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Nachdem wir die für uns wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Tashkent gesehen hatten, ging unsere kleine Usbekistan-Rundreise mit drei Tagen in Samarkand weiter. In Usbekistan kann man Zugtickets bequem über eine App buchen, das heißt aber noch lange nicht, dass die Zugfahrt selbst auch bequem ist... Auch bei Fahrten tagsüber muss man oft ein Bett buchen, in manchen Zügen gibt es keine Sitzplätze. Wie auch in Hostels sind die unteren Betten wesentlich beliebter und komfortabler, kosten aber das Gleiche. Da wir relativ spontan unterwegs waren, mussten wir uns auf der drei- bis vierstündigen Fahrt mit dem begnügen, was noch frei war. Also verbrachten wir die Fahrt im Liegen, da an ein Sitzen auf den oberen Betten nicht zu denken war. Trotzdem konnten wir schon etwas von der Wüstenlandschaft erahnen, die uns erwartete. Gegen Abend kamen wir am Bahnhof von Samarkand an und stellten fest, dass man hier schon wieder eine andere Taxi-App brauchte. In unserer Unterkunft wurden wir mit schwachem Englisch, aber sehr nett empfangen. Im Innenhof wurde sogar Schaschlik gegrillt. Erst lehnten wir eine Portion ab, um die neue Umgebung schon etwas im Dunkeln zu erkunden. Nach einem kleinen Spaziergang hatten wir dann aber ein schlechtes Gewissen (und Hunger). Und die Stadt lief ja schließlich nicht davon!

Unsere günstige Unterkunft war nur 200 Meter zu Fuß vom berühmten Registan-Platz entfernt, das hätten wir nicht besser erwischen können. Dort haben wir dann auch den ganzen nächsten Vormittag verbracht. Die drei riesigen Medresen aus dem 15.-17. Jhd. waren wunderschön, gleichzeitig waren wir natürlich nicht die einzigen Touris dort, und es wimmelte von Verkaufsständen. Daran störten wir uns aber nicht besonders, die schönen Dekorationen machten das alles wieder wett. Die Mehrzahl der Touristen waren außerdem offenbar Usbeken, die aus dem Umland kamen, westliche Touristen gab es nur wenige. Vom Registan-Platz war es nicht weit bis zur riesigen Bibi-Khanym-Moschee, die mehr durch ihre schiere Größe, als durch ihre Dekoration beeindruckt. Nach einem kurzen Abstecher zur Hazrat-Khizr-Moschee (von da aus ein toller Blick auf die Bibi-Khanym-Moschee!) ging es weiter zum Shah-i-Zinda-Ensemble, einer Ansammlung von kunstvollen Mausoleen aus dem 11. Bis 19. Jahrhundert. Von manchen ist bis heute nicht bekannt, wem sie eigentlich gewidmet sind. Jedes einzelne Mausoleum war ein Kunstwerk für sich! Später am Nachmittag ging es für uns noch zum Amir-Temur-Park mit seinen Löwenskulpturen, zum Rukhobod-Mausoleum und zum Amir-Temur-Mausoleum. Übersättigt von Eindrücken hatten wir aber kein Bedürfnis, da auch noch reinzugehen. Stattdessen knurrte unser Magen und wir nahmen uns ein Taxi zum Karimbeg-Restaurant. Dort wurde ordentlich und zu einem guten Preis geschlemmt, das beste Restaurant, in dem wir in Usbekistan waren! 

Wir hatten beschlossen, noch einen Tag länger in Samarkand zu bleiben, um all die schönen Eindrücke zu verarbeiten, außerdem waren wir nicht in Eile. Am nächsten Tag gingen wir nochmal auf den Basar von Samarkand. Wir hatten am Vortag schon Obst und Nüsse gekauft, heute standen lange Hosen für mich auf dem Plan. Später besichtigten wir noch die alte Afrasiyab-Siedlung aus vorchristlicher Zeit. Man erkennt noch die Ausgrabungsstätte, Gebäude sind allerdings keine erhalten. Im benachbarten Museum konnten wir anschließend einige Funde aus der antiken Siedlung bestaunen. Von da aus ging es mit einem britischen Pärchen noch zum Ulugbek-Observatorium. Den Rest das Tages nutzten wir zur Erholung und für die weitere Reiseplanung. 

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