Südpol ganz nah
Manche behaupten ja, dass sich die Geschichte wiederholt. Auf dieser Reise ist das definitiv der Fall. Wieder war alles gepackt und für die Abreise vorbereitet, wieder einmal...

Veröffentlicht: 29.12.2023
Heute war dann doch die Abreise angesagt und es lagen gerade mal 200 km vor uns. Die Reisebegleitung hat dann auch sehr energisch drauf hingewiesen, dass Sie endlich in die Berge wollte und bei dem schönen Wetter erst recht und heute sei schönes Wetter und warum wir noch nicht losgefahren sind usw. usw. usw.
Dieses ganze Szenario war seitens des Fahrers voll beabsichtigt, denn es war die eigentliche Intention des Fahrers in Kombination mit der bekannten Ungeduld der Reisebegleitung den Zeitdruck zu erzeugen. Die Route war auch entsprechend im Navigationsgerät präpariert und mit einer Nichtsahnenden Reisebegleitung ging es dann auch um 10 Uhr los Richtung Berge, die schon fern am Horizont zu erkennen waren. Aber leider, leider führte dann die Route über kleinere Landstraßen. Die Uhr tickte und die Reisebegleitung wurde dann immer unruhiger auf dem Beifahrersitz. Es war auch kein Meckern zu höhen, dass ich mit Höchsgeschwindigkeit also 100km/h fuhr was auf den Straßen gerade noch im grünen Bereich war. Naja vielleicht eher gelb. Irgendwann wechselte der Straßenbelag auf Schotterpiste. Das war das Ziel, darauf hatte ich hingearbeitet. Die Miene der Beifahrerin verfinsterte sich, während der Fahrer an Collin McRea dachte und jedesmal ein Grinsen ins Gesicht bekam, wenn der Wagen in den Kurven in den leichten Drift ging. Dafür hatter er hundete von Stunden vor dem PC gesessen und geübt. Heute war es soweit. Er fühlte sich wie ein Sniper nach jahrelangem Training vor dem ersten Killshoot. Nicht bremsen, einfach nur ein wenig Gegenlenken wenn der Wagen drohte hinten wegzugehen. So ging es durch die Kurven, wie vor dem Bildschirm zu Hause.- nur viel besser. Es war klar, dass diese Minuten die besten auf der ganzen Reise werden. Und ja die Karre ist Vollkasko versichert. Ohne Selbstbeteiligung mit voller Erstattung der Bergungskosten.
Haben wir aber nicht gebraucht. Komplett eingestaubt war dann der Spaß irgendwann zu Ende und es ging auf der gut ausgebauten Landstraße weiter. Langweilig.
Gegen 14 Uhr waren wir dann da und ich freue mich auf was leckeres zu Essen im Restaurant.
Dann aber schlug die Reisebegleitung mit harten Fakten zurück. Hier sei die regenreichste Gegend in Neuseeland mit 7,5 Meter Niederschlag und heute sei mal gutes Wetter und deshalb hätte sie entschieden, dass nach dem Ausladen sofort weiter in den Milford Sound gefahren wird. "So eine Chance bekommen wir nie wieder" und nach kurzem Prüfung des Wetterberichts war für Morgen tatsächlich viel Regen angesagt. Also nochmal los und die 120 km nach Norden bis tief in den Nationalpark.
Ja der Nationalpark war auch schön.
