. Der große Karton, den mir Arnaud, ein französischer Reiseradler netterweise im Hostel überlassen hatte, war zum Glück noch da. Auf dem Basar fand ich nach und nach zum Glück alles, was mir für den Fahrradtransport noch fehlte: einen Maulschlüssel zur Demontage der Pedale, Klebeband und ein paar sehr stabile Plastiktüten für meine restlichen Fahrradtaschen. Das Rad wurde schnell zerlegt und mehr oder weniger professionell in den Karton gepackt, zusammen mit einer Fahrradtasche und meinem Schlafsack kam das ungewöhnliche Paket auf exakt 30 Kilogramm. Vier weitere Fahrradtaschen landeten in einer stabilen Plastiktüte, was nochmal 20 Kilogramm ergab. Die letzte Tasche war mein Handgepäck, sodass ich im Endeffekt nur den Fahrradtransport extra zahlen musste. Abends ging es schon mit einem ungewöhnlichen Taxi zum Flughafen. Der erste Fahrer wollte mich in einem kleinwagen mitnehmen, den Fahrradkarton auf die Rückbank schieben und während der 30 Kilometer langen Fahrt einfach eine Hintertür offen stehenlassen. Das wäre selbst mir zu heikel gewesen! Beim zweiten Anlauf kam ein alter Pickup, der so klang, als würde er jeden Moment abschmieren. Der Fahrer hatte auf jeden Fall Spaß bei der Fahrt und zählte alle deutschen Fußballer auf, die ihm einfielen. Gegen Mitternacht kamen wir am Imam-Khomenei-Flughafen an, ich hatte noch drei Stunden Zeit bis zum Abflug. Am Schalter von Turkish Airlines glaubte man mir erstmal nicht, dass ich schon fürs Rad gezahlt hätte, das ließ sich aber schnell klären. Die merkwürdig aussehende Plastiktüte wurde noch in Folie verpackt und dann konnte es auch schon losgehen. Auch wenn sich in den letzten Tagen durch diverse Busfahrten und Flüge die Radreise nicht mehr ganz wie eine solche anfühlte, war ich voller Vorfreude darauf, was bzw. wer mich in Istanbul erwarten sollte. 

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