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Am Flughafen Istanbul hatte ich insgesamt 20 Stunden Aufenthalt. Genug Zeit also, um etwas Schlaf nachzuholen. Mit überteuertem Kaffee und Flughafenessen ging die Zeit gefühlt nie rum! Auch die immerhin zwei Stunden kostenfreies (und sehr langsames) WLAN machten das nicht besser... Gegen Abend war es dann endlich soweit: nachdem Laura den ganzen Transitbereich nach mir abgesucht hatte (sie hatte mich beim Essen vermutet), hatte ich sie zuerst entdeckt. Ab da war alles wieder ganz anders. Es gab viel zu erzählen und die restliche Zeit bis nach Usbekistan verging wie im Flug.

Nach einer weiteren Nacht kamen wir vormittags am Flughafen von Tashkent an. Von der Flut an Taxifahrern überfordert ging es mitsamt Fahrradkarton zu einem völlig überteuerten Preis zur Unterkunft. Eine entsprechende Taxi-App konnten wir uns leider erst später besorgen. Unser Gastgeber sprach gutes Englisch und war auch ganz lustig. Nach einer kurzen Orientierungsphase ging es schon ans Erkunden. Mit der Metro kommt man in Tashkent sehr günstig von A nach B (1400 Sum pro Nase), außerdem sind manche Stationen schon an sich ein Hingucker, zum Beispiel die Kosmonavtlar-Station in der Nähe unseres Gasthauses. Vom Mustaqillik-Platz ging es zu Fuß über den "Boulevard" mit einigen Buden und Straßenkünstlern zum Amir-Temur-Platz, an dem das bekannte Hotel Usbekistan aus der Sowjetzeit steht. Von da aus war es nicht weit zum Temuridenmuseum und zum spannenden Chorsu-Basar. In der zentralen runden Halle wurden allerhand Fleisch- und Fischprodukte angeboten, aufgrund des Geruchs hatten wir dort aber nicht das Bedürfnis, uns in aller Ruhe umzusehen. Auch die Ko'kaldosh-Madrasa mit ihrem schönen Garten durfte natürlich nicht fehlen. Zum Abendessen gab es noch etwas Schaschlik mit "Popatoes" in einem etwas überteuerten Restaurant.

Am nächsten Tag stand noch der große Imam-Hazrati-Komplex auf dem Plan. Zu diesem gehören die Tillya-Sheikh-Moschee, ein islamisches Institut, ein Mausoleum und weiteres Gedöns. Die Moscheen waren beeindruckend, etwas traurig waren aber die bettelnden Kinder, die scheinbar sich selbst überlassen waren. 

Am Imam-Hazrati-Komplex wird außerdem gerade das "Zentrum der islamischen Zivilisation" gebaut. Wir dachten zunächst, dass es wegen Renovierungsarbeiten geschlossen sei, aber es befand sich noch im Bau. Schon allein wegen seiner schieren Größe war es beeindruckend. Nach Fertigstellung soll es wohl vor allem als Koranschule genutzt werden. 

Nach einer super günstigen Kanne Tee abseits der Touri-Plätze ging es noch ein ganzes Stück zu Fuß zur Minor-Moschee und durch den japanischen Garten in Richtung Fernsehturm. Nachdem wir uns ein paar Mal verlaufen hatten, standen wir endlich davor, natürlich war er schon geschlossen. Etwas frustriert und hungrig gingen wir zu einem großen, versteckten Restaurant, wo ein leckeres Plov zu einem super Preis auf uns wartete. Ein paar Tage später wurde mir das "Beshqozon" als Geheimtipp empfohlen, also instinktiv alles richtig gemacht! Mit dem Taxi ging es zurück zu Anvar's Gasthaus, am nächsten Tag sollte unsere Reise schon weitergehen. 



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